Unverbloggte Tees 2017

Ach, wie die Zeit fliegt! Kaum Mondkuchen gemacht und schon haben wir ein neues Jahr. Ja gut, dazwischen ist schon eine Menge passiert, ich habe es nur einfach nicht geschafft, meinen kleinen süßen Blog hier weiterzuschreiben. Dabei ist Tee nach wie vor ein wichtiger Bestandteil meines Alltags. Eine meiner größeren Schwierigkeiten (neben dem offensichtlichen Zeitmangel) war allerdings auch die ständige Unentschlossenheit, was und in welcher Form ich meine weiteren Beiträge veröffentlichen möchte.

Auf der einen Seite mag ich die steckbriefartigen Momentaufnahmen meiner verkosteten Teesorten, auf der anderen Seite würde ich gern detaillierter auf einzelne Teesorten eingehen und deren unterschiedliche Facetten hervorheben (wie z.B. beim Matcha Kirishima). Da ich oft meine Tees in loser Reihenfolge immer mal hier und da trinke, habe ich angefangen ein Teetagebuchprotokoll zu führen, um so erstens zu wissen, wann ich welchen Tee wie zubereitet habe, aber auch um darüber hinaus Informationen für detaillierte Teevorstellungen sammeln zu können. Nun liegt das Problem hier allerdings bei der Aufarbeitung der Daten.

Deshalb gibt es jetzt statt vieler unfertiger Steckbriefe einfach eine Übersicht der Tees, die ich dieses Jahr über getrunken habe, ohne sie hier vorzustellen. Denn schade fände ich es auch, diesen Tees nicht gerecht zu werden.

Muzha Tieguanyin 2010 (木柵鐵觀音)

Typ: Taiwan Oolong, mittelstark oxidiert, stark geröstet

Herkunft: Muzha, Taipei, Taiwan

Ernte: 2010

Händler: privat

Preis: k.A.

Bewertung: sehr ähnlich zu den anderen Muzha Tieguanyins meines Teelehrers, wobei deutlich zu schmecken ist, dass hier nicht traditionell mit Holzkohle, sondern elektrisch geröstet wurde.

Yunnan Qiao Mu Bing Cha (云南乔木饼茶)

Typ: Sheng Pu Erh

Herkunft: Yunnan, China

Ernte: ? (2009)

Händler: privat

Preis: k.A.

Bewertung: einer meiner lange vergessenen Tees und der erste Pu Erh in Bingform, den ich mir noch vor meiner intensiven Beschäftigung mit Tee während eines Urlaubs in China gekauft habe. Selbst nach 7 Jahren Lagerung ist er noch nicht so die Wucht. Vielleicht wird er das auch nie so richtig. Oder ich habe noch nicht die richtige Zubereitungsart gefunden.

Yiwu 1960

Typ: Shou Pu Erh

Herkunft: Yiwu, Yunnan, China

Ernte: 1960

Händler: tea-exclusive

Preis: 32,50€ für 20g

Bewertung: Ich kann mich ehrlich nicht mehr an den Geschmack dieses Tees erinnern

China Pai Mu Tan

Typ: Weißer Tee

Herkunft: Qingshan, Hunan, China

Ernte: ? (2016)

Händler: Pure Tea

Preis: 9,90€ für 100g

Bewertung: Netter Tee für Zwischendurch.

Menghai 7652

Typ: Shou Pu Erh

Herkunft: Menghai, Yunnan, China

Ernte: 2008

Händler: Die Kunst des Tees

Preis: 19,90€ für 357g

Bewertung: Einer meiner Lieblingstees für die kühleren Tage: wunderschön mild und wohlig warm. Der Bing ist auch schon ziemlich geschrumpft. Ich glaube, ich habe jetzt nur noch etwa 1/6 übrig.

Four Seasons of Spring (四季春)

Typ: Taiwan Oolong, mittel oxidiert, ungeröstet

Herkunft: Nantou, Taiwan

Ernte: ? (2016)

Händler: Paper and Tea

Preis: 17,00€ für 100g

Bewertung: Diesen Tee habe ich für einen meiner Teekurse gekauft, um einen einfachen leichten taiwanesischen Oolong vorzustellen. Das Ziel wurde erreicht, aber so richtig beeindruckend ist dieser Oolong nicht.

