Matcha vs. gemahlener Sencha Teil 4: Japanischer Soufflé Cheesecake

Es war einmal ein ganz normales Wochenende, an dem ich wie so oft mal wieder einen Kuchen backen wollte. Ich wusste auch genau welchen: einen japanischen Soufflécheesecake. Superfluffiger Cheesecake, der regelrecht auf der Zunge schmilzt. Ein Rezept dafür fand ich auch schnell auf einem meiner liebsten Youtubekanäle für japanische Rezepte: Cooking with Dog. Es war also alles da: Rezept, Zutaten und ganz viel Vorfreude auf den Kuchen. Und dann kam mein Kind. Also musste meine Mitbewohnerin nach dem Youtubevideo den Kuchen an meiner Stelle zubereiten, denn es war ja schon alles geplant. Und das meisterte sie mit Bravur! Ende gute, alles gut: ich bekam lecker fluffigen Cheesecake ins Krankenhaus geliefert und konnte somit meinen heiß ersehnten Kuchen trotzdem genießen.

Da diese Anekdote mittlerweile einige Monate her ist und ich nichts dokumentieren konnte, wurde der Kuchen repliziert. Passend zum Matcha-gemahlener-Sencha-Vergleich gleich mit den beiden Teepulversorten.

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Zutaten

Japanischer Soufflécheesecake mit Grünteepulver (für eine 18cm Springform):

130g Frischkäse (ich habe einfach die im Rezept angegebenen 30g Sour Cream mit Frischkäse ersetzt)
20g Butter
2 Eier
40g Zucker
100ml Milch
20g Mehl
5g Grünteepulver

  1. Eine Springform am Boden mit Backpapier auslegen und von außen mit Alufolie verkleiden
  2. Frischkäse und Butter auf Raumtemperatur kommen lassen und cremig rühren.
  3. Die Eier trennen und die Eigelbe einzeln unter die Frischkäse-Butter-Masse rühren.
  4. Die Milch schwappweise darunter rühren.
  5. Das Mehl mit dem Grünteepulver vermischen, auf die Masse sieben und unterrühren.
  6. Die Eiweiße steif schlagen und nach und nach den Zucker einrieseln lassen.
  7. Dann ein Dritttel des Baisers einfach unter die Frischkäsemasse rühren, den Rest vorsichtig unterheben.
  8. Die vorbereitete Springform in ein tiefes Blech setzen und das Blech mit heißem Wasser auffüllen.
  9. Zuerst 10 Minute bei 160°C, dann weitere 40-50 Minuten bei 150°C backen.
  10. Auf Zimmertemperatur abkühlen lassen und danach für mindestens 3 Stunden im Kühlschrank kühlen.

Für eine 28er Springform habe ich die angegebenen Mengen einfach verdreifacht und für die im Originalrezept angegebene Sour Cream die entsprechende Menge Schmand genommen.

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Pulververgleich: links Sencha, rechts Matcha
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Vor dem Backen: links Sencha, rechts Matcha
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Frisch aus dem Ofen: links Sencha, rechts Matcha

Schon während des Backens fiel mir auf, dass beide Kuchen mit dem Teepulver nicht so stark hochkommen wie der Kuchen meiner Mitbewohnerin ohne. Um diese Theorie zu bestätigen gab es später zusammen mit meiner Schwester noch einen weiteren Backversuch nach Originalrezept ohne Teepulverzusatz. Tatsächlich büßt dieser Soufflécheesecake durch die Zugabe von Tee an Fluffigkeit ein! Es ist mir schon ab und zu mal aufgefallen, dass Matcha die Triebkraft des Teiges etwas zu hemmen scheint, aber so richtig systematisch habe ich das noch nicht weiter untersucht. Außerdem handelte es sich bei den meisten meiner undokumentierten Matchabackversuche um Kuchen mit Hefe oder Backpulver, sodass ich nur bedingt eine gleiche Wirkung beim Trieb durch Ei erwartet hätte. Es gilt also auf jeden Fall: weiter experimentieren und herausfinden, wie ich dieser Triebhemmung eventuell entgegen wirken kann.

