Auswärts Tee trinken (und auch was essen): Teestübchen im Schnoor

Dass ich vom Teestübchen bisher noch nicht auf meinem Blog berichtet habe ist wirklich eine Schande. Doch die letzten Besuche dort hatte ich entweder meine Kamera vergessen, ein Stillkind zu beglücken oder eine Hochzeitsgesellschaft im Schlepptau. Jetzt aber ist es Zeit eins meiner absoluten Lieblingsrestaurants in Bremen zu würdigen. Denn 1. es ist ein Teestübchen, 2. gibt es da richtig gute regionale Küche und 3. ist es im Schnoor, dem niedlichsten Stadtteil Bremens (der mich immer an die Krämerbrücke in Erfurt erinnert) gelegen.

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Anlass des Besuchs war ein Mittagsdate mit meinem Monsieur. Und kaum hatten wir uns für das Teestübchen entschieden, wusste ich, was ich essen wollte: Kükenragout. Das grenzte dann auch relativ schnell meine Teewahl ein. Die Teekarte ist zwar ziemlich umfangreich, aber da für mich weder aromatisierte, noch Kräuter- bzw. Früchteaufgüsse in Frage kommen, dann doch überschaubar. Oft wähle ich einen Tee der Kategorie „Unsere Edelsten“. Diesmal, passend zum Geflügel/Garnelen-Geschmack, etwas ganz leichtes: der Spring Darjeeling.

Was bei dieser Kategorie besonders auffällt, ist die Anzahl der indischen Tees (10) im Vergleich zu den anderen Herkunftsländern (Sri Lanka 3, Nepal 1, China 1).  Außerdem sind es ausschließlich Schwarztees (allerdings weiß ich jetzt nicht mehr, ob es davor noch eine Seite gab und/oder ob es pro Teekategorie „Unsere Edelsten“ gab).  Das spiegelt eine sehr traditionelle und klassische Teeorientierung wieder, was noch besser zu verstehen ist, wenn man weiß, dass alle Tees von Ronnefeldt sind.

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Ausschnitt aus der Teekarte

Seit ich das erste Mal nach meiner Rückkehr aus Taiwan mir voller Enthusiasmus mehrere Großpackungen Darjeeling bei der Teekampagne bestellt hatte und dermaßen vom Geschmack enttäuscht wurde, habe ich diesem Klassiker oft die kalte Schulter gezeigt. Aber in letzter Zeit schafft es die ein oder andere Darjeelingprobe mich doch eines Besseren zu belehren, sodass ich mich an diesem First Flush Darjeeling versuchte. Mein Monsieur dagegen probiert immer mal wieder in den unterschiedlichsten Cafés die Chais. Allerdings konnte ihn noch keiner so richtig beeindrucken. Oft sind sie ihm zu lasch. Vielleicht hat er sich zu sehr an meinen Chai gewöhnt.

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links Chai, rechts Darjeeling Spring

Mit meinem Tee war ich zufrieden. Es war kein unglaubliches Teeerlebnis, aber gut zubereitet und angenehm zu trinken. Generell finde ich es beim Teestübchen super, dass alle Tees komplett fertig zubereitet serviert werden. Zum Einen heißt das, das man als Gast keinen Einfluss darauf hat, wie stark man seinen Tee gerne hätte, auf der anderen Seite wissen die Teestübchenleute am besten, wie sie ihre Tees zubereiten müssen, damit sie angenehm zu trinken sind. Ich persönlich finde diese Art des Servierens für Tee in der Gastronomie die passendste, wenn man davon ausgehen kann, dass das Personal den Tee gut kennt.

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Bremer Kükenragout

Zum Kükenragout gibt es auch noch eine kleine Geschichte: Vor einigen Jahren haben der Monsieur und ich einen Kochkurs zur Bremer Küche gemacht und neben Pluckte Finken (einen Bohneneintopf mit Apfel und Speck) auch Kükenragout (ein bisschen wie Frikassee auf Surf&Turf-Art: Geflügel mit Krabben/Shrimps/Garnelen, Pilzen und Gemüse in Krebssoße) kennengelernt. Bei genau diesem Kochkurs war zufällig auch die Inhaberin des Teestübchens Teilnehmerin (die ich später auch bei Slow Food wiedertraf), die ganz stolz von dem Kükenragout in ihrem Laden schwärmte. Also mussten wir das natürlich probieren gehen. Und schon beim ersten Mal war ich total begeistert! Generell liebe ich das Essen im Teestübchen! Wer regionale und saisonale Küche schätzt, wird hier auf jeden Fall fündig.

