Zongzi (粽子)

端午節快樂!

Morgen ist der fünfte Tag des fünften Monats nach chinesischem Mondkalender, also Drachenbootfest! Und wir ihr ja mittlerweile wisst, liebe ich chinesische Feste, da diese oft mit Essen verbunden sind. Was die Jiaozi fürs chinesische Neujahr sind und die Mondkuchen fürs Midautumn Festival, das sind die Zongzi fürs Drachenbootfest. Zongzi sind kleine Tetraeder mit in Bambusblätter gewickelter Klebreisfüllung. Es gibt zwar laut Wikipedia die unterschiedlichsten Formen von Zongzi, ich habe bisher allerdings nur die Tetraeder gesehen. Muss wohl am hauptsächlich südchinesischen, bzw. taiwanesischen Einfluss liegen. Aber ich habe schon viele verschiedene Füllungen probiert, wobei diese oft herzhaft waren. Und natürlich immer lecker! Was ich allerdings noch nie zuvor in meinem Leben gemacht habe, ist selbst Zongzi zu packen (wortwörtliche Übersetzung aus dem Chinesischen 包粽子 bao zongzi). Dann wird es ja mal Zeit…

À propos Zeit: Schon mal eine kurze Warnung vorweg: Am besten 2 Tage für die Zongziherstellung einplanen, denn die kleinen Leckerbissen sind wirklich aufwendig!

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Vorbereitungen: Pilze und Reis einweichen, Fleisch marinieren

Bevor ich aber zum eigentlich Rezept und der Herstellung komme, muss ich noch kurz dokumentieren, wie es ein Teeblogeintrag geschafft hat, mehrere, nicht unbedingt direkt miteinander verbundene, Knoten zum Platzen zu bringen. Wie ich gelernt habe, hängen Pokémon, das japanische Jungenfest und das Drachbootfest miteinander zusammen. Aber der Reihe nach: Wer hat sich denn auch schon immer gefragt, wie ein voll langweiliges Karpador, dass nur die Attacke „Platscher“ beherrscht, zum wohl coolsten Pokémon überhaupt werden kann? Ich habe mich das jedes Mal gefragt, wenn ich Runde um Runde mein Karpardor als erstes in den Ring steigen ließ, um es gleich wieder auszutauschen, nur damit es irgendwann endlich auf Level 20 zum Garados wird. Ok, behalten wir diesen Gedanken und gehen über zum japanischen Jungenfest. Als wir letztes Jahr in Japan waren, gab es schon überall Fähnchen in Karpfenform zu kaufen, da bald das Jungenfest sein würde. Wir fuhren leider noch vor dem 5.5. ab, aber hier und da wehten schon ein paar Fähnchen. Ich fragte mich schon, warum gerade Karpfen ein Zeichen für Jungen sind, aber akzeptierte das als „ist halt so“ und forschte daher nicht weiter nach. Und irgendwie machte es damals auch noch nicht so richtig „Klick“, da ich den 5.5. nicht sofort mit dem fünften Tag des fünften Monats in Verbindung brachte. Denn auch wenn das Drachenbootfest und das japanische Jungenfest tatsächlich an unterschiedlichen Tagen gefeiert werden, haben sie doch einen gemeinsamen Ursprung und Parallelen. Denn neben der weitverbreiteten Theorie, dass Zongzi nach Ertrinken des Dichters Qu Yuan in den Fluss geworfen wurden, um die Fische daran zu hindern, dessen Leichnam zu verspeisen, gibt es auch die Theorie, dass Zongzi schon lange vor Qu Yuan als Ehrerbietung für den Drachenkönig (sprich Garados!) in den Fluss geworfen wurden. Denn Karpfen könnten wohl zu Drachen werden (so wie Jungen zu Männern werden). Und Karpfen, wie auch Drachen lieben Klebreistetraeder. Ich übrigens auch. Aber als im Jahr des Drachen Geborene ist das wohl unausweichlich.

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Bambusblätter und Schnüre einweichen

Das Grundrezept für die Zongzi habe ich aus meinem Lieblingskochbuch des letzten Jahres: „Sichuanpfeffer meets Sauerkraut“ von Qin Xie-Krieger. Kaum ein Buch habe ich in letzter Zeit so intensiv genutzt wie dieses (abgesehen von den Brotbackbüchern) und daraus schon 21 der Rezepte nachgekocht. Was mich auch von Anfang an schon begeistert hat, ist das Kapitel zu Essen mit Tee.

