Kombucha Runde XYZ: Der wohl letzte seiner Art

Es gab schon lange keinen vollständigen Kombuchabeitrag mehr. Das liegt wahrscheinlich an meiner schwindenden Lust Kombucha zu trinken. Kombucha machen finde ich nach wie vor total spannend, aber soooooo prall sind die Ergebnisse jetzt auch nicht. Vor allem im Winter reizt es mich überhaupt nicht kühlschrankkalte Getränke in mich hineinzuschütten. Trotzdem möchte ich meine Scobys nicht sterben lassen. Gerade nachdem ich im Grunde eine komplett neue Generation von Mutterscobys gezüchtet habe.20151104_Urlaubsernte

20151104_Urlaubsernte2
Scobyausbeute nach dreiwöchigem Urlaub

Diese neue Muttergeneration enstand zwar eher durch meine Hektik vor der Reise, sprich Vergessen, den Kombucha aufzufrischen, aber Riesenscobys sind Riesenscobys. Schaut euch die Monster mal an! Teilweise machten die Scobys dreiviertel des Glases aus! Den glattesten und hübschesten der Scobys verschenkte ich an einen Freund, der meinen Kombucha von Anfang an toll fand. Er ist auch der einzige, der sich immer meldet, wenn ich jammere, dass ich meinen Kombucha nicht zu trinken schaffe.

Ein weiterer Punkt, der meine Kombuchaproduktion etwas erschwert ist, dass ich mein Teesortiment einmal so richtig ausgemistet habe und unter anderem auch sämtlich Pröbchen, die ich so nicht mehr trinken werde, entsorgt habe. Der Gedanke an Kombucha kam mir beim Ausmisten natürlich nicht. Genauso wenig achtete ich darauf, welche Teesorten ich bisher schon für Kombucha verwendet hatte. Denn hauptsächlich ging es mir diesmal darum, meinen Scobys frische Nahrung zu verschaffen.

20151104_LongjingMorimoto1
Links: Xihu Longjing, rechts: Morimoto Fancy Sencha

Deshalb wurde die wohl bisher letzte Kombucharunde in dieser Art mit Xihu Longjing und Morimoto Fancy Sencha bestritten. Denn Grüntees hatten sich bei der Kombuchaherstellung stets als sehr geeignet herausgestellt.

20151104_LongjingMorimoto2
Nach 11 Tagen

Da mir einmal die Doppelfermentation so schön gelungen war, wollte ich das wieder ausprobieren. Allerdings hatten wir nur Orangensaft im Haus. Na gut, einen Versuch ist es wert. Dachte ich.

20151104_LongjingMorimoto4
Nach einer Woche Abfüllung: oben Doppelfermentation mit Orangensaft, links Longjing, rechts Sencha

Orangensaft ist nicht wirklich für doppelfermentierten Kombucha geeignet. Denn das Ganze schmeckt dann einfach nur noch nach halbgärigem Orangensaft. Nicht zu empfehlen. Der pure Kombucha dagegen ist wirklich sehr angenehm geworden. Nicht zu süß, nicht zu sauer. Aber trotzdem wird es mir nicht so leicht fallen, die 0,6l alle zu bekommen. Winter ist einfach nicht der richtige Zeitpunkt für Kombucha, finde ich.

Wenn ich jetzt also schreibe, dass das hier der letzte Kombucha seiner Art gewesen ist, was passiert denn jetzt mit den Scobys? Die dürfen weiter rumkombuchen. Nur werde ich statt Trinkkombucha mal versuchen, wie Kombuchaessig so ist. Das heißt, statt 10 Tagen Reifung dürfen die Scobys in ein, zwei Monaten sämtlichen Zucker auffuttern und fleißig den Tee versäuern. Mal sehen, wie das wird.

Kombucha Runde 8: Qucha vs. Baozhong

Immer wieder neue Teesorten für meinen Kombucha zu finden gestaltet sich zunehmend schwerer. Denn zum einen möchte ich nicht unbedingt meine besten Tees opfern, zum anderen habe ich gar nicht mehr so viele angefangene Tees da. Aber hey, ich hab da doch noch eine ganze Menge Probetees rumliegen. Irgendwo in den Untiefen einer meiner Teekisten. Also werden ab jetzt Proben für Kombucha eingesetzt. Das ist nicht nur praktisch, weil ich dann nicht meine Lieblingstees kombuchen muss, sondern auch, weil die Proben dann endlich mal probiert werden und ich darüber hinaus weiterführend Experimente machen kann, welche Tees sich gut für Kombucha eignen und welche eher weniger.

Trockenes Blatt im Vergleich
Trockenes Blatt im Vergleich

Dieser Runde merkt man ein bisschen an, dass ich erst auf halben Weg auf die Teeprobenidee gekommen bin: denn es gibt noch einmal einen Baozhongansatz. Diesmal aber mit schwarzem Zucker, weil der sich als echt gut für meinen Kombucha herausgestellt hat. Gegen meinen letzten Rest meines geliebten Wenshan Baozhongs tritt in dieser Runde der Qucha von Pure Tea an, den ich irgendwann einmal gewonnen hatte, aber dann kaum getrunken hatte. Gerade habe ich festgestellt, dass es diesen Tee mittlerweile gar nicht mehr im Teesortiment von Pure Tea gibt. Naja.

Ab jetzt ist der Qucha immer links im Bild und der Baozhong rechts.

Frischer Ansatz: links Qucha, rechts Baozhong
Frischer Ansatz
Erntereif
Erntereif

Diesmaliges Erntehighlight war das Zusammenwachsen mehrerer Scobygenerationen. Im Grunde konnte ich zwei megafette Scobys ernten, ohne eigentlich zu wissen, wie viel Zuwachs es jetzt genau gab.

Geerntete Scobys
Geerntete Scobys

Und ich habe auch aus meiner letzten Ernte gelernt, dass ich nicht zu lange warten sollte, da ich ansonsten nur noch Teeessig vorfinde. Deshalb erntete ich schon nach 10 Tagen und war vor allem vom Quchakombucha schon sehr angetan. Nie im Leben hätte ich gedacht, dass dieser Tee, der bestimmt schon jahrelang in dieser Papiertüte vor sich hinvegetiert, so einen leckeren Kombucha kreiert. Der stahl da dem Baozhong echt ganz dreist die Show. Wie gut, dass ich noch einiges an Qucha da habe!

Fertiger Kombucha
Fertiger Kombucha

Nach meinen schon sehr zahlreichen Tests kann ich nun ziemlich sicher sein, dass Grüntee ein ziemlicher Garant für guten Kombucha zu sein scheint. Aber die Testreihe geht natürlich weiter. Mindestens solange, bis ich die wichtigsten Teesorten abgegrast habe.