Chinesisch Neujahr an der Uni Bremen

新年快樂!萬事如意!恭喜發財!

Seit gestern ist das Jahr des Hundes angebrochen und morgenwird das ausgiebig gefeiert. Zum 15. Mal veranstaltet die Huawei Chinesischschule die chinesische Neujahrsfeier und nun darf ich schon das 5. Jahr in Folge dort Tee ausschenken.

海报_5-1
Offizielles Poster

Heute war schon der allgemeine Aufbau der Stände und das Ausschmücken Gebäudes dran. Und da ich mit 4 zusammengestellten Tischen und ein paar Stühlen damit recht schnell fertig war und es nichts weiter vorzubereiten gab, fing ich schon mal an für die ersten Interessierten den ersten Tee zuzubereiten: den Menghai 7652. Aber morgen gibt’s natürlich noch viel mehr. Die ganze Palette der chinesischen Tees. Außer grün. Irgendwie habe ich tatsächlich keinen chinesischen Grüntee im Haus. Aber ansonsten habe ich zwei weiße Tees, so einige Oolongs, schwarze Tees und zwei unterschiedliche Pu Erhs, die nur darauf warten verkostet zu werden.

20180217_CNY120180217_CNY3

Wer also morgen Lust verspürt mal für einen Sonntagnachmittag in die chinesische Neujahrswelt einzutauchen und mit mir die ein oder andere Tasse Tee trinken möchte, ist herzlich eingeladen zum GW1 der Uni Bremen zu pilgern. Ich warte in der 2. Etage auf euch und teile mir den Raum mit sehr talentierten Kalligraphiekünstlern.

 

Advertisements

Orthodoxe Nepaltees im Vergleich

„Don’t judge a tea by its packaging“ könnte das Äquivalent zu „Don’t judge a book by its cover“ sein. Und doch falle ich immer wieder auf die Verpackung von Tee herein! Oft sind es die hübschen, niedlichen Verpackungen, die gar nicht so tolle Tees enthalten. Diesmal allerdings sind es die total banal wirkenden Folienverpackungen vierer Tees, die wir zur Hochzeit geschenkt bekommen haben, deren Inhalt mich total umgehauen haben. Meine ersten Nepaltees (zumindest so richtig wahrgenommen) meines Lebens veranlassten mich dazu exzessives Teestalking zu betreiben. Was Teestalking ist? Im Grunde ist das genau wie Leute, die man gerade kennengelernt hat und richtig toll findet, auf den gängigen Social Media Plattformen ausfindig zu machen und deren Profil zu durchforsten; nur eben mit Tee.

20180208_NepalTee2
Verpackung

Der Hauptgrund für mein Teestalking war ganz einfach mein geringes Wissen über diese Tees. Es dauerte sogar eine Weile, bis ich überhaupt verstand, dass es sich um Nepaltees handelt. Ich dachte nämlich die ganze Zeit, dass das indische Tees wären. Als dann aber mein indischer Freund mal wieder zu Besuch war, wusste er nichts von diesen Tees. Und da eine andere Freundin 2016 in Nepal war, konnten die Tees nur von ihr stammen. Ok, die Herkunft hätten wir dann mal geklärt. Dass es sich um mindestens zwei schwarze und einen weißen Tee handelt, konnte ich mir von der Beschriftung her auch schon denken. Aber bei den Silver Tips war ich mir nicht sicher, ob weiß oder schwarz. Ich habe sie in diesem Beitrag zum weißen Tee gezählt, da sie äußerlich und geschmacklich schon sehr in die Richtung gingen (nach kurzer Recherche hat sich der Verdacht bestätigt). Joah, und der Rest so? Erntejahr? Genauere Herkunft? Herstellung? Zubereitungshinweise? Irgendwas?

Hey, da ist ja eine Emailadresse. Dann googlen wir die doch mal. Da komme ich dann auf eine Seite, die mir den Händler Pancha Buddha Tea Traders ausspuckt sowie einen Link auf eine japanische Seite, auf welcher nepalesische Tees angeboten werden. Hmm. Sieht generell meinen Tees schon ganz ähnlich, aber da gibt’s nur vier: First Flush, Second Flush, Autumnal und Weißen Tee. Also vom Namen her nicht meine Tees. Selbst weiteres Googlen nach dem Händler hilft mir nicht weiter. Everest Tea Industry bringt als zusätzlicher Hinweis auf der Verpackung auch nicht viel. Ich lerne durch die Aktion immerhin mir noch unbekannte Teehändler kennen, die sich auf Nepaltees spezialisiert haben. Und dann schweife ich völlig ab, weil ich mich erst einmal überhaupt mit der Materie Nepaltees beschäftigen musste.

