Eigenwerbung: Teeveranstaltungen im Februar

Ich habe festgestellt, dass ich wohl öfter meine Werbetrommel schlagen sollte. Denn trotz Interesse an meinen Teekursen, fielen die meisten aus, da die Mindestteilnehmerzahl oft nicht erreicht werden konnte. Das finde ich wirklich schade und würde am liebsten für jeden Einzelnen private Teesessions anbieten, aber das geht logistisch und zeittechnisch leider auch nicht. Deswegen stelle ich jetzt einmal kurz meine Teeveranstaltungen für Februar vor.

Edit 04.02.2018: Einführung in die Welt des Tees fällt leider aus.

An der VHS Bremen

Für das Frühjahrssemester der VHS Bremen habe ich wieder allerlei leckere Seminare im Angebot. Doch den Anfang macht meine „Einführung in die Welt des Tees“, in welcher über drei Donnerstage unoxidierte (also grüne und weiße Tees), teiloxidierte (Oolongs) und volloxidierte sowie postfermentierte Tees (Schwarztee und Pu Erh) kennengelernt werden können. Das ist eines meiner liebsten Seminare, da durch die mehrwöchige Aufteilung des Unterrichts, viele Teilnehmende sich intensiver mit Tee beschäftigen können und nach und nach viele Fragen stellen können, die nicht innerhalb von drei Stunden aufkommen. Alle Tees bereite ich traditionell zu, d.h. japanische Grüntees werden japanisch aufgegossen, chinesische Tees nach der Gong Fu Methode, taiwanesische Oolongs nach der Art, wie ich es von meinem Teelehrer gelernt habe und Schwarzteeklassiker wie Darjeeling und Assam bekommen feinstes Sonntagsnachmittagsteeporzellan zu sehen. Darüber hinaus gebe ich Tipps, wie man guten Tee erkennt und wo es meiner Meinung nach richtig leckeren Tee zu kaufen gibt. Dabei bin ich komplett händlerunabhängig und empfehle nur das, was ich auch selbst mag.

Die Anmeldung über den Kurs erfolgt direkt bei der VHS Bremen.

Die Kursdaten im Überblick:

08.02./15.02./22.02.2018 (Do)
18:00 – 21:00 Uhr

VHS im Bamberger, Lehrküche
42 € zzgl 15 € Zusatzkosten

Weitere Kurse im Frühjahrssemester der VHS Bremen sind auch auf meiner Seite zu den Teeveranstaltungen zu finden.

Chinesisches Neujahr an der Universität Bremen

Schon seit Februar 2013 habe ich einen kleinen Teestand bei der alljährlichen chinesischen Neujahrsfeier der Hua Wei Chinesischschule Bremen e.V., da meine Chinesischlehrerin die Hauptorganisatorin dieser Veranstaltung ist. Ich liebe diese Neujahrsfeier, weil sie wie eine kulturelle Insel plötzlich komplett chinesisch ist und ich nicht nur meinen Tee unter die vielen interessierten Leute bringen kann, sondern darüber hinaus auch an meinem Chinesisch arbeiten kann. Außerdem ist es schön, dass diese Veranstaltung für jeden offen und kostenlos ist. Manche Aktivitäten, und natürlich das viele leckere Essen, kosten ein bisschen Geld, aber alles geht dem Verein zugute. Ich biete meinen Tee auf Spendenbasis an: wem es geschmeckt hat, der darf gerne etwas spenden; wer nicht kann oder will, muss nichts geben. Alle meine Einnahmen spende ich im Anschluss ebenfalls an den Verein.

18.02.2018 (So.)
13:30 – 17:30 Uhr
GW1 Universität Bremen
kostenlos

Also, kommt vorbei, trinkt ein bisschen Tee mit mir und taucht ein in die vielfältige Welt des Tees. Ich freu mich auf jeden Fall.