Hoshino Matcha (星野抹茶)

Typ: Matcha

Herkunft: Hoshino, Yame, Fukuoka, Japan

Ernte: 2016

Händler: privat

Preis: k.A.

Bewertung: Ein Mitbringsel von unserem Japanurlaub, dem ich nicht lange widerstehen konnte. Und kaum angefangen war die kleine 20g Packung leer, weil dieser Matcha einfach unglaublich lecker war. Ich habe mich bewusst für einen Yame Matcha entschieden (und nicht für einen Uji-Matcha), da wir eigentlich einen Ausflug in dei Teeregion um Yame machen wollten, es aber zeitlich nicht mehr geschafft hatten. Aber so hatte ich wenigstens aus jeder Region, die wir bereist haben, einen passenden Tee mitgebracht.

Ureshino Matcha Iri Shiraore (嬉野抹茶入白折)

Typ: Sencha mit Stielen und Matcha

Herkunft: Ureshino, Yame, Japan

Ernte: 2016

Händler: privat

Preis: k.A.

Bewertung: Auch das ist ein Urlaubssouvenir. Leider stellte ich erst im Zug nach Arita fest, dass wir am Teegebiet Ureshino direkt vorbei kommen würden. Also kaufte ich bei der nächsten Gelegenheit einen Ureshinotee und hatte den gesamten Sommer sehr viel Freude an diesem sehr einfachen, durch den Matcha aber doch besonderen Tee.

Tanyang Gongfu

Typ: China Schwarztee

Herkunft: Gukoucun, Xiaoyangzhen, Fujian, China

Ernte: 2015

Händler: Nannuoshan

Preis: 2,00€ für 20g

Bewertung: Als wir während der Teetour durch Berlin auch im Nannuoshan einkehrten, nahm ich mir noch einige Proben mit, wovon dies hier eine war. Leider reicht mein Teetagebuchprotokoll nicht bis zu dieser Probe zurück, sodass ich nicht mehr weiß, wie ich diesen Tee eigentlich fand. Aber er ist mir jedenfalls nicht negativ im Gedächtnis geblieben.

Superior Taiping Houkui

Typ: China Grüntee

Herkunft: Houkencun, Huangshan, Anhui, China

Ernte: 2016

Händler: Nannuoshan

Preis: k.A.

Bewertung: Diese Probe habe ich von meiner lieben Teefreundin geschenkt bekommen und mich sehr darüber gefreut, da ich schon sehr lange einmal einen Taiping Houkui probieren wollte. Schon allein wegen der legendär großen Blätter. Und ich wurde nicht enttäuscht. Wirklich ein schöner Tee, allerdings eher für sommerliche Tage, da ich sonst weniger Grüntee trinke.

Jin Jun Mei

Typ: China Schwarztee

Herkunft: China

Ernte: ?

Händler: Nannuoshan (nicht mehr im Sortiment)

Preis: k.A.

Bewertung: Auch diesen Tee nahm ich als Probe von der Teetour durch Berlin mit und glücklicherweise hat mein Teetagebuchprotokoll diesen Tee schon erfasst. Bei Bemerkungen habe ich mir aufgeschrieben: „interessant: weder süß, noch bitter. Höre gerade den Soundtrack von ‚In the Mood for Love‘ dazu“.

Aiya Matcha Ten

Typ: Matcha

Herkunft: Kagoshima, Japan

Ernte: ?

Händler: aiya

Preis: 46,00€ für 30g

Bewertung: Nachdem mein Kirishima Matcha zu Ende gegangen war und ich nach einem ehrenwerten Nachfolger bei deutschen Händlern suchte, beschloss ich meinem ersten Matchadealer meines Lebens, aiya, eine Chance zu geben. Ich bestellte den Ten und war anfangs wirklich begeistert. Nur verhielt es sich mit ihm ganz seltsam: je öfter ich ihn trank, desto weniger spektakulär fand ich ihn. Bisher hatte ich mit Tees eher umgekehrte Erfahrungen, dass das Kennenlernen für mehr Genuss sorgt. Hier irgendwie nicht.