20180208_NepalTee3
Trockenes Blatt: o.l. White Tea, o.r. 100% Silver Tips, u.r. Golden Tips No.2, u.l. Golden Tips No.1

Aber kommen wir zu meinen Proben zurück. Aufgrund der minimalen Informationen zu diesen Tees, entschied ich mich zum einfachen Vergleich der vier im Teatasterset. Nun gibt es unterschiedliche Richtlinien, wie das Cupping von Tees auszusehen hat. Am bekanntesten ist wohl ISO 3103: 2g Tee auf 100ml 100°C heißes Wasser für 6 min. Das ist die traditionellste Methode, die vor allem zum Vergleichen großer Mengen Tee für den Handel eingesetzt wird und für genau dieses Ziel sicher sehr praktisch ist. Für den genussvolleren Vergleich halte ich mich etwas mehr an die Ideen aus dem Tea Cupper’s Notebook von Antonio Moreno Areces. Dort wird unter dem Cupping for more educative purposes vorgeschlagen, die Wassertemperatur und Ziehzeit der Teesorte anzupassen (und maximal zieht da ein Tee 2 min).

Meine Parameter für den Vergleich waren die folgenden:
3g Tee
100ml Wasser
100°C und 1 min für die beiden Schwarztees; 85°C und 2 min für die weißen Tees.

20180208_NepalTee7
Aufgegossenes Blatt: l. White Tea, r. 100% Silver Tips
20180208_NepalTee8
Aufguss: l. White Tea, r. 100% Silver Tips

Schon beim Öffnen der Packung staunte ich laut „Wow!“ als ich die Silver Tips sah. Da ich zuerst die schwarzen und erst dann die weißen Tees geöffnet hatte (und mir ja bei den Silver Tips nicht so ganz sicher war), ging ich davon aus hier und da ein paar silberne Spitzen zu sehen, eben so wie ein Golden Tip ja auch hier und da ein paar goldene Spitzen hat. Der Geruch war typisch weiß, aber nicht so muffig, wie ich es teilweise schon bei chinesischen weißen Tees erlebt hatte.

Aufgegossen hatte der Silver Tips eine eindeutig hellere Tasse als der White Tea und das zeigte sich auch etwas im Geschmack, wobei beide Tees sehr zart daher kamen. Dummerweise hatte ich die schwarzen Tees vor den weißen probiert. Vielleicht setzte das meiner Zunge daher einen Dämpfer für die feinen Nuancen der weißen Tees auf.

20180208_NepalTee4
Aufgegossenes Blatt: l. Golden Tips No.1, r. Golden Tips No.2
20180208_NepalTee5
Aufguss: l. Golden Tips No.1, r. Golden Tips No.2

Die beiden schwarzen Tees fand ich sehr beeindruckend. Zum einen waren sie geschmacklich sehr unterschiedlich, zum anderen hatten sie beide so richtig „Bämm!“. Golden Tips No.1 war für einen Schwarztee ziemlich blumig und sehr schön süß. Golden Tips No.2 war eher malzig, erdig, aber ebenfalls angenehm süß und überhaupt nicht bitter. Beide Tees hätten meiner Meinung nach ruhig noch kräftiger sein können, aber mit längeren Ziehzeiten und höherer Dosierung kann ich ja bei den nächsten Malen experimentieren.

White Tea

100% Silver Tips

Golden Tips No.1

Golden Tips No.2

Auf einen Blick:

Typ: Nepal Tee, schwarz, weiß
Ernte: 2016 ?
Kultivar: ?
Herkunft: Ilam ?, Nepal
Pflückung: von Hand
Höhe: > 2000m ?
Röstung: keine
Händler: Pancha Buddha Tea Traders ?
Preis: k.A.

Unverbloggte Tees 2017

Ach, wie die Zeit fliegt! Kaum Mondkuchen gemacht und schon haben wir ein neues Jahr. Ja gut, dazwischen ist schon eine Menge passiert, ich habe es nur einfach nicht geschafft, meinen kleinen süßen Blog hier weiterzuschreiben. Dabei ist Tee nach wie vor ein wichtiger Bestandteil meines Alltags. Eine meiner größeren Schwierigkeiten (neben dem offensichtlichen Zeitmangel) war allerdings auch die ständige Unentschlossenheit, was und in welcher Form ich meine weiteren Beiträge veröffentlichen möchte.