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Fertige Kuchen: links Sencha, rechts Matcha

Jetzt aber noch einmal zum bestehenden Vergleich zwischen Matcha und gemahlenem Sencha. Es war echt schwer für mich die Kuchen nach dem Backen noch unterscheiden zu können. Aber da ich beim Herausnehmen der Kuchen aus der Form etwas sehr unvorsichtig war, wusste ich, dass der Kuchen mit dem Abdruch meiner gesamten Handfläche der Matchakuchen war. Um den Abdruck aber für meine Bilder etwas zu kaschieren, bestäubte ich beide Kuchen noch mit etwas Puderzucker und dem jeweiligen Teepulver. Beim Essen nahmen sich beide Kuchen allerdings wirklich nicht viel. Ich bin sogar der Meinung, dass der einzige Geschmacksunterschied durch den darübergestäubten Tee kam. Doch so schön beide Kuchen in ihrer Farbe waren, so unspektakulär war ihr Geschmack. Ja, beide schmeckten schon nach Grüntee, aber so richtig beeindruckt hat mich das nicht. Irgendetwas fehlte, um dem Grüntee so richtig zum Scheinen zu verhelfen. Irgendwo (ich kann mich wirklich nicht mehr erinnern) hatte ich mal gelesen, dass es helfen könnte weiße Schokolade mit einzuarbeiten, weil die Süße der Schokolade gut der leichten Bitternote des Grüntees entgegenwirken könne. Und tatsächlich hatte ich in früheren undokumentierten Matchabackversuchen oft auch weiße Schokolade im Spiel. Meist aber nur, weil das Rezept es so vorsah.

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Cheesecake nach Originalrezept
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Aufgeschnittener Cheesecake nach Originalrezept

Da die Grünteevarianten dieses superfluffigen Kuchens, nach dessen Geschmack ich mich so lange geseht hatte, nicht befriedigen konnten, musste später einfach noch eine ursprüngliche Variante her. Zwar größer als im Originalrezept, dafür aber geschmacklich genau so, wie ich es wollte. Sehr lecker. Sehr fluffig. Sehr cheesecakig.

Schlussendlich bekommt also weder der Sencha noch der Matcha in dieser Runde einen Punkt. Der Punktestand ist demnach derselbe wie zum Ende der dritten Runde:

Matcha 4 : 3 Sencha

Matcha vs. gemahlener Sencha Teil 3: Noch mehr Eistee

Der Matcha-vs.-gemahlener-Sencha-Kampf geht in die nächste Runde. Und da es so heiß ist (und mir das Unentschieden von der letzten Runde nicht so richtig Ruhe ließ) geht es zunächste weiter mit Eistee. Diesmal gibt es einen heiß aufgegossenen und dann ratzfatz in Eiswürfeln abgekühlten Zitroneneistee, den ich mit selbstgemachtem Holunderblütensirup gesüßt habe und einen Eismilchtee.

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Vorbereitete Gläser mit Zitronenschreiben, Holunderblütensirup und Eiswürfeln
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Fertiger Eistee: links Sencha, rechts Matcha

Für den Zitronen-Holunderblüten-Eistee schüttelte ich beide Tees mit etwa 150ml 60°C heißem Wasser auf und goß dann das Ganze sofort über das im Glas vorbereitete Eis. Meine Bedenken, dass der Tee nicht komplett kalt werden würde, waren unbegründet. Dadurch, dass das Wasser ja eh schon nicht so heiß war, reichten die Eiswürfel locker aus, um alles eiskalt fertig zu machen. Da bei den zwei Eisteevarianten im letzten Post die Dosierung von 1 TL (ca. 5g) für den Sencha einmal zu stark und 1/2 TL (ca. 2-3g) für den Matcha einmal zu schwach war, entschied ich mich bei diesem Eistee für etwa 3/4 (ca. 4g) TL Pulver.