Da Hong Pao #105

Typ: China Oolong, mittelstark fermentiert, leicht geröstet

Herkunft: Wuyi Gebirge, Fujian, China

Ernte: 2012

Händler: die Kunst des Tees

Preis: 3,45€ für 10g

Bewertung: Diese Probenpackung schlummerte schon einige Zeit in meinem Teekistchen und nach dem beeindruckendem traditionell gerösteten Da Hong Pao, freute ich mich sehr auf ihn. Laut Protokoll fand ich diesen Tee auch nicht schlecht, nur generell zu schwach für meinen Geschmack. Bei einer Verkostung hab ich notiert, dass ich einen Aufguss vergessen hatte und diesen am besten fand, weil der ordentlich Bumms hatte.

Shanlinxi Hongshui

Typ: Taiwan Oolong

Herkunft: Shanlinxi, Nantou, Taiwan

Ernte: 2014

Händler: die Kunst des Tees

Preis: 2,55€ für 10g

Bewertung: Das ist ebenfalls eine in Vergesseheit geratene Probe, die ich mir eines Tages, als es mich nach einem dunkleren Tee gelüstete, schnappte und feststellen musste, dass dieser Oolong gar nicht so dunkel, wie sein Name vermuten lässt, war. Aber lecker war er allemal.

Orchideen (Lan Hua Xiang) Dancong

Typ: China Oolong

Herkunft: Chaozhou, Guangdong, China

Ernte: 2012

Händler: die Kunst des Tees

Preis: k.A.

Bewertung: Zu diesem Tee schrieb ich neben die Note 1: „ein bisschen wie richtig gute Zartbitterschokolade: leicht bitter, aber sehr angenehm.“

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Ungefüllte Tangyuan zweifarbig (雙色湯圓)

Eigentlich wollte ich diesen Beitrag zur Wintersonnenwende veröffentlichen. Daraus wurde nichts. Aber besser spät als nie. Und die nächste Wintersonnenwende kommt bestimmt.

Auch dieses Rezept gehört zu meinem VHS Kurs zu Süßigkeiten zum und mit Tee. Damit ist die Reihe dann aber abgeschlossen. Und ich kann auch mal wieder über Tee schreiben.

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Trockene Zutaten: Klebreismehl mit Schwarzteepulver links und mit gemahlenem Sencha rechts

Tang Yuan:

100g Klebreismehl
1 EL Teepulver
40g heißes Wasser
40g kaltes Wasser
Rohrohrzucker und Ingwer nach Belieben für den Sirup

  1. Das Klebreismehl mit dem Teepulver vermengen, das heiße Wasser dazu geben und umrühren.
  2. Das kalte Wasser dazugeben und zu einem Teig kneten.
  3. Den Teig zu einem Strang von etwa 1cm Durchmesser rollen, Stückchen von 1cm abtrennen und zu Bällchen rollen.
  4. In einem Topf ausreichend Wasser zum Kochen bringen und die Bällchen kochen bis sie an der Wasseroberfläche schwimmen.
  5. Rohrohrzucker und Ingwer in Wasser aufkochen und etwa 10 min ziehen lassen.
  6. In Sirup servieren.
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Teigwürstchen
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Rohe Tangyuan
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Fertige Tangyuan

 

Teepulverwirbelmantou mit Vorteig (茶粉饅頭)

Auch diesen Winter habe ich wieder Teekurse an der VHS Bremen gegeben. Leider sind die schon vorbei. Aber wie immer hatte ich eine Menge Spaß. Ganz besonders viel Freude hat mir mein erster Teekochkurs „Süße Kleinigkeiten zum und mit Tee“ gemacht, in dem ich meinen Teilnehmern so allerlei typisch ostasiatische Naschereien kreieren ließ. Das waren konkret: Baozi mit Rote-Bohnen-Füllung (meine erste Version davon gibt’s hier), Mantou mit Gemüsepüree eingefärbt, Mantou mit Teepulver eingefärbt, Gefüllte Pancakes (煎餅, Jian Bing), Taro- und andere Gemüsebällchen (芋園, Yu Yuan), und ungefüllte Tangyuan (mit Sesam gefüllte hatte ich hier schon einmal vorgestellt). Ihr merkt schon, das sind eine Menge Sachen, die hier noch nicht in der Art dokumentiert wurden. Deshalb werde ich (in hoffentlich nicht allzu langen Zeitabständen) meine verwendeten Rezepte nach und nach veröffentlichen.

