Teeeier (茶葉蛋)

 

Unter den Snacks, die mit Tee zubereitet werden, sind Teeeier eigentlich DER Klassiker. Obwohl ich diese braunen, oft hart gekochten, Eier schon in China öfters mal gesehen habe, so habe ich sie eigentlich erst in Taiwan so richtig zu schätzen gelernt. Denn dort gibt es oft solche Eier in Bentos, die man im Bahnhof kaufen kann. Ich bin mir allerdings nicht zu 100% sicher, ob es sich hierbei auch um Teeeier handelt. Denn oft werden die Bentoeier als Lu Dan (滷蛋) bezeichnet und sind oft einfach nur braun und nicht marmoriert. Aber Freunde aus China und Taiwan meinten, dass Teeeier im Grunde auch eine Art Lu Dan seien, da sich das Lu auf Kochen in einer Würzsoße bezeichnet.

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Zugbento aus Taiwan

Da ich also gerne mal Teeeier zu Hause machen wollte, suchte ich nach Rezepten. Die gibt es wie Sand am Meer, denn Teeeier sind so einfach, dass jeder seine individuelle Abwandlung des Rezepts hat. Besonders unterhaltsam fand ich die folgende Videoerklärung.

Und noch während ich überlegte, ob ich meinen ersten Testversuch von Teeeiern schon der Welt vorstellen sollte, erschien ein Blogeintrag von Tee erleben – Teeblog.
Das kam mir wie gerufen, denn irgendwie war ich mit meinen ersten Teeeiern, die ich lose nach dem Videorezept und mit Mixiang Hong Cha gemacht hatte, nicht so vollends zufrieden. Teilweise auch, weil mir der Geschmack des Würzsuds an den Eiern nicht stark genug war.

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Hong Yu Oolong und Gewürze
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Mixiang Hong Cha und Gewürze

Deswegen probierte ich also das andere Rezept für Teeeier aus und pellte ein Ei noch vor dem Sudbad ab, sodass dieses so richtig der Teegewürzmischung ausgesetzt war.

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Zweiter Versuch: Teeeier in Hong Yu Oolong

Aber mal kurz zur generellen Zubereitung der Teeeier:

Teeeier:

Zutaten:

Eier
Tee (in meinem Fall einmal Mixiang Hong Cha und einmal Hong Yu Oolong)
Sojasauce
Zucker
Sternanis
Zimt
Lorbeer

Zubereitung:

  1. Eier nach eigener Präferenz in Wasser kochen: für harte Teeeier ruhig 10 Minuten, für eher weiche Teeeier 3 Minuten.
  2. Eier mit entweder komplett pellen oder mit einem Löffel die Schale anschlagen.
  3. Alle Zutaten in einen Topf mit Wasser geben und Eier darin einmal aufkochen.
  4. Sud mit Eiern darin abkühlen lassen und für 1-3 Tage in den Kühlschrank stellen.
  5. Zum Essen noch einmal kurz erwärmen und komplett pellen.
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Fertig gekochte Eier
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Abgepellte Teeeier
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Zweiter Versuch: geschälte vs. ungeschälte Teeeier in Hong Yu Oolong

Von meinen zwei Versuchen schmeckte mir das vollends gepellte Ei vom Hong Yu Sud am besten, wobei ich meine Teeeier lieber eher hart gekocht mag. Also eine Kombination der beiden Varianten wäre wahrscheinlich optimal. Darüber hinaus reizt mich aber auch noch das weitere Experimentieren mit anderen Teesorten.

 

 

Gerollter Mixiang Hong Cha aus Taichung (台中蜜香紅茶)

Es geht weiter mit der Mixiangvorstellung! Diesmal ist mein bisheriger Favorit an der Reihe: ein gerollter Mixiang Hong Cha aus Taichung. Als ich den das erste Mal bei meinem Teelehrer probiert habe, wollte ich beim Anblick des trockenen Blattes partout nicht glauben, dass es sich tatsächlich um einen Schwarztee handelt. Denn normalerweise sind taiwanesische Schwarztees gezwirbelt und nicht gerollt, schon gar nicht wie ein Oolong! Ich dachte wirklich, mein Teelehrer würde mich testen. Aber wie sich dann beim Aufbrühen herausstellte, handelt es sich wirklich wirklich wirklich um einen Mixiang Hong Cha.

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Trockenes Blatt

Auch wenn das Blatt so ungewöhnlich für einen taiwanesischen Schwarztee ist, darf dieser Tee bei mir auch in meine kleine Bero-Kanne, die mein Favorit für chinesische und taiwanesische Schwarztees ist. Und zum ersten Mal wage ich mich langsam an Stoff unter meinem Teegeschirr. Schon lange inspiriert duch die wunderschönen Chaxis, die ich in Taiwan und auch online gesehen habe, und neulich durch diesen Artikel zusätzlich angespornt, durfte das süße Pandatuch meiner lieben Teefreundin eingeweiht werden. Der Artikel beschreibt zwar, dass das trockene Aufgießen im Gegensatz zum sehr feuchten Gong Fu Style ein neuer Trend in der Zubereitung von Tee sei, aber das ist genau das, was ich in Taiwan von meinem Teelehrer gelernt habe. Allerdings wird Gong Fu Style oft als DIE chinesische Teezubereitungstradition schlechthin gesehen, sodass das trockene Zubereiten bisher weniger Aufmerksamkeit bekam. Ich selbst bereite meinen Tee fast ausschließlich trocken zu, obwohl ich durchaus noch am kleckerfreien Zubereiten arbeiten muss. Bambustischchen mit Auffangbecken für Wasser besitze ich zwar auch, aber selbst wenn  ich diese einsetze, dann oft mit Schüttwasserschale daneben, sodass es doch ziemlich trocken bleibt.