 

Matcha Me Teil 1

Dass ich in letzter Zeit nur noch sehr unregelmäßig zum Schreiben gekommen bin liegt nicht nur am Oolongchen, sondern auch daran, dass wir seit gut einer Woche als Familie Urlaub machen. Und natürlich machen wir das in einem Teeland: Japan! Schon lange hegte ich den Traum endlich in das Land, wo Sencha und Matcha in Hülle und Fülle zu finden sind, zu fahren. Elternzeit macht’s möglich: einen Monat Teeurlaub!

Doch kaum in Japan angekommen, stelle ich so langsam aber sicher fest, dass Tee gar nicht so stark in den Alltag integriert wird, wie ich es mir so vorgestellt hatte. Klar gibt es Tee. Aber häufig ist der kalt und in Plastikflaschen. Zwar schmeckt der gar nicht so übel da er im Gegensatz zu Taiwan sehr oft ungesüßt ist, aber so ganz das Wahre ist abgefüllter Tee dann doch nicht.

Wo allerdings viel Tee, vor allem Matcha, zu finden ist, ist in Süßigkeiten und Snacks. Deswegen haben der Monsieur und ich das Projekt „Matcha Me“ gestartet, welches eigentlich nur darin besteht einen für uns noch unbekannten Snack mit Matcha zu finden und den zu essen. Da unser Urlaub ja erst begonnen hat und das Projekt deswegen noch läuft, werde ich eine kleine Reihe starten und immer mal berichten, was wir entdeckt haben.

Hier also Teil 1 von „Matcha Me“:

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Nr. 1: Dars Uji Matcha (Schokolade mit Matchafüllung)
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Nr. 2: Matchamochi mit Ankofüllung und Kinakopulver
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Nr. 3: Matcha Latte von Tully’s Coffee
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Nr. 4: Pocky Matcha (extra stark)
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Nr. 5: Kit Kat Matcha (extra stark)
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Nr. 6: Frozen Matcha Latte von Seattle’s Best Coffee
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Nr. 7: Uiro mit Matcha und rote Bohnen
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Nr. 8: meiji Schokokekse mit Matchacreme
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Nr. 9: Kartoffelchips mit Matchaschokolade
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Nr. 10: Matchaeissandwich mit schwarzem Zuckersirup

Matcha Me Teil 2

Matcha Me Teil 3

Matcha Me Teil 4

Matcha vs. gemahlener Sencha Teil 2: Eistee

Nach dem ersten Basisvergleich von Matcha und gemahlenem Sencha geht es nun sofort zum Eistee, da das Wetter einfach nach Eistee schrie. Das Tolle an Grünteepulver ist beim Eistee, dass nichts abgegossen werden muss, sondern der Tee einfach so wie er ist mit den jeweiligen Eisteezutaten kombiniert werden kann. Um gleichzeitig auch die Kaltlösefähigkeit meiner beiden Pulvertees zu testen bereitete ich meine Eistees auch stets komplett mit kaltem Wasser zu. Es ist aber natürlich auch möglich den Matcha und Sencha mit warmen Wasser aufzugießen und den Tee dann durch Eiswürfel runterzukühlen. Ein Matcha-Eistee-Rezept mit dieser Methode, das mich auch zu der Eisteevariante mit Erdbeeren inspirierte, hatte ich bei Ganz und gar saisonal gesehen. Während dort mit einem Teelöffel Matcha auf 1 l Wasser gearbeitet wird, geht es hier schon etwas härter zu. Da ich ehrlich gesagt nicht so recht wusste, wie ich meine Dosierung ansetzen sollte, verwendete ich bei meinem ersten Eisteedurchlauf je 1 TL Matcha und Sencha auf je 150 ml kaltes Wasser. Das knallt durch macht wach!