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Fertiger Eistee: links Sencha, rechts Matcha

Geschmacklich kamen beide Teesorten gut zur Geltung. Der Sencha war nicht zu stark, der Matcha war nicht zu schwach. Aber ich kann es frei heraus sagen: es gab diesmal einen ganz klaren Favoriten. MATCHA! Boah, ich war schon ziemlich geflasht als ich den ersten Schluck vom Matchaeistee nahm. Sehr lecker! Wieder ist es der runde Geschmack des Matchas, der mich voll und ganz überzeugt. Das leicht Grasige vom Sencha kann da leider nicht mithalten. Das heißt nicht, dass der Senchaeistee nicht schmeckt. Er schmeckt nur einfach nicht so dermaßen gut wie der Matcha!

Kommen wir nun aber noch zu einer etwas anderen Eisteevariante: Eismilchtee. Dass ich ja auf Milchtee stehe, konnte sicher schon dem einen oder anderen Blogbeitrag entnommen werden. Meist ist das bei mir Assam. Aber auch Matcha lässt sich prima vermilchteen. Daher also die Frage: Kann da der gemahlene Sencha mithalten? Und wie kommen die beiden Tees mit dem Vanilleeis obenauf so klar?

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Eismilchtee von oben: links Sencha, rechts Matcha

Aus Schnelligkeitsgründen schüttelte ich hier die Tees wieder kalt. Beide bekamen einen vollen TL (ca. 5g) Teepulver und einige Schlücke Wasser zum Vorschütteln und dann etwa 150 ml kalte Milch zum Fertigschütteln. Möglicherweise hätte ich vielleicht warmes oder heißes Wasser nehmen sollen, denn der Matcha hatte einige Löseschwierigkeiten. Der Sencha dagegen kam klumpfrei daher. Da das Vanilleeis süß genug war, gab ich in die Milchtees keine weitere Süße. Aber irgendwie war unser Vanilleeis viel zu weich. Das floss regelrecht in die Milchtees. Fand ich nicht ganz so toll.

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Fertiger Eismilchtee: links Sencha, rechts Matcha

Aber wie sieht es denn nun geschmacklich aus? Joah. Hm. Naja. Irgendwie sind beide nicht so prall. Liegt das am kalten Aufschütteln? Oder am seltsamen Vanilleeis? Hätte ich doch noch mehr Süße in die Getränke geben sollen? Keine Ahnung. Weder der Sencha noch der Matcha konnte mich so richtig begeistern. Kein Sieger in diesem Vergleich also.

Der Punktestand bisher:

Matcha 4:3 Sencha

Matcha vs. gemahlener Sencha Teil 2: Eistee

Nach dem ersten Basisvergleich von Matcha und gemahlenem Sencha geht es nun sofort zum Eistee, da das Wetter einfach nach Eistee schrie. Das Tolle an Grünteepulver ist beim Eistee, dass nichts abgegossen werden muss, sondern der Tee einfach so wie er ist mit den jeweiligen Eisteezutaten kombiniert werden kann. Um gleichzeitig auch die Kaltlösefähigkeit meiner beiden Pulvertees zu testen bereitete ich meine Eistees auch stets komplett mit kaltem Wasser zu. Es ist aber natürlich auch möglich den Matcha und Sencha mit warmen Wasser aufzugießen und den Tee dann durch Eiswürfel runterzukühlen. Ein Matcha-Eistee-Rezept mit dieser Methode, das mich auch zu der Eisteevariante mit Erdbeeren inspirierte, hatte ich bei Ganz und gar saisonal gesehen. Während dort mit einem Teelöffel Matcha auf 1 l Wasser gearbeitet wird, geht es hier schon etwas härter zu. Da ich ehrlich gesagt nicht so recht wusste, wie ich meine Dosierung ansetzen sollte, verwendete ich bei meinem ersten Eisteedurchlauf je 1 TL Matcha und Sencha auf je 150 ml kaltes Wasser. Das knallt durch macht wach!