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Verwendetes Teegeschirr

Den Taichung Mixiang Hong Cha habe ich für diese Dokumentation nicht das erste Mal probiert, ganz im Gegenteil, ich habe ich undokumentiert schon ziemlich oft genossen. Vor allem auch, weil ich ihn so unglaublich interessant finde. Nicht nur das Blatt sorgt dafür, dass ich stundenlang davon schwärme, dass er trotz seines Auftretens als Oolong tatsächlich ein Schwarztee ist. Nein, auch der Geschmack ist die Wucht. So süß wie ein taiwanesischer Schwarztee nur sein kann. Und doch so ergiebig wie ein gut verarbeiteter Oolong! Auch wenn ich hier nur die ersten drei Aufgüsse fotografiert habe, die Blätter waren nach dem dritten Aufguss noch lange nicht vollständig geöffnet. Also folgten noch zwei weitere Aufgüsse, die noch ebenso geschmacksintensiv wie die vorigen waren.

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Aufguss 1 bis 3

Dadurch, dass die von mir gewählte Kanne wirklich sehr klein ist und sich die zu kleinen Kugeln gerollten Blätter aber ziemlich entfalten, füllen die nassen Blätter schon bald die gesamte Kanne gut aus. Das sorgt widerum dafür, dass so viele Aufgüsse möglich sind. Denn durch die Enge kann sich nicht jedes Blatt auf einmal in seine Ursprungsgröße zurück begeben. Es ist sogar noch gut zu erkennen, dass selbst nach 5 Aufgüssen nicht alle Blätter voll entfalten sind. Was auch spannend ist: zwischen all den für Schwarztee sehr typischen rötlichen Blättern, findet sich hier und da auch mal ein oolongig grün schimmerndes Blatt. Ist dieser Mixiang vielleicht gerade so an der Grenze zwischen Oolong und Schwarztee?

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Aufgegossenes Blatt

Wie aber auch bei den anderen Mixiangs fehlen mir auch bei meinem Favoriten leider viele Informationen.

Auf einen Blick:

Mixiang Hong Cha (蜜香紅茶)
Herkunftsort: Taichung, Taiwan
Erntezeitpunkt: Sommer 2015?
Kultivar: ?
Typ: Schwarztee
Bio-Zertifikat: k.A.
Preis (€/100g): k.A.

Mixiang Hongcha (蜜香紅茶)

Wie in meinem Übersichtsartikel zu den unterschiedlichen Mixiang Hongchas in meiner Teesammlung beschrieben, geht es jetzt endlich mit der Einzelvorstellung weiter. Im Gegensatz zu dem bereits vorgestellten Sanxia Mixiang, fehlt mir bei diesem hier  jede erdenkliche Information. Ich weiß nicht wo er her kommt, welche Varietät verwendet wurde, noch wann er geerntet wurde. Wobei ich den Erntezeitpunkt auf Sommer 2015 schätzen würde, allein auf der Annahme basiert, dass mein Teelehrer mir wahrscheinlich frischen Schwarztee geschenkt hat.

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Trockenes Blatt

Was diesen Mixiang auch vom Sanxia Mixiang unterscheidet, ist die Form der Blätter: dieser Mixiang hat wesentlich kleinere, dafür nicht so gerade gezwirbelte Blätter, die außerdem einige goldene Tips aufweisen. Während goldene Tips bei Assam und Darjeeling als Qualitätsmerkmal gelten, sind sie meines Wissens nach wohl nicht so aussagekräftig für chinesische und taiwanesische Schwarztees. Generell sind mir eher weniger tippy Schwarztees aus China und Taiwan bisher in die Tasse gekommen, aber das muss auch kein Beweis dafür sein, dass Tips unwichtig seien. Schließlich lerne ich auch noch dazu.

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Aufgüsse 1 bis 3

Die Aufgussfarbe ist schön schwarzteeig rot, so wie es soll. Geschmacklich bin ich bei diesem Tee noch etwas hin- und hergerissen, da er mir ziemlich schnell bitter wird. Jetzt nicht komplett ungenießbar bitter, aber schon merklich. Wahrscheinlich eignet sich dieser Mixiang auch ganz gut für Milchtee. Wobei mir das schon ein bisschen Leid um ihn täte. Ich sollte wohl noch ein bisschen mehr mit ihm üben, um seinen Charakter besser kennenzulernen.

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Aufgebrühtes Blatt

Aus den auf den ersten Blick ein bisschen unförmig wirkenden trockenen Blättern entfalten sich wirklich sehr schön gleichmäßige Blätter, die nach dem Aufguss sogar eher an einen sehr dunklen Oolong erinnern, da die aufgegossenen Blätter tatsächlich noch grün schimmern. Aber das ist auch schon beim Sanxia Mixiang der Fall gewesen. Vielleicht ist das ein Merkmal taiwanesischer Schwarztees?

Auf einen Blick:

Mixiang Hong Cha (蜜香紅茶)
Herkunftsort: ?, Taiwan
Erntezeitpunkt: Sommer 2015?
Kultivar: ?
Typ: Schwarztee
Bio-Zertifikat: k.A.
Preis (€/100g): k.A.