Tarobällchen und ähnliche aus Kürbis, Süßkartoffel und Urmöhre (芋圓,南瓜圓,地瓜圓,紫色胡蘿蔔圓)

Wie im letzten Beitrag angekündigt, fehlen noch ein paar Rezepte aus meinem VHS Kurs. Allerdings bin war ich in letzter Zeit der Adventszeit so mit der Weihnachtsbäckerei beschäftigt, dass ich ständig überlegt habe eher davon zu berichten. Dann wiederum fand ich das aber den Tarobällchen sehr ungerecht gegenüber, sodass sie nach langem Hin und Her nun endlich ihren Weg in die Blogosphäre schaffen sollen (Nach über 2 Monaten…). Immerhin sind sie doch so schön bunt.

Das erste Mal aß ich Tarobällchen 2011 in Jiufen (九份), einem sehr niedlichen kleinen Touristenstädtchen nordöstlich von Taipei, dass berühmt für diese kleinen Glibberbissen ist. Da es diese Bällchen fast an jeder Ecke roh und auch schon fertig zubereitet zu futtern gab, kam ich irgendwie nie auf die Idee sie selbst zu machen. Aber für meinen Kurs wollte ich es wagen. Und siehe da: fast jedes chinesische Rezept, dass ich bei meiner Suche fand, verwendete nur Taropüree und Stärke für den Hauptteig, um das Ganze dann in Wasser zu garen. Einfacher geht es ja fast nicht mehr. Allerdings hatte ich ganz schön an dem Stärkeproblem zu knabber. Ich glaube, ich habe darüber schon einmal in meinem Bubbleteabubblebeitrag geschrieben: es herrscht eine unglaubliche Uneinigkeit bei der Bezeichnung von Stärken im Chinesischen. Noch schlimmer wirds beim Übersetzen. In vielen Rezepten wird Tai Bai Fen (太白粉) verwendet. Diese Stärke ist sehr taiwanesisch und wird oft in taiwanesischen Rezepten verwendet. Als ich im Asialaden nachfragte, was Tai Bai Fen genau sei, antwortete mir die Verkäuferin (wahrscheinlich Chinesin?), es sei das gleiche wie Di Gua Fen (地瓜粉). Hm. Das wäre Süßkartoffelstärke oder Kartoffelstärke, je nachdem. Auf jeden Fall kaufte ich mir dann Tai Bai Fen aus Taiwan. Um sicher zu sein.

Nun aber zum eigentlichen Rezept:

Yu Yuan:

200g Taro (oder Kürbis oder Möhre oder Süßkartoffel)
50g Tai Bai Fen (Tapiokastärke) (eventuell mehr je nach Gemüseart)
Rohrohrzucker und Ingwer nach Belieben für den Zuckersirup

  1. Gemüse schälen, schnippeln und ca. 20 min weich dämpfen.
  2. Weiches Gemüse mit einer Gabel zerdrücken.
  3. Püree etwas abkühlen lassen und mit der Stärke zu einem glatten Teig vermengen. Wenn der Teig zu sehr klebt, einfach etwas mehr Stärke nehmen. Gerade beim Kürbis hatte ich das Problem, dass die Konsistenz nur durch viel viel Stärke so ähnlich wie die Tarobällchen wurde. 
  4. Den Teig zu einem Strang von etwa 1cm Durchmesser ausrollen und kleine Stückchen von 1cm abtrennen.
  5. In einem Topf ausreichend Wasser zum Kochen bringen und die Stückchen kochen bis sie an der Wasseroberfläche schwimmen.
  6. Für den Sirup den Zucker und Ingwer in Wasser aufkochen und etwa 10 min ziehen lassen. Lieber den Sirup etwas zu süß ansetzen, da die Bällchen komplett ungesüßt sind.
  7. In Sirup servieren.

 

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Fertige Bällchen

Da aus den angegebenen Mengen ziemlich viele Bällchen entstehen, kann man alles was zu viel ist, einfach noch roh einfrieren und dann bei Bedarf kochen.

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Tiefgefrorene Bällchen

Und nach den vielen schönen bunten Bilder jetzt der Disclaimer: Ich muss wahrscheinlich noch ein bisschen experimentieren, aber so richtig richtig begeistert haben mich meine Bällchen nicht. Und auch meine Kursteilnehmer fanden die Glibberdinger nur so naja. Kommt auch mal vor.

Möhren-Mokka-Kuchen

Es sollte mal wieder ein Kuchen zum Afternoontea her. Aber irgendwie wollte es außer Zwetschgen und Äpfel keine passenden Kuchenfrüchte mehr geben. Und Zwetschgen hatten wir erst kaum und mit Äpfeln möchte ich demnächst mal einen richtig schönen Applepie probieren, am liebsten mit dem Hefe-Mürbeteig-Boden. Ok, kein Obst also. Stattdessen gibt es Möhrchen im Kuchen. Da der Monsieur und auch ich Rüblikuche, Carrot Cake und Möhrchenkuchen super finden und es außerdem in meinem neuen Lieblingsbackbuch eine interessante Variation mit Mokka (ja, genau Kaffee auf meinem Teeblog!!!) gibt, wurde es ein Möhren-Mokka-Kuchen.

Im Ganzen
Im Ganzen

Und da das natürlich kein einfacher Möhrenkuchen ist, musste es doch einen Twist geben. Ja, natürlich! Dieses Mal durfte ich meinen fertigen Möhrenbiskuit aprikotieren (ich liebe dieses Verb!), um dann den Kuchen mit einer dünnen Marzipanschicht zu überziehen (das war ein Kampf!), um dann flüßiges Fondant darauf zu pinseln. Was Fondant angeht bin ich wirklich ein kompletter Anfänger (auch wenn wir letztes Jahr zur Weihnachtszeit unsere WG-Lebkuchen-T.A.R.D.I.S. sehr erfolgreich mit blauem Fondant verkleidet haben). Erst auf das Fondant kam dann fein gesiebtes Instantkaffeepulver. Ehrlich gesagt hatte ich ja schon ein bisschen Angst, dass ich jetzt extra für diesen Kuchen Instantkaffee kaufen muss. Aber glücklicherweise hinterließ mir eine indische Freundin neben einem Eimer für mich nicht identifizierbarer indischer Gewürze auch einen Beutel voller Teebeutel (für meine Mitbewohnerin) und ein paar Päckchen Instantkaffee (für meinen Kuchen).

Als Häppchen
Als Häppchen

So, wie schmeckt denn nun unser Möhrchenkuchen? Sehr süß. Was ein Glück, dass ich den in so kleine Häppchen geschnitten habe. Denn in so kleinen Dosen und zu einem schönen Schwarztee ist der Kuchen super. Aber in größerer Menge ist das einfach elendig süß. Aber ansonsten ist auch die Konsistenz sehr angenehm. Das Fondant ist etwas angehärtet und klebt dadurch nicht mehr allzusehr und der Möhrchenbiskuit ist sehr schön saftig.