Heidelbeer-Marzipan-Kuchen mit Knusperstreuseln

Vor etwa zwei Monaten habe ich zwei Bücher vorbestellt, die eine Neuauflage für August vorgesehen hatten. Eines dieser Bücher ist „Das große Buch vom Backen“ der Teubner Edition. Schon sehr lange hatte ich dieses Buch im Blick gehabt, aber mal eben 70€ für ein Backbuch ausgeben ist doch schon etwas heftig. Doch als ich erfuhr, dass die Neuauflage nur noch 29,99€ kostet, musste ich einfach zuschlagen. Nach wie vor weiß ich nicht, warum die Neuauflage so viel günstiger ist als die alte Auflage, da laut Verlagsangaben die gleichen Inhalte vorhanden sein sollen. Ist ja auch egal. Auf jeden Fall habe ich jetzt wieder eine ganze Menge Kuchen nachzubacken. Und schön komplizierte!

Nach einem ersten Durchblättern blieb ich sofort beim Heidelbeer-Marzipan-Kuchen mit Knusperstreuseln hängen: ein sozusagen klassischer Streuselkuchen mit einigen kleinen Twists. Sehr schön! Außerdem hatten wir noch eine ganze Menge Blaubeeren im Kühlschrank, die ganz ungelduldig auf ihre Verarbeitung warteten.

Frische Blaubeeren
Frische Blaubeeren

Die Twists, die diesen klassischen Streuselkuchen für mich interessant machen, sind:

  • zwei aufeinander aufbauende Böden: ein Mürbeteig und ein Marzipanrührteig
  • das stufenweise Backen der einzelnen Komponenten
  • und die kalte, ungekochte Blaubeer-Gelee-Füllung

Da ich mich diesmal wirklich wirklich wirklich komplett an das Rezept gehalten habe, werde ich es hier nicht abdrucken.

Die einzelnen Komponenten des Kuchens
Die einzelnen Komponenten des Kuchens

Im Grunde ist die Zubereitungsabfolge: Holundersaftgelee zubereiten, Mürbeteig backen, Marzipanrührteig auf dem Mürbeteig backen, Streusel extra backen, Blaubeeren und Gelee auf dem Marzipanrührteig verteilen und mit Streuseln bedecken.

Insgesamt ein Kuchen, wie ich ihn wirklich gerne backen mag: mehrere Komponenten, die jede für sich gesehen, nicht viele Zutaten haben, trotzdem aber einiges an Zuwendung und Zeit benötigen.

Fertiger Kuchen
Fertiger Kuchen

Und auch geschmacklich ist das wirklich ein toller Kuchen! Für meinen Geschmack ein Mühchen zu süß, wahrscheinlich auch durch die Marzipanrohmasse, aber insgesamt eine sehr runde Kombination. Ich bin begeistert!

Serviervorschlag
Serviervorschlag

Nach diesem Anfangserfolg bin ich jetzt schon voll gespannt auf die kommenden Kuchen aus meinem neuen Buch. Es gibt da wirklich so einige Sachen, die mich sehr ansprechen.

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Erdbeercheesecake (NY Strawberry Cheesecake)

Nachdem es beim Marktstand des Vertrauens einfach keinen Rhabarber mehr gab (und das früh um 10 schon!) und ich hier sowieso schon zwei leckere Rhabarberkuchen vorgestellt hatte, wurde es Zeit einer weiteren saisonalen Frucht Anerkennung zu schenken: die Erdbeere. 20150523_StrawberryCheesecake1

Zum Glück hatte der Markstand des Vertrauens noch genug Erdbeeren, sodass ganz schnell beschlossen wurde, dieses Mal gibt es einen Cheesecake mit Erdbeersoße. Denn Cheesecake ist super, Erdbeeren sind super, wie kann da nichts Tolles draus werden?

