Vergessene Tees: Fushou Lishan Hochgebirgsoolong (福壽梨山茶)

Als ich für eine Teeveranstaltung für Slow Food Bremen meine Tees zusammen suchte, ging ich sämtliche meiner Teelager durch. Insgesamt habe ich nur zwei davon, eins mit geöffneten Tees, eins mit ungeöffneten Tees. Aber jedes dieser Teelager kann noch weiter unterteilt werden in Tees, von denen ich genau weiß, dass sie existieren und solche, die ich längst vergessen habe. Letztere sollen jetzt in meiner neuen losen Serie „Vergessene Tees“ ihre Chance auf die Rückkehr in mein Gedächtnis bekommen. Es handelt sich also nicht um seltene Teesorten oder besondere Raritäten, sondern ganz einfach Tees, die mir seit einiger Zeit wieder mal in die Hand und dann in die Teekanne gefallen sind.

Den Anfang dieser Reihe macht ein Hochgebirgsoolong. Als ich die Packung in der Hand hielt, dachte ich zunächst das wären noch die Überreste eines mit Ginseng aromatisierten Oolongs von 2009. Aber die Beschriftung sagte klar 梨山茶 (Lishan Tee). Und prompt fiel mir wieder ein, wie ich in den Besitz diesen Tees gekommen bin. Bei meiner Reise nach Taiwan 2015, überredete mich mein Teelehrer dazu, doch mal diesen Hochgebirgsoolong zu probieren. Kaum hatte er Hochgebirgsoolong gesagt, klingelten bei mir schon die Alarmglocken (so wie beim Dong Ding auch). Denn seit ich die Umweltschäden durch den Teeanbau auf Alishan mit eigenen Augen gesehen habe, weigere ich mich Tee von dort zu trinken. Mein Teelehrer merkte das und versicherte mir, dass das im Gebiet des Lishan nicht so sei. Zwar klingen Alishan und Lishan sehr ähnlich, doch während Alishan in der Region Chiayi (Süden) liegt, liegt der Lishan in Taichung (Mitte). Und überhaupt ist der nicht mit einem Alishanhochgebirgstee zu vergleichen.

20170117_lishan1Das trockene Blatt besteht aus ziemlich großen Kügelchen, die schon von der Farbe einen eher grünen Oolong erwarten lassen. An diesem Punkt der Wiederentdeckung meines vergessenen Tees wurde ich etwas skeptisch. Ob das was wird mit mir und dem Lishanoolong? Hinzu kam auch die Frage nach dem passenden Teegeschirr. Da ich so gut wie keine Hochgebirgsoolongs trinke, habe ich dafür auch nicht sofort ein Aufgussgefäß parat. Aber hey, probieren wir es doch mal mit dem Tongaiwan. Der hat in letzter Zeit wenig Tee gesehen.20170117_lishan220170117_lishan4Insgesamt war die Entscheidung für den Tongaiwan auch echt gut. Der Tee wurde ganz wunderbar! Ich war regelrecht begeistert. Nix da mit federleichtem Hochgebirgstee, der hatte richtig Wumms! Allerdings kann das auch an der Menge der Teeblätter gelegen haben. Denn aufgrund der Kügelchen habe ich mich dermaßen verschätzt, dass schon nach zwei Aufgüssen mein Gaiwan fast nur noch mit Teeblättern gefüllt war. Nichtsdestotrotz war eine gewisse Frische und Blumigkeit vorhanden.

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Dann war da aber auch noch diese angenehme Herbe, die mich schon beim Trinken dazu inspirierte Teegelee machen zu wollen. Bisher hatte ich schon einmal Jinxuanteegelee gemacht. Aber Lishanteegelee war noch besser. Wenn sich meine Erinnerung an den Jinxuan überhaupt damit vergleichen lässt.20170117_lishan7

Auf einen Blick:

Fushou Lishan Hochgebirgstee
Herkunftsort: Fushou Shan, Taichung, Taiwan
Erntezeitpunkt: 2015
Kultivar: Qingxin Oolong (?)
Typ: leicht fermentierter, nicht gerösteter Oolong
Bio-Zertifikat: nein
Preis (€/1oog): k.A.

Ungefüllte Tangyuan zweifarbig (雙色湯圓)

Eigentlich wollte ich diesen Beitrag zur Wintersonnenwende veröffentlichen. Daraus wurde nichts. Aber besser spät als nie. Und die nächste Wintersonnenwende kommt bestimmt.

Auch dieses Rezept gehört zu meinem VHS Kurs zu Süßigkeiten zum und mit Tee. Damit ist die Reihe dann aber abgeschlossen. Und ich kann auch mal wieder über Tee schreiben.