Zongzi (für ca. 25 Stück):

Zum Einweichen (über Nacht):

750g Klebreis (ich: 500g Mochireis + 250g Schwarzer Klebreis)
140g getrocknete Shiitakepilze
50 getrocknete Bambusblätter

Zum Marinieren (über Nacht):

500g Schweinenacken
2 TL dunkle Sojasauce
3 EL helle Sojasauce
3 EL geröstetes Sesamöl
2 TL Fünf-Gewürz-Pulver
1 TL Zucker

  1. Schweinenacken in 2cm Würfel schneiden und mit den restlichen Zutaten marinieren.

Füllung:

eingeweichte Shiitakepilze
mariniertes Fleisch
2 Zwiebeln
8 EL Rapsöl
3 EL Sojasauce
2 TL Salz
1 TL Zucker
3 TL dunkle Sojasauce
1 TL Pfeffer

  1. Pilze in dünne Scheiben schneiden, Zwiebeln fein würfeln.
  2. Öl in den Wok geben und Zwiebeln darin anschwitzen.
  3. Die Pilze dazu geben und bei starker Hitze ca. 5 min braten.
  4. Fleisch dazu geben und weitere 5 min braten, dabei ständig rühren.
  5. Sojasauce, Salz und Zucker dazu geben und bei starker Hitze 3 min kochen.
  6. Dunkle Sojasauce und Pfeffer dazu geben.

Reis:

eingeweichter Klebreis
600ml Einweichwasser von den Shiitakepilzen
5 EL Rapsöl
3 EL helle Sojasauce
2 TL Salz
1 TL Zucker

  1. Eingeweichten Reis abtropfen lassen.
  2. Reis in eine Schüssel geben und mit Sojasauce, Salz und Zucker würzen.
  3. Das Öl in den Wok geben und den Reis etwa 5 min braten
  4. Das Einweichwasser der Pilze dazugießen und solange unter Rühren kochen, bis der Reis das Wasser vollkommen aufgenommen hat

 

Zusammenbauen:

eingeweichte Bambusblätter
Füllung
Reis
Schnur

  1. Im Wok ausreichend Wasser zum Kochen bringen und die eingeweichten Bambusblätter für 5 min ins heiße Wasser geben.
  2. Kalt abspülen und mit einem Tuch abtrocknen.
  3. Zwei ungefähr gleich breite Blätter nehmen und die breiten Enden abschneiden.
  4. Die zwei Spitzen mit der glatten Blattseite nach oben zeigend entgegengesetzt übereinanderlegen. (Ist schwer zu beschreiben, deswegen habe ich mir einfach dieses Videodieses Video mehrere Male angeschaut)
  5. Einen Trichter bilden, indem beide Blätter parallel zueinander nach oben gefaltet werden.
  6. Reis, Füllung, Reis in den Trichter geben und die Blätter umklappen und alles schön einpacken. (Klingt viel viel viel einfacher, als es ist!)
  7. Mit Schnur festzurren (Auch nicht so einfach!)
  8. Im Wok oder einem großen Topf Wasser zum Kochen bringen und die fertig eingepackten Zongzi ca. 2 Stunden köcheln lassen.
  9. Warm essen oder abkühlen lassen und einfrieren. Eingefrorene Zongzi können einfach wieder gedämpft werden.

 

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Das erste Zongzi nach Videoanleitung

Das Originalrezept habe ich 1,5-facht und ging deswegen von 15 Zongzi aus, die ich produzieren würde. Tatsächlich hatte ich nach diesen geplanten 15 Zongzi noch gut die Hälfte an Reis und gut 3/4 der Füllung da. Keine Ahnung, ob ich zu kleine Zongzi gepackt habe oder meine Technik zu stümperhaft war. Auf jeden Fall habe ich dann einfach noch einmal Bambusblätter eingeweicht und am nächsten Tag noch 13 weitere Zongzi gepackt. Und die wurden immer besser und verloren beim Kochen immer weniger Füllung. Danach hatte ich immer noch Füllung übrig, die ich aber einfach in Bratreis kippte. Sehr lecker, vor allem, wenn man wie ich ein sehr großer Shiitakefan ist.

