Chinesisch Neujahr an der Uni Bremen

新年快樂!萬事如意!恭喜發財!

Seit gestern ist das Jahr des Hundes angebrochen und morgenwird das ausgiebig gefeiert. Zum 15. Mal veranstaltet die Huawei Chinesischschule die chinesische Neujahrsfeier und nun darf ich schon das 5. Jahr in Folge dort Tee ausschenken.

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Offizielles Poster

Heute war schon der allgemeine Aufbau der Stände und das Ausschmücken Gebäudes dran. Und da ich mit 4 zusammengestellten Tischen und ein paar Stühlen damit recht schnell fertig war und es nichts weiter vorzubereiten gab, fing ich schon mal an für die ersten Interessierten den ersten Tee zuzubereiten: den Menghai 7652. Aber morgen gibt’s natürlich noch viel mehr. Die ganze Palette der chinesischen Tees. Außer grün. Irgendwie habe ich tatsächlich keinen chinesischen Grüntee im Haus. Aber ansonsten habe ich zwei weiße Tees, so einige Oolongs, schwarze Tees und zwei unterschiedliche Pu Erhs, die nur darauf warten verkostet zu werden.

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Wer also morgen Lust verspürt mal für einen Sonntagnachmittag in die chinesische Neujahrswelt einzutauchen und mit mir die ein oder andere Tasse Tee trinken möchte, ist herzlich eingeladen zum GW1 der Uni Bremen zu pilgern. Ich warte in der 2. Etage auf euch und teile mir den Raum mit sehr talentierten Kalligraphiekünstlern.

 

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Orthodoxe Nepaltees im Vergleich

„Don’t judge a tea by its packaging“ könnte das Äquivalent zu „Don’t judge a book by its cover“ sein. Und doch falle ich immer wieder auf die Verpackung von Tee herein! Oft sind es die hübschen, niedlichen Verpackungen, die gar nicht so tolle Tees enthalten. Diesmal allerdings sind es die total banal wirkenden Folienverpackungen vierer Tees, die wir zur Hochzeit geschenkt bekommen haben, deren Inhalt mich total umgehauen haben. Meine ersten Nepaltees (zumindest so richtig wahrgenommen) meines Lebens veranlassten mich dazu exzessives Teestalking zu betreiben. Was Teestalking ist? Im Grunde ist das genau wie Leute, die man gerade kennengelernt hat und richtig toll findet, auf den gängigen Social Media Plattformen ausfindig zu machen und deren Profil zu durchforsten; nur eben mit Tee.

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Verpackung

Der Hauptgrund für mein Teestalking war ganz einfach mein geringes Wissen über diese Tees. Es dauerte sogar eine Weile, bis ich überhaupt verstand, dass es sich um Nepaltees handelt. Ich dachte nämlich die ganze Zeit, dass das indische Tees wären. Als dann aber mein indischer Freund mal wieder zu Besuch war, wusste er nichts von diesen Tees. Und da eine andere Freundin 2016 in Nepal war, konnten die Tees nur von ihr stammen. Ok, die Herkunft hätten wir dann mal geklärt. Dass es sich um mindestens zwei schwarze und einen weißen Tee handelt, konnte ich mir von der Beschriftung her auch schon denken. Aber bei den Silver Tips war ich mir nicht sicher, ob weiß oder schwarz. Ich habe sie in diesem Beitrag zum weißen Tee gezählt, da sie äußerlich und geschmacklich schon sehr in die Richtung gingen (nach kurzer Recherche hat sich der Verdacht bestätigt). Joah, und der Rest so? Erntejahr? Genauere Herkunft? Herstellung? Zubereitungshinweise? Irgendwas?

Hey, da ist ja eine Emailadresse. Dann googlen wir die doch mal. Da komme ich dann auf eine Seite, die mir den Händler Pancha Buddha Tea Traders ausspuckt sowie einen Link auf eine japanische Seite, auf welcher nepalesische Tees angeboten werden. Hmm. Sieht generell meinen Tees schon ganz ähnlich, aber da gibt’s nur vier: First Flush, Second Flush, Autumnal und Weißen Tee. Also vom Namen her nicht meine Tees. Selbst weiteres Googlen nach dem Händler hilft mir nicht weiter. Everest Tea Industry bringt als zusätzlicher Hinweis auf der Verpackung auch nicht viel. Ich lerne durch die Aktion immerhin mir noch unbekannte Teehändler kennen, die sich auf Nepaltees spezialisiert haben. Und dann schweife ich völlig ab, weil ich mich erst einmal überhaupt mit der Materie Nepaltees beschäftigen musste.