Auf der einen Seite mag ich die steckbriefartigen Momentaufnahmen meiner verkosteten Teesorten, auf der anderen Seite würde ich gern detaillierter auf einzelne Teesorten eingehen und deren unterschiedliche Facetten hervorheben (wie z.B. beim Matcha Kirishima). Da ich oft meine Tees in loser Reihenfolge immer mal hier und da trinke, habe ich angefangen ein Teetagebuchprotokoll zu führen, um so erstens zu wissen, wann ich welchen Tee wie zubereitet habe, aber auch um darüber hinaus Informationen für detaillierte Teevorstellungen sammeln zu können. Nun liegt das Problem hier allerdings bei der Aufarbeitung der Daten.

Deshalb gibt es jetzt statt vieler unfertiger Steckbriefe einfach eine Übersicht der Tees, die ich dieses Jahr über getrunken habe, ohne sie hier vorzustellen. Denn schade fände ich es auch, diesen Tees nicht gerecht zu werden.

Muzha Tieguanyin 2010 (木柵鐵觀音)

Typ: Taiwan Oolong, mittelstark oxidiert, stark geröstet

Herkunft: Muzha, Taipei, Taiwan

Ernte: 2010

Händler: privat

Preis: k.A.

Bewertung: sehr ähnlich zu den anderen Muzha Tieguanyins meines Teelehrers, wobei deutlich zu schmecken ist, dass hier nicht traditionell mit Holzkohle, sondern elektrisch geröstet wurde.

Yunnan Qiao Mu Bing Cha (云南乔木饼茶)

Typ: Sheng Pu Erh

Herkunft: Yunnan, China

Ernte: ? (2009)

Händler: privat

Preis: k.A.

Bewertung: einer meiner lange vergessenen Tees und der erste Pu Erh in Bingform, den ich mir noch vor meiner intensiven Beschäftigung mit Tee während eines Urlaubs in China gekauft habe. Selbst nach 7 Jahren Lagerung ist er noch nicht so die Wucht. Vielleicht wird er das auch nie so richtig. Oder ich habe noch nicht die richtige Zubereitungsart gefunden.

Yiwu 1960

Typ: Shou Pu Erh

Herkunft: Yiwu, Yunnan, China

Ernte: 1960

Händler: tea-exclusive

Preis: 32,50€ für 20g

Bewertung: Ich kann mich ehrlich nicht mehr an den Geschmack dieses Tees erinnern

China Pai Mu Tan

Typ: Weißer Tee

Herkunft: Qingshan, Hunan, China

Ernte: ? (2016)

Händler: Pure Tea

Preis: 9,90€ für 100g

Bewertung: Netter Tee für Zwischendurch.

Menghai 7652

Typ: Shou Pu Erh

Herkunft: Menghai, Yunnan, China

Ernte: 2008

Händler: Die Kunst des Tees

Preis: 19,90€ für 357g

Bewertung: Einer meiner Lieblingstees für die kühleren Tage: wunderschön mild und wohlig warm. Der Bing ist auch schon ziemlich geschrumpft. Ich glaube, ich habe jetzt nur noch etwa 1/6 übrig.

Four Seasons of Spring (四季春)

Typ: Taiwan Oolong, mittel oxidiert, ungeröstet

Herkunft: Nantou, Taiwan

Ernte: ? (2016)

Händler: Paper and Tea

Preis: 17,00€ für 100g

Bewertung: Diesen Tee habe ich für einen meiner Teekurse gekauft, um einen einfachen leichten taiwanesischen Oolong vorzustellen. Das Ziel wurde erreicht, aber so richtig beeindruckend ist dieser Oolong nicht.

Hoshino Matcha (星野抹茶)

Typ: Matcha

Herkunft: Hoshino, Yame, Fukuoka, Japan

Ernte: 2016

Händler: privat

Preis: k.A.

Bewertung: Ein Mitbringsel von unserem Japanurlaub, dem ich nicht lange widerstehen konnte. Und kaum angefangen war die kleine 20g Packung leer, weil dieser Matcha einfach unglaublich lecker war. Ich habe mich bewusst für einen Yame Matcha entschieden (und nicht für einen Uji-Matcha), da wir eigentlich einen Ausflug in dei Teeregion um Yame machen wollten, es aber zeitlich nicht mehr geschafft hatten. Aber so hatte ich wenigstens aus jeder Region, die wir bereist haben, einen passenden Tee mitgebracht.

Ureshino Matcha Iri Shiraore (嬉野抹茶入白折)

Typ: Sencha mit Stielen und Matcha

Herkunft: Ureshino, Yame, Japan

Ernte: 2016

Händler: privat

Preis: k.A.