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Skreifilet

Ein weiterer großer Pluspunkt ist die Gemütlichkeit. Das Teestübchen ist schon relativ eng, aber es bietet Platz auf drei Etagen, die über eine sehr steile Treppe zu erreichen ist. Am liebsten sitze ich im 2. oder 3. Stock, da es dort noch ein bisschen uriger als im Erdgeschoss ist und die Küche nicht so weit entfernt ist.

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Inneneinrichtung 1. OG
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Blick ins Schnoor
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Von außen

Und nach dem zufriedenstellenden Besuch im Teestübchen kann man gemütlich durch die kleinen Gassen des Schnoors schlendern. Sollte ich auch mal wieder machen.

Auf einen Blick:

Teestübchen im Schnoor
Wüstestätte 1
28195 Bremen

So-Do: 10 – 18 Uhr
Fr+Sa: 10 – 22 Uhr

Bewertung: sehr empfehlenswert

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Auswärts Tee trinken (und auch was essen): Wohnküche Bremen

Bei einem Kochkurs an der Bremer VHS wurde mir die Wohnküche direkt bei Radio Bremen empfohlen. Seitdem ging einige Zeit ins Land, aber jetzt, endlich!, habe ich es mal geschafft. Da ich mir schon online mal die Karte angesehen hatte, wusste ich schon vor Betreten des Restaurants, was ich essen wollte: Tuna Burger. Klingt jetzt nicht so „WOW!“, aber für mich war das mal wieder ein erstes Mal. Doch bevor wir dazu kommen, noch eine wichtige positive Nachricht vorweg: Ich habe da ohne Probleme etwas zu trinken gefunden! Wahnsinn!

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links Wohnküchenpils, rechts Grüntee-Zitrone-Minze-Eistee

Ja, tatsächlich habe ich es als nichtkaffeetrinkender Teesnob unglaublich schwer in der Gastronomie etwas Passendes für mich zu finden. Das hat mehrere Gründe:

  1. Ich weigere mich Coca Cola, Fanta, Sprite & Co zu bestellen, weil das meistens eh aus dem Sirup-Wasserhahn kommt (ich hab mal bei Subway gearbeitet und bin seitdem colageschädigt)
  2. Saft ist immer überteuert und eh immer das Gleiche. Außerdem finde ich Saft zum Essen irgendwie zu schwer.
  3. Wein? Ich habe NULL Ahnung von Wein und werde von Alkohol zu schnell müde.
  4. Bier? Gerne, wenn es was Lokales/Besonderes/Selbstgebrautes/aus dem Fass ist. Beck’s gibts überall. Wenn ein Bremer Bier, dann bitte Hopfenfänger (sehr zu empfehlen!!), Haake Beck oder Hemelinger. Aber auch bei Bier gilt: ein Glas und ich bin müde für den Rest des Abends.
  5. Heiße Schokolade? Da muss ich echt schon sehr verzweifelt sein.
  6. Tee? Genau, ich bezahle 3€ für eine Minitasse zu kalt aufgebrühten Schwarztee ausm Beutel von Lidl.

Aber die Wohnküche hat mich lieb, denn die Wohnküche hat selbst gemachte Eistees! Ein Traum! Ein ganzes Glas voll Kram und Tee! Außerdem gibts lecker klingende Smoothies und Lassies. Aber selbstgemachter Tee hat mich sofort.

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Wohnküche-Burger und Ofenkartoffeln mit Salsa und Sour Cream

Der Monsieur und ich, wir sind Burgerfans und entgegen aller anderen Gäste, die fast alle die Tapas bestellten, probierten wir die hausgemachten Burger. Die Beilage war im Preis nicht inbegriffen, sodass sich jedes Gericht auf etwas 15-20 € zubewegte. Wirklich ein stolzer Preis. Aber das war es mir tatsächlich Wert, weil ich mein allererstes Thunfischsteak essen konnte. Ja, ich hatte ein hübsch gegrilltes großes Stück Thunfisch auf meinem Burger (in der Karte stand auch, dass der aus nachhaltigem Fischfang stammt). Und es war ein Genuss. Am Anfang hatte ich etwas Bedenken, da der Burger ja doch ganz schön klein war, aber satt wurde ich ohne Probleme.

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Tunaburger mit Wildkräutersalat

Fazit: Essen, das glücklich macht in einer sehr schönen Atmosphäre, die wirklich stark an den Film Soul Kitchen von Fatik Akin erinnert.