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Fertige Zongzi beim zweiten Übungsdurchlauf

Schlussendlich war ich irgendwann nur noch froh, mal fertig zu sein. Aber insgesamt war das eine sehr erfüllende Arbeit, weil die fertigen Zongzi nicht nur ziemlich lecker waren, sondern ich gleichzeitig zenartig in Erinnerungen schwelgen konnte. Schon beim Öffnen der Packung mit den getrockneten Bambusblättern stieg mir der typische Zongzigerich in die Nase und zauberte mir ein Lächeln ins Gesicht. Und nach all der Arbeit ist da auch noch eine gute Prise Stolz hinzugekommen. Ich habe Zongzi gepackt!

 

 

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Matcha Me Teil 4

Das ist jetzt aber wirklich der letzte Teil der Serie „Matcha Me“. Denn eigentlich sollte schon Teil 3 ein Ende des Matchaverkostens einleiten. Aber wenn wir uns einmal in den Kopf gesetzt haben, so viel Snacks wie möglich mit Matcha zu finden, dann ist der Ehrgeiz einfach zu groß. Und nach den doch nicht ganz so leckeren Sachen vom letzten Teil, fanden wir plötzlich noch den ein oder anderen Schatz. Ganz weit oben auf der Beliebtheitsskala war das Eis Nr. 38, welches so matchaig wie kein anderer Snack war. Unglaublich gut! Auch lecker war der Matchacroissant, welcher noch leicht warm war als ich ihn gekauft habe. Und das Mochieis auch. Und die Schokolade von Melty Kiss auch. Ach, eigentlich war vieles in dieser Runde super. Nur der Mont Blanc am Ende ging gar nicht und der Starbucks Matcha Latte war viel zu süß. Aber sonst, super Abschluss.

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Nr. 31: Milcrea Matcha Eis
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Nr. 32: Starbucks Matcha Latte
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Nr. 33: Meltykiss Matcha
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Nr. 34: Matcha Melonpan in Froschform
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Nr. 35: Mochi Cream Ice Matcha au Lait
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Nr. 36: Matchaeissandwich
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Nr. 37: Taiyaki Matchaeis
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Nr. 38: Matchaeis (extra stark)
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Nr. 39: Matchacroissant
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Nr. 40: Matcha Mont Blanc

Matcha Me Teil 1

Matcha Me Teil 2

Matcha Me Teil 3

Matcha Me Teil 2

Das große Matchaessen geht weiter. Immer wenn wir einkaufen gehen, was bei einem Selbstversorgerurlaub doch schon recht häufig ist, halten wir Ausschau nach noch unbekannten Matchasnacks. Manchmal lauern die Matchaüberraschungen aber gar nicht im Supermarkt, sondern irgendwo auf unserem Weg. Allerdings müssen wir das Projekt „Matcha Me“ wohl auch für andere grüne Teesnacks öffnen. Denn mittlerweile haben sich einige Nicht-Matcha Snacks eingeschlichen: Häagen Dazs hat zum Beispiel nur Grüntee auf die Etiketten geschrieben, ohne zu spezifizieren, ob es sich um Matcha handelt (wahrscheinlich eher nicht); und die nicht extrastarke Variante von Kit Kat enthält Gyokuro. Aber hey, das macht nichts. Wir lieben alle grünen Teeköstlichkeiten.

Hier also Teil 2 von Matcha Me:

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Nr. 11: Matchasofteis
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Nr. 12: Matchamochi mit Matchasahnefüllung
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Nr. 13: Amanatto mit Ankofüllung, weißer Schokolade und Matcha
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Nr. 14: Bourbon Matchakuchenecken
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Nr. 15: Matchamüsli mit getrockneten Erdbeeren
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Nr. 16: Häagen Dazs Crispy Sandwich Green Tea Fondue
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Nr. 17: Häagen Dazs Green Tea Eis
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Nr. 18: Matcha + Weiße Schokolade Muffin
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Nr. 19: Uji Gyokuro Kit Kat
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Nr. 20: Matcha Café Latte von Poppo Coffee

Matcha Me Teil 1

Matcha Me Teil 3

Matcha Me Teil 4