Auswärts Tee trinken (und auch was essen): ZeN Bremen

Erst vor kurzem habe ich durch einen Beitrag bei LoveBremen erfahren, dass es in dem Gebäude der Stadtbibliothek Bremen ja auch eine Schar neuer Restaurants gibt. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich ja bis vor kurzem noch nie in der Stadtbibliothek war, da die Unibib bisher mein zweites Zuhause war, aber ich bin beeindruckt. Von der Stadtbibliothek ebenso wie vom leckeren Essen, was es in der Wache 6 so gibt. Immerhin habe ich aber schon 3 von 6 probiert, wobei nur ein Restaurant etwas mit Tee zu tun hat: das ZeN. Ein japanisches Restaurant ohne Sushi! Allein das begeistert mich schon, weil die japanische Küche doch so viel mehr als Sushi zu bieten hat (auch wenn Sushi natürlich super ist). Das ZeN hat sich auf vegane und vegetarische Speisen spezialisiert, wobei das Angebot oft wechselnd und sehr schön überschaubar ist. Aber ich war natürlich wegen des Tees da.

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Teekarte

So übersichtlich wie das Speisenangebot ist auch die Teekarte. Es gibt nur japanische Tees (Kabusecha, Sencha, Bancha, Houjicha, Matcha) und einen japanischen Kräuteraufguss (Shiso). Trotz meiner vielen Matchaexperimente, entschied ich mich für den Sencha. Mein Monsieur trinkt gerne Houjiacha, also wurde es der geröstete Tee für ihn. Was neben der Übersichtlichkeit auch im Vergleich zu anderen Bremer Teekarten auffällt, ist der Preis: 2,80 €  für ein Kännchen mit 3 Aufgüssen ist unschlagbar! (ZurErinnerung: Café Tölke 4,80€, Café Knigge 4,90€ für 2 Tässchen pro Kännchen)

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Aufgegossener Tee: links Houjicha, rechts Sencha
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Aufgegossenes Blatt: links Houjicha, rechts Sencha

Ein weiterer Pluspunkt sind die total niedlichen Kyūsu, in denen der Tee aufgegossen wird! Passend dazu gibt es hübsche Keramikschälchen, in die genau jeweils eine Portion passt. Ich würde den Inhalt einer Kanne vielleicht auf 70ml schätzen, also wirklich nicht zu wenig.
Jetzt aber mal zum Geschmack des Tees: der Houjicha war super. Den fanden mein Monsieur und ich beide sehr lecker, bei allen drei Aufgüssen. Der Sencha dagegen schmeckte nicht so frisch, wie ich es von meinen japanischen Tees gewohnt bin. Aber in der Karte steht ja auch, dass der Sencha nicht aus der ersten, sondern der dritten Pflückung stammt (was ich natürlich erst jetzt beim Schreiben auf dem Foto gesehen habe…). Joah, „ganz nett“ würde ich dem Sencha geben. Nicht schlecht, aber auch nicht weltbewegend. Gut dazu geeignet von Essen begleitet zu werden.

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Teesüßigkeitenkarte

Wir waren zwar schon vor 15 Uhr dort, blieben aber solange im ZeN bis das Schild mit der Teeseite umgedreht wurde. Schon vor dem Umdrehen bestellten wir zum Tee ein Sesam-Salz-Onigiri und einen Houjichapudding. Nach dem Umdrehen kam dann noch ein Taiyaki mit Kürbisfüllung dazu.