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Trockenes Blatt: o.l. White Tea, o.r. 100% Silver Tips, u.r. Golden Tips No.2, u.l. Golden Tips No.1

Aber kommen wir zu meinen Proben zurück. Aufgrund der minimalen Informationen zu diesen Tees, entschied ich mich zum einfachen Vergleich der vier im Teatasterset. Nun gibt es unterschiedliche Richtlinien, wie das Cupping von Tees auszusehen hat. Am bekanntesten ist wohl ISO 3103: 2g Tee auf 100ml 100°C heißes Wasser für 6 min. Das ist die traditionellste Methode, die vor allem zum Vergleichen großer Mengen Tee für den Handel eingesetzt wird und für genau dieses Ziel sicher sehr praktisch ist. Für den genussvolleren Vergleich halte ich mich etwas mehr an die Ideen aus dem Tea Cupper’s Notebook von Antonio Moreno Areces. Dort wird unter dem Cupping for more educative purposes vorgeschlagen, die Wassertemperatur und Ziehzeit der Teesorte anzupassen (und maximal zieht da ein Tee 2 min).

Meine Parameter für den Vergleich waren die folgenden:
3g Tee
100ml Wasser
100°C und 1 min für die beiden Schwarztees; 85°C und 2 min für die weißen Tees.

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Aufgegossenes Blatt: l. White Tea, r. 100% Silver Tips
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Aufguss: l. White Tea, r. 100% Silver Tips

Schon beim Öffnen der Packung staunte ich laut „Wow!“ als ich die Silver Tips sah. Da ich zuerst die schwarzen und erst dann die weißen Tees geöffnet hatte (und mir ja bei den Silver Tips nicht so ganz sicher war), ging ich davon aus hier und da ein paar silberne Spitzen zu sehen, eben so wie ein Golden Tip ja auch hier und da ein paar goldene Spitzen hat. Der Geruch war typisch weiß, aber nicht so muffig, wie ich es teilweise schon bei chinesischen weißen Tees erlebt hatte.

Aufgegossen hatte der Silver Tips eine eindeutig hellere Tasse als der White Tea und das zeigte sich auch etwas im Geschmack, wobei beide Tees sehr zart daher kamen. Dummerweise hatte ich die schwarzen Tees vor den weißen probiert. Vielleicht setzte das meiner Zunge daher einen Dämpfer für die feinen Nuancen der weißen Tees auf.

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Aufgegossenes Blatt: l. Golden Tips No.1, r. Golden Tips No.2
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Aufguss: l. Golden Tips No.1, r. Golden Tips No.2

Die beiden schwarzen Tees fand ich sehr beeindruckend. Zum einen waren sie geschmacklich sehr unterschiedlich, zum anderen hatten sie beide so richtig „Bämm!“. Golden Tips No.1 war für einen Schwarztee ziemlich blumig und sehr schön süß. Golden Tips No.2 war eher malzig, erdig, aber ebenfalls angenehm süß und überhaupt nicht bitter. Beide Tees hätten meiner Meinung nach ruhig noch kräftiger sein können, aber mit längeren Ziehzeiten und höherer Dosierung kann ich ja bei den nächsten Malen experimentieren.

White Tea

100% Silver Tips

Golden Tips No.1

Golden Tips No.2

Auf einen Blick:

Typ: Nepal Tee, schwarz, weiß
Ernte: 2016 ?
Kultivar: ?
Herkunft: Ilam ?, Nepal
Pflückung: von Hand
Höhe: > 2000m ?
Röstung: keine
Händler: Pancha Buddha Tea Traders ?
Preis: k.A.

Teetour durch Berlin

Nach langer Zeit stand mal wieder Berlin auf dem Plan. Ursprünglich war ein anderes Teeevent geplant, aber da das ausfiel, plante meine liebe Teefreundin eine Teetour durch Berlin für uns. Einen ganzen Samstag. Tee bis zum Umfallen. Es war ein Traum!

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Um gut gestärkt das Teetrinken zu beginnen, starteten wir mit einem Frühstück im Spreegold. Leider war ich zu beschäftigt und hungrig, um Fotos vom Essen zu machen, auch wenn dieses wirklich sehr lecker war. Zu meinem English Breakfast trank ich einen Green Mango Ice Tea, der Monsieur wählte einen Black Lemon Ice Tea, und meine Teefreundin trank den ersten von insgesamt 4 Matcha Latte, die wir an diesem Tag noch bestellen würden. Das Essen war hervorragend, die Tees alle so naja. Die Eistees waren mit Teebeuteln und irgendwie schmeckten alle Tees nicht besonders stark nach Tee. Aber das macht nichts, schließlich war das Spreegold noch nicht offiziell teil unserer Teetour.