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Trockene Zutaten: Klebreismehl mit Schwarzteepulver links und mit gemahlenem Sencha rechts

Tang Yuan:

100g Klebreismehl
1 EL Teepulver
40g heißes Wasser
40g kaltes Wasser
Rohrohrzucker und Ingwer nach Belieben für den Sirup

  1. Das Klebreismehl mit dem Teepulver vermengen, das heiße Wasser dazu geben und umrühren.
  2. Das kalte Wasser dazugeben und zu einem Teig kneten.
  3. Den Teig zu einem Strang von etwa 1cm Durchmesser rollen, Stückchen von 1cm abtrennen und zu Bällchen rollen.
  4. In einem Topf ausreichend Wasser zum Kochen bringen und die Bällchen kochen bis sie an der Wasseroberfläche schwimmen.
  5. Rohrohrzucker und Ingwer in Wasser aufkochen und etwa 10 min ziehen lassen.
  6. In Sirup servieren.
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Teigwürstchen
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Rohe Tangyuan
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Fertige Tangyuan

 

Tarobällchen und ähnliche aus Kürbis, Süßkartoffel und Urmöhre (芋圓,南瓜圓,地瓜圓,紫色胡蘿蔔圓)

Wie im letzten Beitrag angekündigt, fehlen noch ein paar Rezepte aus meinem VHS Kurs. Allerdings bin war ich in letzter Zeit der Adventszeit so mit der Weihnachtsbäckerei beschäftigt, dass ich ständig überlegt habe eher davon zu berichten. Dann wiederum fand ich das aber den Tarobällchen sehr ungerecht gegenüber, sodass sie nach langem Hin und Her nun endlich ihren Weg in die Blogosphäre schaffen sollen (Nach über 2 Monaten…). Immerhin sind sie doch so schön bunt.

Das erste Mal aß ich Tarobällchen 2011 in Jiufen (九份), einem sehr niedlichen kleinen Touristenstädtchen nordöstlich von Taipei, dass berühmt für diese kleinen Glibberbissen ist. Da es diese Bällchen fast an jeder Ecke roh und auch schon fertig zubereitet zu futtern gab, kam ich irgendwie nie auf die Idee sie selbst zu machen. Aber für meinen Kurs wollte ich es wagen. Und siehe da: fast jedes chinesische Rezept, dass ich bei meiner Suche fand, verwendete nur Taropüree und Stärke für den Hauptteig, um das Ganze dann in Wasser zu garen. Einfacher geht es ja fast nicht mehr. Allerdings hatte ich ganz schön an dem Stärkeproblem zu knabber. Ich glaube, ich habe darüber schon einmal in meinem Bubbleteabubblebeitrag geschrieben: es herrscht eine unglaubliche Uneinigkeit bei der Bezeichnung von Stärken im Chinesischen. Noch schlimmer wirds beim Übersetzen. In vielen Rezepten wird Tai Bai Fen (太白粉) verwendet. Diese Stärke ist sehr taiwanesisch und wird oft in taiwanesischen Rezepten verwendet. Als ich im Asialaden nachfragte, was Tai Bai Fen genau sei, antwortete mir die Verkäuferin (wahrscheinlich Chinesin?), es sei das gleiche wie Di Gua Fen (地瓜粉). Hm. Das wäre Süßkartoffelstärke oder Kartoffelstärke, je nachdem. Auf jeden Fall kaufte ich mir dann Tai Bai Fen aus Taiwan. Um sicher zu sein.

Nun aber zum eigentlichen Rezept:

Yu Yuan:

200g Taro (oder Kürbis oder Möhre oder Süßkartoffel)
50g Tai Bai Fen (Tapiokastärke) (eventuell mehr je nach Gemüseart)
Rohrohrzucker und Ingwer nach Belieben für den Zuckersirup

  1. Gemüse schälen, schnippeln und ca. 20 min weich dämpfen.
  2. Weiches Gemüse mit einer Gabel zerdrücken.
  3. Püree etwas abkühlen lassen und mit der Stärke zu einem glatten Teig vermengen. Wenn der Teig zu sehr klebt, einfach etwas mehr Stärke nehmen. Gerade beim Kürbis hatte ich das Problem, dass die Konsistenz nur durch viel viel Stärke so ähnlich wie die Tarobällchen wurde. 
  4. Den Teig zu einem Strang von etwa 1cm Durchmesser ausrollen und kleine Stückchen von 1cm abtrennen.
  5. In einem Topf ausreichend Wasser zum Kochen bringen und die Stückchen kochen bis sie an der Wasseroberfläche schwimmen.
  6. Für den Sirup den Zucker und Ingwer in Wasser aufkochen und etwa 10 min ziehen lassen. Lieber den Sirup etwas zu süß ansetzen, da die Bällchen komplett ungesüßt sind.
  7. In Sirup servieren.

 

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Fertige Bällchen

Da aus den angegebenen Mengen ziemlich viele Bällchen entstehen, kann man alles was zu viel ist, einfach noch roh einfrieren und dann bei Bedarf kochen.

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Tiefgefrorene Bällchen

Und nach den vielen schönen bunten Bilder jetzt der Disclaimer: Ich muss wahrscheinlich noch ein bisschen experimentieren, aber so richtig richtig begeistert haben mich meine Bällchen nicht. Und auch meine Kursteilnehmer fanden die Glibberdinger nur so naja. Kommt auch mal vor.