Da der Monsieur und ich ziemliche Käse/Quarkkuchen/Cheesecakeliebhaber sind, habe ich begonnen, die unterschiedlichsten Varianten davon zu backen. Zum einen, um natürlich besonders viele Kuchen dieser Art essen zu können, zum anderen aber auch, um Unterschiede feststellen zu können, die eine Typologie begünstigen könnten. (Ja, da freut sich die Linguistin in mir: Lasst uns kategorisieren und Typologien aufstellen!) Der Grund für diese Typologiesache ist aber durchaus aus der Praxis heraus entstanden: Oft kommen auch Gäste aus den unterschiedlichsten Ländern zum Kuchenessen und auf Englisch wird ein Quark- oder Käsekuchen ganz schnell zum Cheesecake. Dabei wird der im Englischen als Cheesecake bezeichnete Kuchen oft ganz anders zubereitet als ein Quarkkuchen oder ein Käsekuchen. Kurzum, was als Übersetzungsäquivalent verwendet wird, bereitet Probleme beim Erklären lokaler Varianten ähnlicher Kuchen. Zu diesem Thema sollte ich vielleicht mal einen extra Beitrag verfassen, denn ich scheine mich hier ein bisschen zu verrennen. Naja, auf jeden Fall handelt es sich hier um einen Cheesecake, nicht um einen Käsekuchen.20150523_StrawberryCheesecake2 Das Rezept habe ich aus dem Goldenen Backbuch von GU, eines meiner ersten Backbücher, das ich fast komplett durchgebacken habe. Ja, so viele Kuchen, wie ich daraus schon nachgebacken habe! Zwar ist das Rezept in dem Buch für einen Cheesecake mit Himbeersauce, aber es ist jetzt auch nicht allzu schwer, die Himbeeren mit Erdbeeren zu ersetzen. Der Kuchen an sich bleibt ja dadurch gleich. Und er ist wirklich sehr sehr sehr sehr mjammjammjam. 20150523_StrawberryCheesecake3Hier das (von mir leicht modifizierte) Rezept für eine 28er Springform:

200g Vollkornkekse
75g weiche Butter
10g Vanillezucker600g Frischkäse
200g Crème fraîche
100g Zucker
2 Vanilleschoten
Schale einer halben Bio-Orange (es gab einfach keine Bio-Zitronen mehr!)
4 Eier
1 EL Speisestärke

500g Erdbeeren
2 EL Zucker

  1. Für den Boden die Kekse zerkrümeln und mit dem Vanillezucker und der Butter vermischen. Dann in die gefettete Kuchenform drücken und mindestens eine halbe Stunde in den Kühlschrank stellen.
  2. Den Ofen auf 150°C vorheizen.
  3. Frischkäse, Crème fraîche, Zucker, Mark der Vanilleschoten, Orangenschalen und Eier zu einer gleichmäßigen Masse verrühren.
  4. Frischkäsecreme auf den Keksboden geben und für eine Stunde bei 150°C backen.
  5. Für die Erdbeersauce die Erdbeeren waschen, putzen, klein schneiden und zusammen mit dem Zucker pürieren.
  6. Fertig.

Rhabarber Tarte Tatin

Es gibt mal wieder Kuchen. Schon wieder Rhabarber. Aber diesmal darf der frische Marktrhabarber als Versuchskaninchen herhalten, da ich meine allererste Tarte Tatin gebacken habe. Das ist eine Tarte, die kopfüber gebacken wird, sodass das sich normalerweise oben befindliche Obst im eigenen Saft und mit Zucker/Honig karamellisiert, während der Boden von seiner eigentlichen Unterseite knusprig gebacken wird. In meinen Backbüchern bin ich schon ab und zu mal über ein Tarte Tatin Rezept gestolpert, aber irgendwie hat mich die niedrige Höhe nie so recht angesprochen. Aber als ich dann mal wieder durch mein Grünes Kochbuch von Gu durchblätterte und feststellte, dass ich erstens kaum etwas aus diesem Buch versucht hatte und zweitens es ziemlich viele schöne Frühlingsrezepte gibt, musste ich mich mal an dieses Rezept wagen. Die Onlinevariante des Rezeptes gibt es hier.

Vorm Backen
Vorm Backen

Da ich so gerne meine geliebten Tarteletteförmchen verwenden wollte, teilte ich den Teig und den Rhabarber einfach auf mehrere Formen auf. Zuerst sollte der Honig in der eingefetteten Form ankaramellisiert werden. Bei mir endete das beinahe mit verkohltem Honig. Ich bin der Meinung, dass das Anakaramellisieren überhaupt nicht notwendig ist. Aber vielleicht bin ich auch einfach ein blutiger Tarte-Tatin-Anfänger.

Frisch aus dem Ofen
Frisch aus dem Ofen

Nach dem Backen müssen die Tarte Tatins gleich gestürzt werden, sodass sie wieder richtige herum sind. Die kleinen Tartelette Tarte Tatins sahen wirklich richtig schön karamellisiert aus, die größere Tarte Tatin dagegen so naja.

Fertig zum Essen
Fertig zum Essen

Geschmackstechnisch war ich nicht ganz so begeistert. Ja, die kleinen waren echt ganz nett, aber ingesamt war mir die Tarte nicht süß genug. Und das muss schon was heißen, da ich sonst wirklich kein Zuckermäulchen bin. Nächstes Mal gibts einfach mehr Honig für alle und dann schmeckt es hoffentlich lecker karamellig und nicht ganz so verbrannt.