Paper & Tea

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Damit das Oolongchen ein bisschen schlafen konnte, liefen wir vom Spreegold gemütlich zu Paper & Tea. Wer noch ein bisschen Zeit hat, kann auf dem Weg dahin auch noch einen Abstecher ins Tee & Ton machen, oder beim Pan (philippinisches Restaurant) vorbeischauen. Wir kamen auch noch an einer Filiale der Biocompany vorbei, wo ich den Raw Kombucha von ManuTeeFaktur kaufen wollte. Leider, leider war der aber schon alle.

Bei Paper & Tea angekommen, durften wir gleich einen sehr spannenden weißen Tee verkosten: Chikondi Beads aus Malawi. Zum Einen wusste ich bis dahin nicht einmal, dass es afrikanischen weißen Tee gibt, zum Anderen fand ich die zu Kokons gerollten Teeblätter unglaublich faszinierend. Allerdings wollte dieser Tee meine Begeisterung über das Äußere nicht geschmacklich fortführen. Irgendwie kam der nicht so ganz durch. Also, er war auf jeden Fall angenehm und nicht so typisch weißteemuffig, aber so richtig wumms hat es auch nicht gemacht. Ich habe trotzdem hin und her überlegt, ob ich etwas davon mit nach Hause nehmen sollte, da ich nach wie vor die Form der trockenen Teeblätter so schön fand. Als sich das Blatt dann aber auch nach dem dritten Aufguss nicht entrollen wollte, war ich enttäuscht und entschied mich gegen einen Kauf. Überhaupt habe ich noch viel zu viel Tee zu Hause, sodass ich mir als Ziel für die Teetour gesetzt habe: ganz viel Tee trinken, aber nichts mit nach Hause nehmen. Deswegen holte ich mir beim Rausgehen noch eine Matchalimo. Und die musste natürlich gleich probiert werden. Die Zitrone schmeckte ich sofort raus, den Matcha irgendwie ganz wenig. Dabei war die Limo so richtig schön dunkelgrün. Meine Teefreundin fand die Limo super, nur der Monsieur und ich hätten gern noch mehr Matcha geschmeckt. Vielleicht sind unsere Gaumen noch an Japan gewöhnt.

Mamecha

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Vom Paper & Tea ist es nur ein Katzensprung zum Mamecha. Aber wir haben uns auf dem Weg zum Paper & Tea und auch darin so viel Zeit gelassen, dass es schon wieder Mittag war und wir tatsächlich auch Hunger verspürten, als wir das Mamecha betraten. Gut, vorher stöberten wir noch kurz durch den kleinen aber feinen Laden neben dem Restaurant, wo es wirklich allerlei Niedliches aus Japan gibt. Aber auch davon haben wir aus Japan eine Menge mitgebracht. Also, rüber zum Teetrinken und essen. Meine Teefreundin und ich teilten uns eine Kanne Fukamushi (stark gedämpft) Sencha, der sogar mit einer Anleitung für die weiteren Aufgüsse kam. Wirklich sehr schöner Tee. knallegrün und lecker. Ebenso kommt der zweite Matcha Latte des Tages daher. Und auch das Essen, wir hatten japanisches Curry und ein vegetarisches Bento, war super. Pappsatt und sehr zufrieden ging es dann erst einmal auf den Spielplatz gegenüber.

Nannuoshan

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Und dann schlenderten wir gemütlich zum Nannuoshan, ein Teehaus, das wirklich schon lange auf meiner To-Do-Liste stand. Auf dem Weg dahin kamen wir an noch zwei weiteren Teeorten vorbei: 1. dem Chen Che Teehaus, in welches wir nur reinlugten, da wir ja einen straffen Plan hatten, welches aber wirklich ein schönes Ambiente versprach, und 2. der inoffiziellen Botschaft Taiwans, der Bubbletealaden Come Buy. Nur verspürte ich keinerlei Verlangen nach Bubbletea, da ich seit meinem letzten Besuch feststellen musste, dass mein selbstgemachter Bubbletea wirklich um einiges besser schmeckt.