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Pulververgleich: links Sencha, rechts Matcha
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Geschüttelter Tee: links Sencha, rechts Matcha

Um mir meine Eisteezubereitung so weit es geht zu vereinfachen, füllte ich Tee und Wasser in eine Flasche und schüttelte beides (natürlich mit Deckel) bis der Tee sich gut gelöst hatte. Und dann wurde der schön aufgeschäumte Tee einfach in die vorbereiteten Gläser geschüttet. Beim ersten Versuch wurde es ein einfacher Zitroneneistee mit Rohrohrzucker.

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Vorbereiteter Zitroneneistee
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Fertiger Eistee: links Sencha, rechts Matcha

Wie schon beim Basisvergleich sind Sencha und Matcha auch beim Zitroneneistee farblich leicht voneinander zu unterscheiden: der Sencha etwas gelblich, der Matcha mit hellgrünem Schaum und schön dunkelgrüner Farbe.

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Fertiger Eistee: links Sencha, rechts Matcha

Als ich dann den ersten Schluck aus dem Senchaeisteeglas nahm, war mein erster Gedanke: „Wow, ein ganzer Teelöffel ist wohl doch etwas viel!“. Beim Matchaeistee dagegen empfand ich die Stärke als sehr angenehm. Trotz möglicher Überdosierung schmeckte der Matcha in keinster Weise bitter, sondern sehr rund. Ich war beeindruckt! Zwar hatte ich erwartet, dass der Matcha bei zusätzlichen Aromen, wie in diesem Fall Zucker und Zitrone schnell übertüncht und somit geschmacklich ausgeknockt wird, aber wie sich zeigte behält er seine Ausgewogenheit im Geschmack selbst dann bei. Beim Zitroneneistee also ein klarer Sieg für den Matcha.

Als Rückrundenchance für den Sencha entschied ich mich danach noch zu einer niedriger dosierten Eisteevariante, diesmal mit frischen Erdbeeren statt Zitronen. Dabei achtete ich auch darauf, dass die Erdbeerstückchen klein genug für meine Bubbleteastrohhalme geschnitten waren, sodass ich gleich Eistee mit Fruchttopping genießen konnte. Und anstelle eines ganzen Teelöffels Teepulver verwendete ich diesmal nur einen halben Teelöffel auf 150 ml Wasser.

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Vorbereiteter Erdbeereistee
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Fertiger Erdbeereistee: links Sencha, rechts Matcha

Das erste, was mir auffiel war die Abwesenheit von Schaum beim Schütteln der Tees. Mehr Teepulver = mehr Schaum? Als zweites fiel mir der Farbunterschied zum ersten Eisteeversuch auf. Zwar ist der Sencha nach wie vor gelblicher als der Matcha, aber beide Tees wirken von der Farbe her nicht mehr so satt.

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Fertiger Eistee: links Sencha, rechts Matcha

Geschmacklich war der Sencha in dieser Variante um einiges angenehmer als in der hochdosierten Version. Der Matcha dagegen kam geschmacklich gar nicht so richtig zum Vorschein. Aha! Bei niedriger Dosierung kann meine Hypothese also doch bestätigt werden. Dazu kommt auch noch, dass die Erdbeeren wesentlich weniger stark den gesamten Eistee aromatisierten als die Zitronen. Sprich, der Matcha hätte mit den Erdbeeren eigentich ein leichteres Spiel haben müssen. In diesem Sinne gewinnt bei niedriger Dosierung der Sencha die Runde.

Als Fazit können wir also ziehen: bei hoher Dosierung schlägt der Matcha den Sencha um Meilen, bei niedriger Dosierung ist von seinem angenehmen runden Geschmack allerdings nichts mehr zu schmecken. Der Sencha dagegen bieten mit seinem eher herberen Grünteearoma auch bei niedriger Dosierung Früchten und Zucker gut Paroli, wird bei zu hoher Dosierung allerdings unangenehm bitter.

In diesem Sinne: nach anfänglicher Führung in der zweiten Runde, holt der Sencha in der dritten Runde zum erneuten Unentschieden auf.

Matcha 3 : 3 Sencha.