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links: Onigiri mit Sesam und Salz, rechts: Houjichapudding

Ich liebe Onigiri über alles und selbst so ein simples kleines Reisdreieck mit Sesam und Salz lässt mir das Herz aufgehen. Gäbe es ein Onigiri-all-you-can-eat wäre ich sofort dabei (dann aber bitte mit unterschiedlichen Geschmäckern). Also, das Onigiri war lecker. Der Houjichapudding auch! Er ist zwar von der Konsistenz sehr anders als Pudding, den man mit deutscher Sozialisation gewohnt ist, aber für mich nicht völlig fremd, da ich Agar-Agar-Pudding schon aus Taiwan kenne. Außerdem teilte mir die nette Bedienung mit, dass noch Sojamilch im Pudding war. In dem Sinne war es sogar ein bisschen wie Dou Hua. Den Houjicha konnte ich leider nicht allzu stark herausschmecken, aber die Karamellsauce war super zum Balancieren der Süße. Denn der Pudding an sich war nicht so süß.

Das Taiyaki mit Kürbisfüllung habe ich zwar nicht so schön abgelichtet bekommen, aber auch das war ziemlich lecker. Wir hatten die Auswahl zwischen Rote-Bohnen-Füllung, Schokofüllung oder Kürbisfüllung. Da ich rote Bohnen oft auch selbst als Füllung für alles mögliche nehme (zuletzt in meinen Eishautmondkuchen) und nicht so der Schokofan bin, musste es Kürbis werden. Die Füllung an sich war nicht süß, sondern schmeckte wirklich so richtig schön nach Kürbis. Aber die Waffelhülle war dafür angenehm gesüßt. Nun bin ich kein Taiyakiexperte, sodass ich nicht weiß, ob der Teig von Taiyaki generell eher knusprig und dünn ist oder doch eher fluffig weich sein sollte. Dieser hier war knusprig und dünn.

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Taiyaki mit Kürbisfüllung

Mit dem Fakt im Hinterkopf, dass ich schon seit Wochen davon redete ins ZeN zu müssen und meine Erwartungen mit jedem verstrichenen Tag stiegen, ist es schon eine Leistung nicht enttäuscht worden zu sein. Zwar wurde ich auch nicht megamäßig geflasht, aber auf jeden Fall sehr zufrieden gestellt.

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Kombucha Runde 2: Assam & Hojicha

Von meinem allerersten Kombuchaversuch war ich ja so begeistert, dass es gleich weiter gehen musste. Da ist es natürlich superpraktisch, wenn sich der gekaufte SCOBY einfach mal gleich vermehrt, sodass ich neue Scobys für neue Ansätze habe. Die kann ich dann verschenken (und dann bin ich nicht nur die Teeverrückte, sondern auch noch die. die Glibberdinger für Pilztee verschenkt). Aber noch ist es ja nicht so weit, schließlich muss ich erstmal ausreichend mit meinem Kombucha experimentieren, ehe ich den auf andere Leute loslasse.

Runde 2 meines Kombuchas wurde mit veränderten Parametern durchgeführt. Statt zweier unterschiedlicher Oolongs, treten diesmal Assam und Hojicha gegeneinander an.

Assam
Assam

Den Assam habe ich hier noch gar nicht vorgestellt, obwohl es der Tee ist, den ich wirklich fast jeden Tag trinke. Zum Frühstück. Als Milchtee. Aus einer Riesentasse (so 350 ml)! Das ist sozusagen mein Kaffeeersatz, mein Alltagstee, mein Start in den Tag. Und weil der immer richtig schön stark ist, dachte ich mir, dass das doch mal ein Versuch für meinen Kombucha interessant wäre.

Hojicha
Hojicha

Da man laut Anleitung für Kombucha auch Grüntee verwenden kann, ich mich aber zu zickig habe, meinen guten Grüntee bei 100°C für 15 Minuten ziehen zu lassen, fiel mir irgendwann mein Hojicha ein. Das ist Grüntee und dem schadet es auch nicht bei 100°C aufgebrüht zu werden. Außerdem kam das Röstaroma des Tieguanyins beim letzten Mal so gut zum Vorschein. Vielleicht funktioniert das mit Hojicha ja auch. Also einfach mal probieren!

Die beiden Ansätze bekamen diesmal auch einen etwas wärmeren Ort zum rumkombuchen. Ab jetzt ist der Assam immer links im Bild und der Hojicha rechts.