Nachdem wir erst in ein paar andere Höfe lugten und kein Teehaus entdeckten, landetetn wir dann doch in den Heckmann-Höfen, wo ich tatsächlich schon einmal vor fast 10 Jahren während eines Schulausflugs zur Neuen Synagoge, war. Allerdings gab es da das Nannuoshan noch nicht. Und meine Teeliebe steckte noch in Babyschühchen. Auf jeden Fall war das Nannuoshan für mich Liebe auf den ersten Blick: sehr simplistisch eingerichtet mit weißen Teebehältern, die chinesisch beschriftet waren. Und wie ich mich freute, was ich da lesen konnte! Klassiker der chinesischen Teekultur, ergänzt um ein paar Taiwanoolongs und japanische Grüntees. Die Begeisterung ging dann weiter, als die Teekarte zum Vorortgenießen auch die Möglichkeit der Gong-Fu-Zubereitung enthielt. Also bestellten wir einen gelben Tee, den Meng Ding Huang Cha, da ich bisher so selten die Gelegenheit hatte überhaupt gelbe Tees zu trinken, und gongfuten fröhlich auf dem kleinen Bambustischchen vor uns hin. Leider konnte der Tee mich nicht so ganz begeistern und ich ärgerte mich ein bisschen, dass ich nicht einen anderen Tee gewählt hatte. Aber als Ausgleich kaufte ich einige Teeproben (jaja, viel trinken, nichts mitnehmen, ich weiß). Da es als Tagesangebot unter anderem auch einen Matcha Latte gab (der dritte für uns), konnte mein Monsieur nicht wiederstehen. Allerdings war dieser mit Sojamilch und der Sojageschmack doch etwas sehr präsent. All das konnte allerdings nicht meine Freude, ein Stückchen chinesisches Teehaus in Deutschland gefunden zu haben, nehmen. Ich komme auf jeden Fall wieder!

Macha Macha

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Obwohl wir schon nach dem Nannuoshan ordentlich einen im Tee hatten, entschieden wir uns noch einen letzten Abstecher ins Macha Macha zu machen. Das ist zwar etwas abseits der anderen Teeorte gelegen, aber einfach mit der U8 vom Rosenthaler Platz aus zu erreichen, da es ziemlich nah an der U-Bahnhaltestelle Hermannplatz gelegen ist.

Das Wetter war zwar richtig schön, und somit die Außenterrasse bei unserem Eintreffen gut besucht, wir wählten allerdings den geräumigen Tatamiraum weil das die einfachste Lösung mit Kind war. Dachten wir. Denn das Oolongchen entdeckte ganz schnell die Kieselsteine am Fenster und dass die prima in die Schlitze der Lüftungsrinne davor passen. Wir waren also den Rest der Zeit damit beschäftigt, das kleine Sturköpfchen von den Steinen fernzuhalten. Trotzdem schafften wir es so einiges von der Karte zu probieren: Matcha Cheesecake, Matcha Bier, Matcha Latte (der vierte!), Schokoladentrio, Sencha mit Yuzu, und eine Schale Matcha pur. Ich selbst hatte das Schokoladentrio und die Schale Matcha pur. Ich wählte bewusst den teuersten Matcha (8,50 € für eine Schale) und fand den richtig lecker aber nicht megahammerobergeil. Vielleicht waren meine Erwartungen zu hoch. Aber die Schokolade (von nazuna) war super! Die Geschmacksrichtungen waren dunkle Schokolade mit Yuzu, Vollmilch mit Sesam und weiße Schokolade mit Matcha. Die Sesamschokolade war etwas langweilig vom Geschmack her, aber die Yuzuschokolade haute mich komplett um, wobei die Matchaschokolade dicht gefolgt einen guten zweiten Platz belegte. Am Matchabier vom Monsieur konnte ich auch nippen, da es sich um alkoholfreies Bier handelte. Das war zwar richtig schön matchagrün, aber geschmacklich siegte eher das alkoholfreie Weizen. Schade. Auch der Cheesecake hatte ein ähnliches Los: supercheesecakig und schön grün, aber geschmacklich war der Matcha irgendwie im Hintergrund. Matcha Latte konnte ich am Ende des Tages eigentlich nicht mehr sehen, wobei ich ja keinen einzigen bestellt hatte, und nahm auch nur des Tests wegen ein Schlückchen. Joah, wieder Sojamilch. Da knabberte ich lieber genüsslich an meiner Schokolade. Minibiss für Minibiss. Und dann mussten wir das Macha Macha leider fluchtartig verlassen weil das Oolongchen einfach müde war und raus wollte. Nach der Teetour auch kein Wunder. Eigentlich waren wir alle ziemlich platt. Und so glücklich! Ich konnte am Abend sogar ohne Probleme einschlafen!

Damit die Tour noch etwas besser nachzuverfolgen ist, habe ich alle Orte, die wir besucht und gestreift haben mal markiert.

Falls jemand noch andere tolle Teeorte in Berlin kennt, immer her damit. Ein nächstes Mal gibt’s bestimmt.