Es gibt viel zu tun, denn der Urlaub naht

Ich kann es kaum selbst glauben, aber ich habe gerade schlicht und ergreifend kaum Zeit für meinen Blog. Das macht mich schon ein bisschen traurig, da ich vor allem auch gar nicht so richtig weiß, was ich derzeit teeiges berichten soll. Denn mein einziger Teekonsum beschränkt sich in den letzten Tagen auf den morgendlichen Milchtee. Aber das wird sich alles bald bald bald ändern. Denn tatatataaaa ab Anfang Oktober nehme ich mir wohlverdienten Urlaub. Und es geht natürlich in Teegfilde: ein paar Tage Hong Kong und dann ein paar Wochen Taiwan. Ich kann es jetzt schon kaum erwarten! Und ich sprudel nur so vor Blogbeitragsideen, aber um die alle umzusetzen muss ich ja erst einmal vor Ort sein.

Da ich nach drei Jahren auch endlich mal wieder meinen Teelehrer sehen werde, möchte ich ihm ein Geschenk mitbringen. Es sollte mit Tee zu tun haben und möglichst nicht in Taiwan erhältlich sein. Wie schön, dass es in der Nähe von Bremen die ostfriesische Teekultur gibt! Als ich vor einer ganzen Weile mal im ostfriesischen Teemuseum in Norden war, lernte ich dort auch etwas über das Teegeschirr. Das Porzellan wurde zwar oft in Thüringen hergestellt, aber die traditionelle friesische Rose wurde erst in Ostfriesland von Hand draufgemalt. Und weil ich diese ostfriesische Rose schon damals so wunderschön fand, entschied ich mich für zwei ostfriesische Teetässchen (0,14 l) mit dazu passenden Untertassen.

20150924_Ostfriesentasse3Als ich danach gesucht habe, bin ich seltsamerweise nur bei Büntig Tee fündig geworden. Und leider leider gibt es da auch nicht alle Details zum Hersteller des Geschirrs. Aber schön sind die Tässchen und Tellerchen auf jeden Fall.

Gesamtansicht
Gesamtansicht

Zierlich und leicht zerbrechbar sind sie leider auch. Das lernte ich auf die harte Tour als ich ganz einfach unter warmen Wasser mit einem Schwamm die Ettikettenklebereste entfernen wollte und bei einer der Tassen plötzlich ein Teil der Tassenwand in der Hand hatte. Die neue Tasse ist schon bestellt, aber der Verlust ist trotzdem schmerzhaft. Hoffentlich überstehen die alle ihre Reise nach Taiwan.

Advertisements

Tees, die ich nicht trinke: King’s Crown Genießer Kollektion

Zu Ostern habe ich Tee geschenkt bekommen. Leute schenken mir gerne Tee und ich finde das natürlich total nett. Nur bin ich leider ein ziemlicher Teesnob und es ist somit ziemlich schwer mir Tee zu schenken, den ich auch wirklich trinken werde. Dieser Beitrag soll hier auf gar keinen Fall meine Undankbarkeit zeigen, sondern eher erklären, warum genau ich manche Tees einfach nicht trinken möchte. Wenn ich neue Leute kennen lerne und sage, dass Tee mein größtes Hobby ist, dann wird mir oft erzählt, dass dieser Grüntee mit Zitrone aus dem einen Teeladen da voll lecker sei oder dass sie auch gerne Kräutertees trinken, gerade im Winter und am Abend. Dann zu erklären, dass es nicht solche Tees sind, für die ich mich interessiere, ist für mich jedes Mal eine Gradwanderung zwischen Aufklären und Klugscheißen.

Eigentlich hatte ich mich sogar geweigert überhaupt irgendetwas zu Tees, die ich nicht trinke, zu schreiben. Aber meine Mitbewohnerin, die solche Tees dann immer vernichten muss, hat mich dazu überredet, doch zu erklären, was meine Beweggründe sind, manche Tees einfach zu umgehen.

Also gut. Generell gibt es von Anfang an für mich 3 knallharte Ausschlusskriterien für Tee, die dafür sorgen, dass ich sie nicht „mal probieren“ werde:

  • es handelt sich nicht um Tee im engeren Sinne, d.h. es ist kein Produkt der Camelia sinensis
  • es handelt sich um aromatisierten Tee, d.h. es gibt irgendwelche weiteren Zusätze/Zutaten
  • es handelt sich um Teebeutel
Verpackung
Verpackung

Dann passt ja unser erster Kandidat hier perfekt: King’s Crown Genießer Kollektion von Rossmann ist eine „Limitierte Edition“ „ausgewählter Sorten zum Entdecken“ (“ “ stehen für wortwörtlich von der Verpackung übernommene Beschreibungen). Das sind insgesamt 6×6 Teebeutel mit den folgenden Sorten:

Teebeutelverpackung
Teebeutelverpackung

Damit die Zusammensetzung der jeweiligen Sorten besser zu erkennen ist, habe ich die Teebeutel mal entfernt und den blanken Inhalt
untersucht. Das ist alles laut Packungsbeschreibung in den Teebeuteln:

  • Grüner Rooibos Sonne Afrikas: Grüner Rooibos (52%), Rooibos, Äpfel, Aroma, süße Brombeerblätter, Ananasfruchtstücke (Ananas, Maltodextrin), Mangofruchtstücke (Mango, Maltodextrin, Sonnenblumenlecithin), Bananenfruchtpulver (Glukosesirup, Bananenpüree)
  • Grüner Tee Orange-Ingwer: Grüner Tee, Aroma (Orange), Ingwer, Orangenschalen
  • Rooibostee Mango-Lassi-Chai: Rooibos (80%), Aroma (Joghurt, Mango), Süßholzwurzeln, Zimt, Ingwer, schwarzer Pfeffer, Kardamom
  • Grüner Tee Vanille: Grüner Tee, Aroma (Vanille), Vanille
  • Früchtetee Apfel-Dattel-Feige: Apfelstücke, Hibiskusblüten, Hagebutten, Johannisbrot, süße Brombeerblätter, Aroma, Dattel-Crispies (Dattelsaftkonzentrat, Apfelpüree), Feigen-Crispies (Feigenpüreekonzentrat, Apfelpüree), Säurungsmittel: Citronensäure
  • Weißer & Grüner Tee Granatapfel: Weißer Tee, Grüner Tee, natürliches Granatapfelaroma

Mmmmmmm. Lecker…. \end{Ironie}

Bei manchen Sorten waren kleine weiße Perlen zu erkennen, die ich nach Probieren als das jeweilige Aroma identifizieren konnte. Beim Grüntee Orange-Ingwer ist das besonders gut zu erkennen. Da schmeckten die Perlen nach Orangenbonbon. Auch Ingwer und Orangenschale ließen sich ohne Probleme finden. Schwieriger war es bei der Sonne Afrikas die Fruchtstückchen klar zu identifizieren.

Befreiter Tee
Befreiter Tee

Die Packung gibt als Zubereitungsanweisung für die beiden Rooibostees (Sonne Afrikas und Mango-Lassi-Chai) 100°C „sprudelnd kochendes Wasser“ für 5-6 Minuten an. Den Früchtetee (Apfel-Dattel-Feige) soll man auch mit „sprudelnd kochendem Wasser“ übergießen, aber für 5-8 Minuten ziehen lassen („Nur so erhalten Sie ein sicheres Lebensmittel“). Für die anderen drei Sorten (Orange-Ingwer, Vanille und Granatapfel) soll man „frisches Wasser zum Kochen bringen und kurz abkühlen lassen“ und dann den Tee für 3-4 Minuten ziehen lassen. Für meinen Vergleich hier, habe ich die Zubereitung leicht abgewandelt. Da ich den Tee ja schon aus seinem Gefängnis befreit hatte, entschloss ich mich das Zeug im Gaiwan unter Vergleichskonditionen zu testen. Das heißt, die drei 100°C-Sorten bekamen 100°C heißes Wasser für 3 Minuten und die „kurz abkühlen lassen“-Sorten bekamen 80°C heißes Wasser ebenfalls für 3 Minuten. Für die Zeit stellte ich mir sogar extra einen Timer!

Verwendetes Teegeschirr
Verwendetes Teegeschirr

Schon die trockenen Blätter rochen bei allen Tees viel zu stark und viel zu künstlich, dass ich sie eigentlich nicht weiter probieren wollte, aber was tut man nicht alles für seinen Blog. Beim Trinken ging es mir nicht besser. Da sie mir das Ganze eingebrockt hatte, musste meine Mitbewohnerin auch fleißig mittrinken. Die Sonne Afrikas schmeckte nach Kaugummi, ebenso wie Orange-Ingwer und Granatapfel. Der Mango-Lassi Chai schmeckte einfach nach wässrigem Chai, keine Spur von Mango-Lassi (zum Glück?). Vanille schmeckte krass bitter und ein bisschen nach Vanille. Der Früchtetee war erträglich aber echt süß.

Farblich bieten die Tees zwar in Kombination ein hübsches Bild, aber einzeln betrachtet sehen die wirklich nicht lecker aus. Der Orange-Ingwer war so trüb und graugrüngelb, dass ich ihn am liebsten weggeschüttet hätte. Aber vielleicht kam das ja auch nur, weil ich kein Sieb verwendet habe. Da der Teebeutel ja generell als Sieb fungiert, kann es ja sein, dass der Tee in der Tasse nicht so trüb wird.

Aufgüsse
Aufgüsse

Ok. So weit so gut, was stört mich jetzt an diesen Tees?

  1. Die wirklich sehr „außergewöhnlichen“ (absurden trifft es eher) Aromatisierungen: Warum soll ein Aufgussgetränk nach Mango-Lassi und Chai gleichzeitig schmecken?
  2. Grüner Tee/Weißer Tee wird als generische Teesorte behandelt. Welcher Grüntee/Weiße Tee ist das denn genau? Ein Sencha? Ein Gunpowder? Allesdurcheinander? Irgendwas Aufgekehrtes?
  3. Zu viele (künstliche?) Zutaten, die einen Geschmackseinheitsbrei ergeben. Das faszinierende an Tee ist, dass die Verarbeitung und Zubereitung von Blättern der Camelia sinensis allein so eine Vielfalt aufweist. Es sind einfach nur Blätter eines Busches und die können so unterschiedlich schmecken! Ein guter Tee braucht daher einfach keine weiteren Zusätze.
  4. 20150506_Teebeutel_Müll  Dieser viele Müll!

Mir gings nach dieser Verkostung nicht besonders gut. Vielleicht hatte ich einfach Hunger, vielleicht war es die Kombination zu vieler unterschiedlicher Geschmacksrichtungen, vielleicht war es mein Stolz, der mir auf den Magen schlug. Ich kann diesen Tee nicht trinken. Jetzt erstmal einen Tieguanyin.