Bewertung: Auch das ist ein Urlaubssouvenir. Leider stellte ich erst im Zug nach Arita fest, dass wir am Teegebiet Ureshino direkt vorbei kommen würden. Also kaufte ich bei der nächsten Gelegenheit einen Ureshinotee und hatte den gesamten Sommer sehr viel Freude an diesem sehr einfachen, durch den Matcha aber doch besonderen Tee.

Tanyang Gongfu

Typ: China Schwarztee

Herkunft: Gukoucun, Xiaoyangzhen, Fujian, China

Ernte: 2015

Händler: Nannuoshan

Preis: 2,00€ für 20g

Bewertung: Als wir während der Teetour durch Berlin auch im Nannuoshan einkehrten, nahm ich mir noch einige Proben mit, wovon dies hier eine war. Leider reicht mein Teetagebuchprotokoll nicht bis zu dieser Probe zurück, sodass ich nicht mehr weiß, wie ich diesen Tee eigentlich fand. Aber er ist mir jedenfalls nicht negativ im Gedächtnis geblieben.

Superior Taiping Houkui

Typ: China Grüntee

Herkunft: Houkencun, Huangshan, Anhui, China

Ernte: 2016

Händler: Nannuoshan

Preis: k.A.

Bewertung: Diese Probe habe ich von meiner lieben Teefreundin geschenkt bekommen und mich sehr darüber gefreut, da ich schon sehr lange einmal einen Taiping Houkui probieren wollte. Schon allein wegen der legendär großen Blätter. Und ich wurde nicht enttäuscht. Wirklich ein schöner Tee, allerdings eher für sommerliche Tage, da ich sonst weniger Grüntee trinke.

Jin Jun Mei

Typ: China Schwarztee

Herkunft: China

Ernte: ?

Händler: Nannuoshan (nicht mehr im Sortiment)

Preis: k.A.

Bewertung: Auch diesen Tee nahm ich als Probe von der Teetour durch Berlin mit und glücklicherweise hat mein Teetagebuchprotokoll diesen Tee schon erfasst. Bei Bemerkungen habe ich mir aufgeschrieben: „interessant: weder süß, noch bitter. Höre gerade den Soundtrack von ‚In the Mood for Love‘ dazu“.

Aiya Matcha Ten

Typ: Matcha

Herkunft: Kagoshima, Japan

Ernte: ?

Händler: aiya

Preis: 46,00€ für 30g

Bewertung: Nachdem mein Kirishima Matcha zu Ende gegangen war und ich nach einem ehrenwerten Nachfolger bei deutschen Händlern suchte, beschloss ich meinem ersten Matchadealer meines Lebens, aiya, eine Chance zu geben. Ich bestellte den Ten und war anfangs wirklich begeistert. Nur verhielt es sich mit ihm ganz seltsam: je öfter ich ihn trank, desto weniger spektakulär fand ich ihn. Bisher hatte ich mit Tees eher umgekehrte Erfahrungen, dass das Kennenlernen für mehr Genuss sorgt. Hier irgendwie nicht.

Da Hong Pao #105

Typ: China Oolong, mittelstark fermentiert, leicht geröstet

Herkunft: Wuyi Gebirge, Fujian, China

Ernte: 2012

Händler: die Kunst des Tees

Preis: 3,45€ für 10g

Bewertung: Diese Probenpackung schlummerte schon einige Zeit in meinem Teekistchen und nach dem beeindruckendem traditionell gerösteten Da Hong Pao, freute ich mich sehr auf ihn. Laut Protokoll fand ich diesen Tee auch nicht schlecht, nur generell zu schwach für meinen Geschmack. Bei einer Verkostung hab ich notiert, dass ich einen Aufguss vergessen hatte und diesen am besten fand, weil der ordentlich Bumms hatte.

Shanlinxi Hongshui

Typ: Taiwan Oolong

Herkunft: Shanlinxi, Nantou, Taiwan

Ernte: 2014

Händler: die Kunst des Tees

Preis: 2,55€ für 10g

Bewertung: Das ist ebenfalls eine in Vergesseheit geratene Probe, die ich mir eines Tages, als es mich nach einem dunkleren Tee gelüstete, schnappte und feststellen musste, dass dieser Oolong gar nicht so dunkel, wie sein Name vermuten lässt, war. Aber lecker war er allemal.

Orchideen (Lan Hua Xiang) Dancong

Typ: China Oolong

Herkunft: Chaozhou, Guangdong, China

Ernte: 2012

Händler: die Kunst des Tees

Preis: k.A.

Bewertung: Zu diesem Tee schrieb ich neben die Note 1: „ein bisschen wie richtig gute Zartbitterschokolade: leicht bitter, aber sehr angenehm.“