Neuer Ansatz: links Assam, rechs Hojicha
Neuer Ansatz: links Assam, rechs Hojicha
Nach einer Woche
Nach einer Woche
Kombuchansatz am Tag der Ernte
Nach 10 Tagen

Ja, es war zwar etwas kuschliger im Kombucharaum, aber so richtig fett wurden die Babyscobys diesmal irgendwie nicht. Und auch der Unterschied vom 7. und 10. Tag ist jetzt nicht unbedingt weltbewegend. Ich hätte den Kombucha gerne noch etwas länger fermentieren lassen, aber ich brauchte ihn als Geschenke. Also füllte ich den Ansatz schon nach 10 Tagen ab.

links Assam, rechts Hojicha
links Assam, rechts Hojicha

Unterschiedlicher hätten die Geschmäcker nicht sein können. Während der Hojicha anscheinend nicht besonders viel fermentiert wurde und somit noch wahnsinnig süß war, war der Assam fast schon Essig.

Fertig abgefüllter Kombucha
Fertig abgefüllter Kombucha

Jetzt weiß ich allerdings nicht, wie sich die Kühlung und anschließende Fermentierung im Kühlschrank auf die beiden Kombuchas ausgewirkt hätte, da ich die Flaschen kaum abgefüllt schon verschenkt hatte. Aber vielleicht geben mir die Beschenkten mal ein Feedback über den Geschmack.

Kumamoto Yabe Hojicha Yamato Sommer 2014 von yuuki-cha

Seit ich letztes Jahr begonnen habe mich etwas intensiver mit japanischen Tees zu beschäftigen, habe ich meine Liebe zu Hojicha entdeckt. Für mich schwankt dieser Tee regelmäßig zwischen Alltagstee und Genusstee, weil ich zum einen ohne Probleme auch mal eine Riesenkanne (also so 1 l) davon trinken kann, zum anderen aber ganz speziell zum Nachmittag meinen Teemoment einem mit viel Aufmerksamkeit zubereiteten Hojicha widmen kann.

Trockenes Blatt
Trockenes Blatt

Ja, da sind eine Menge Stiele drin, aber das ist für einen Hojicha erstens nichts außergewöhnliches und zweitens auch kein Mangel an Qualität, da das niedliche kleine zarte Stängelchen sind. Genau diese Stängelchen sorgen eigentlich dafür, dass der Hojicha ein super Alltagstee ist, da durch den geringeren Blattanteil ein mehrmaliges Aufgießen nicht besonders gut passt. Ich gieße meinen Hojicha meist zwei, allerallerallerhöchstens drei Mal auf.

Verwendetes Teegeschirr
Verwendetes Teegeschirr

Und da ich bisher nur eine Kyusu hatte, in der aber eher meinen Sencha zubereitet hatte und nun nicht mit dem Röstaroma meines Hojichas durcheinanderbringen wollte, habe ich mir einen hübschen Keramikhohin mit passender Schale von Petr Novák auf darjeeling.cz gekauft. Da diese handgefertigten Unikate immer ziemlich schnell ausgekauft sind, schau ich regelmäßig nach, ob es wieder hübsche Sachen gibt. Lohnt sich auf jeden Fall!

Aufgegossenes Blatt
Aufgegossenes Blatt

Nach dem Aufgießen lässt sich gut erkennen, dass der Hojicha trotz seiner durch die Röstung bedingte goldene Farbe im Aufguss, ganz klar ein grüner Tee ist.

Auf einen Blick:

Kumamoto Yabe Hojicha Yamato
Herkunftsort: Yamato, Kumamoto, Japan
Erntezeitpunkt: Mai 2014 (First Harvest, Ichibancha)
Röstung: leicht
Kultivare: ?
Bio-Zertifikat: ja, JAS
Preis (€/100g): 7,80 €