Den Anfang machen meine wohl bisher besten Mantou überhaupt: mit Teepulver eingefärbte Mantou mit einem Vorteig. Durch meine Brotbackerfahrung und meine Vorliebe für Teige mit möglichst wenig Hefe und langen Gehzeiten, war ich total angetan als ich bei meiner Rezeptrecherche auf ein Mantourezept mit Vorteig stieß. Leider kann ich jetzt nicht mehr den Blog finden, von dem ich mein Rezept adaptiert habe, aber ich kann mich noch sicher daran erinnern, dass auf Carols Blogpost verwiesen wurde. Allerdings weicht mein Rezept etwas von ihrem ab, da ich Frischhefe verwende und meine Teige mit Teepulver (und einmal Kakao) eingefärbt habe.

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Mantouteig mit Matcha und Kakao

Für meinen ersten Versuch probierte ich zunächste Matcha- und Kakaowirbel aus. Aber nachdem die so super geworden sind, musste ich mir endlich auch mal anderes Teepulver außer Matcha und Sencha zulegen und es damit versuchen. Leute, Leute, Leute! Es ist gar nicht so einfach anderes Teepulver zu finden! Vielleicht war meine Recherche nicht ausführlich genug, aber ich konnte nur noch Schwarzteepulver und Rooibospulver (ist ja eigentlich kein Tee) bei KissaTea finden. Zugegeben, mit genau diesen Teepulvern habe ich schon lange geliebäugelt, aber etwa genauso lange habe ich mich geweigert sie zu kaufen, weil ich die Namen und Aufmachung ein bisschen übertrieben finde (und weil nirgends steht was das nun für ein Schwarztee ist, der da vermahlen wurde).

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Angerührtes Teepulver: links Rooibos, rechts Schwarztee
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Mantouteig mit Rooibos und Schwarztee

Jetzt aber mal zum eigentlichen Rezept:

Teepulverwirbelmantou (ergibt ca. 40 kleine Mantou)

Vorteig:

125g Weizenmehl Type 550
1g Frischhefe
75ml Wasser
1 Prise Salz

  1. Alle Zutaten vermengen und zu einem glatten nicht klebenden Teig kneten (ca. 10 Min mit Hand).
  2. Bei Raumtemperatur 6-8 Stunden gehen lassen ODER über Nacht im Kühlschrank gehen lassen (12 Stunden bei 5°C).
  3. Vor der Verwendung die Luft ausstoßen.
  4. Der Vorteig hält sich bis zu 4 Tagen im Kühlschrank.

Hauptteig:

200g Vorteig
600g Weizenmehl Type 550
4g Frischhefe
340ml lauwarme Milch (+ 30ml zusätzlich falls der Teig zu trocken ist)
60g Zucker
1 Prise Salz
pro Teepulver je 1 TL (5g) Teepulver + 1 EL (10g) Milch

  1. Alle trockenen Zutaten vermischen und langsam die Milch hinzufügen und zu einem groben Teig kneten.
  2. Den Teig halbieren. Eine Hälfte dritteln und jedes Drittel mit einer Teepulvermilch vermischen.
  3. Alle Teige einzeln zu glatten Teigen kneten und gehen lassen bis die Größe sich verdoppelt hat (ca. 2h bei Raumtemperatur, 6h im Kühlschrank).
  4. Alle Teige ausstoßen, die weiße Hälfte dritteln und flach ausrollen.
  5. Je einen weißen und einen gefärbten Teig übereinander legen, aufrollen, zu einer Rolle von etwa 3cm Durchmesser rollen und mit je 2cm Abstand Stückchen abstechen.
  6. Die Stücke ca. 1 Stunde ruhen lassen.
  7. Bei mittlerer Hitze 15 min im Dämpfkörbchen dämpfen.
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Kakaomantou vorm Dämpfen
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Matchamantou vorm Dämpfen
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Vor dem Dämpfen
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Fertige Mantou: links Schwarztee, rechts Rooibos
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Fertige Mantou: hinten Kakao, vorne Matcha

Vom Geschmack her fand ich die Matchamantou (und auch die Kakaomantou) noch einen Ticken besser als die Schwarztee-  und Rooibosmantou da die letzten beiden irgendwie nicht ganz so aromatisch waren. Aber das kann natürlich auch daran liegen, dass zwischen den beiden Mantouaktionen einige Tage lagen. Insgesamt aber war ich wirklich sehr zufrieden und bin auch schon motiviert statt des Vorteiges mal Mantou mit einem milden Weizensauerteig zu probieren.