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Pulververgleich: links Sencha, rechts Matcha
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Geschüttelter Tee: links Sencha, rechts Matcha

Um mir meine Eisteezubereitung so weit es geht zu vereinfachen, füllte ich Tee und Wasser in eine Flasche und schüttelte beides (natürlich mit Deckel) bis der Tee sich gut gelöst hatte. Und dann wurde der schön aufgeschäumte Tee einfach in die vorbereiteten Gläser geschüttet. Beim ersten Versuch wurde es ein einfacher Zitroneneistee mit Rohrohrzucker.

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Vorbereiteter Zitroneneistee
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Fertiger Eistee: links Sencha, rechts Matcha

Wie schon beim Basisvergleich sind Sencha und Matcha auch beim Zitroneneistee farblich leicht voneinander zu unterscheiden: der Sencha etwas gelblich, der Matcha mit hellgrünem Schaum und schön dunkelgrüner Farbe.

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Fertiger Eistee: links Sencha, rechts Matcha

Als ich dann den ersten Schluck aus dem Senchaeisteeglas nahm, war mein erster Gedanke: „Wow, ein ganzer Teelöffel ist wohl doch etwas viel!“. Beim Matchaeistee dagegen empfand ich die Stärke als sehr angenehm. Trotz möglicher Überdosierung schmeckte der Matcha in keinster Weise bitter, sondern sehr rund. Ich war beeindruckt! Zwar hatte ich erwartet, dass der Matcha bei zusätzlichen Aromen, wie in diesem Fall Zucker und Zitrone schnell übertüncht und somit geschmacklich ausgeknockt wird, aber wie sich zeigte behält er seine Ausgewogenheit im Geschmack selbst dann bei. Beim Zitroneneistee also ein klarer Sieg für den Matcha.

Als Rückrundenchance für den Sencha entschied ich mich danach noch zu einer niedriger dosierten Eisteevariante, diesmal mit frischen Erdbeeren statt Zitronen. Dabei achtete ich auch darauf, dass die Erdbeerstückchen klein genug für meine Bubbleteastrohhalme geschnitten waren, sodass ich gleich Eistee mit Fruchttopping genießen konnte. Und anstelle eines ganzen Teelöffels Teepulver verwendete ich diesmal nur einen halben Teelöffel auf 150 ml Wasser.

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Vorbereiteter Erdbeereistee
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Fertiger Erdbeereistee: links Sencha, rechts Matcha

Das erste, was mir auffiel war die Abwesenheit von Schaum beim Schütteln der Tees. Mehr Teepulver = mehr Schaum? Als zweites fiel mir der Farbunterschied zum ersten Eisteeversuch auf. Zwar ist der Sencha nach wie vor gelblicher als der Matcha, aber beide Tees wirken von der Farbe her nicht mehr so satt.

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Fertiger Eistee: links Sencha, rechts Matcha

Geschmacklich war der Sencha in dieser Variante um einiges angenehmer als in der hochdosierten Version. Der Matcha dagegen kam geschmacklich gar nicht so richtig zum Vorschein. Aha! Bei niedriger Dosierung kann meine Hypothese also doch bestätigt werden. Dazu kommt auch noch, dass die Erdbeeren wesentlich weniger stark den gesamten Eistee aromatisierten als die Zitronen. Sprich, der Matcha hätte mit den Erdbeeren eigentich ein leichteres Spiel haben müssen. In diesem Sinne gewinnt bei niedriger Dosierung der Sencha die Runde.

Als Fazit können wir also ziehen: bei hoher Dosierung schlägt der Matcha den Sencha um Meilen, bei niedriger Dosierung ist von seinem angenehmen runden Geschmack allerdings nichts mehr zu schmecken. Der Sencha dagegen bieten mit seinem eher herberen Grünteearoma auch bei niedriger Dosierung Früchten und Zucker gut Paroli, wird bei zu hoher Dosierung allerdings unangenehm bitter.

In diesem Sinne: nach anfänglicher Führung in der zweiten Runde, holt der Sencha in der dritten Runde zum erneuten Unentschieden auf.

Matcha 3 : 3 Sencha.