Teepulverscones (Matcha & Houjicha)

Immer wenn ich wieder frische Erdbeeren auf dem Markt erstanden habe, zerbreche ich mir den Kopf darüber, was ich, außer natürlich frisch wegnaschen, noch so feines mit den roten Leckerlis machen könnte. Am allerallerallerliebsten würde ich die schönsten von ihnen in Bohnenpaste einkleiden und mit lecker Mochi umhüllen, also Erdbeer Daifuku machen. Aber leider hat es der letzte Klebreis geschafft, die Getreidemühle (aus Granit!) meiner Küchenmaschine zu sprengen. Also gibt es jetzt erstmal keine Mochi aus frisch gemahlenem Klebreis mehr. Wie wäre es dann mal mit etwas europäischerem? Scones? Die lassen sich ganz wunderbar mit Erdbeeren kombinieren. Wobei…so ganz europäisch bleibt es nicht. Ein bisschen Japan muss in Form von Teepulver noch rein.

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Verpackungen: links Houjichapulver, rechts Yame Matcha

Zum einen habe ich noch ein bisschen Houjichapulver aus Yamaguchi (auch aus dem Eisladen Kosetuen) übrig, das ich hier noch gar nicht groß vorgestellt aber immerhin schon einmal in den Teepulverpavlovas versteckt hatte. Zum anderen habe ich endlich wieder Matchanachschub. Diesmal entschied ich mich für einen einfachen Yame Matcha, da ich von meinem mitgebrachten Yame Matcha sehr begeistert war und ich gerade für Gebäck nicht den hochgradigsten Uji Matcha benötige. Trotzdem finde ich die Qualität dieses Matchas besser als herkömmliche Kochmatchas. Aber die ausführliche Vorstellung folgt demnächst.

Teilweise mag ich Houjicha sogar noch ein bisschen lieber in Süßspeisen als Matcha, da die Röstung eine so angenehme nussige Note reinbringt. Im Winter kommt das meiner Meinung nach noch besser zur Geltung, ist wahrscheinlich aber sowieso Geschmackssache. Mein Monsieur zieht beim direkten Vergleich Matcha immer dem Houjicha vor. Egal, zu welcher Jahreszeit.

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Houjichateig

Aber kommen wir mal zu den Scones. Um möglichst britische Scones zu fabrizieren, konsultierte ich Jamie’s Great Britian, worin sich im Kapitel zu Afternoon Tea ein Rezept zu Crumbliest Scones findet. (Dieses Kochbuch habe ich irgendwann einmal aus einem Urlaub in GB mitgebracht und bisher wahrscheinlich nur Sachen aus dem Afternoon Tea Kapitel gebacken.) In seinen Scones verwendet Jamie Oliver Trockenfrüchte. Nun fand ich das zum einen nicht so passend für mein Teepulvervorhaben, zum anderen bin ich die einzige in der Familie, die so richtig auf Trockenfrüchte abfährt. Außerdem nutzt er Self-raising flour, welches ich in Deutschland so noch nicht gesehen habe und auch nicht brauche, da ich ja eine Menge Sauerteig züchte. Der kann gefälligst auch mein Mehl zum Raisen bringen. Und Teepulver kommt natürlich auch noch rein.

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Matchateig

Hier also meine Variante:

Teepulverscones (ca. 20 dünne Scones zum Stapeln)

200g Weizenmehl 405
60g Lievito Madre (wenn nicht vorhanden, einfach 40g mehr Mehl und evtl. 20g mehr Milch in den Teig geben)
10g Teepulver
2g Backpulver (für den Fall, dass das mit dem LM nicht so ganz klappt)
20g Zucker
2g Salz
75g kalte Butter
1 Ei (L)
1-2 EL Milch
etwas Milch zum Bestreichen

  1. Ofen auf 200°C vorheizen
  2. Alle Zutaten bis auf das Ei und die Milch in eine große Schüssel geben und zusammenkrümeln. Ich ließ meine Küchenmaschine das einfach auf niedrigster Stufe für ca. 5-10 Min machen.
  3. Das Ei dazu geben und rasch verkneten. Bei einem zu trockenen Teig noch die Milch dazu geben. Möglichst wenig kneten.
  4. Den Teig zu einem Ball formen und für 15 Min in den Kühlschrank stellen.
  5. Auf einer bemehlten Fläche ausrollen. Für flache Scones zum Stapeln ca. 1,5-2 cm dick, für dicke Scones zum Aufschneiden mind. 3 cm dick ausrollen und Kreise ausstechen. Ich habe eine Form mit 5,5cm Durchmesser verwendet. Ein Trinkglas tut es auch.
  6. Wer jetzt feststellt, dass das zu viele Scones werden, kann sie nach dem Ausstechen einfrieren und später wieder aufbacken.
  7. Ausgestochene Scones mit Milch bestreichen
  8. 12-15 Min bei 200°C backen.
  9. Etwas abkühlen lassen, nach Belieben belegen, bzw. füllen und noch warm essen.

 

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Vorm Backen
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Fertig gebacken
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Belegte Matchascones mit Erdbeeren und Sahne

Ursprünglich wollte ich den Rahm der Sahne als Art Clotted Cream verwenden. Ich habe nämlich festgestellt, dass unsere regionale Sahne nach einigen Tagen einen wundervollen festen Rahm bildet. Also habe ich am Abend zuvor noch die Sahne in eine flache Schale gegossen und offen in den Kühlschrank gestellt, damit die Rahmfläche möglichst groß ist. Allerdings schien die Zeit nicht gereicht zu haben, denn so richtig fest war der Rahm leider nicht. Deswegen beschloss ich dann spontan, die Sahne einfach zu schlagen. Nach einem ersten, ziemlich matschigen, Versuch zuerst die Sahne und dann die Erdbeeren auf den Scone zu bringen, entschied ich mich dagegen und richtete fortan zuerst die Erdbeeren und dann die Sahne darauf an. Sorry, Devon Cream Tea, ich hab’s probiert, aber Cornwall war die einzige Möglichkeit hier.

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Belegte Houjichascones

Wie dem auch sei, ich bin begeistert von meinen Teepulverscones! Sowohl der Houjicha als auch der Matcha kommen sehr gut zur Geltung und harmonieren sehr schön mit Erdbeeren und Sahne. Ein großes Highlight war auch, dass das knallgrün des Matchas sogar das Backen überlebt hat! Die kamen wirklich so grün aus dem Ofen wie ich sie reingeschoben hatte! Ist das nicht ein Farbenspiel? Matchagrün, Erdbeerrot und Sahneweiß. Als einzige Pimpidee hätte ich noch Bohnenpaste. Sprich, Scone Bohnenpaste Erdbeere Sahne. Denn da die Scones an sich nicht besonders süß sind und durch das Teepulver sogar eine leicht herbe Note bekommen, und die Erdbeeren eher Säure hineinbringen, stelle ich mir süße Bohnenpaste sehr passend dazu vor. Ich hatte nur keine roten Bohnen mehr. Also nächstes Mal.

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Matchascone mit Erdbeer-Rhabarber-Marmelade und Sahne

P.S.: Nach dem fruchtigen Erdbeererlebnis kann die Erdbeer-Rhabarber-Marmelade als Aufstrich auf die Scones leider nicht mithalten.

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Erdbeer- und Heidelbeermochi (いちご大福, ブルーベリー大福)

Ich liebe Mochi! In allen Variationen. Doch eines meiner liebsten Mochi ist das Ichigo Daifuku, mit Erdbeeren gefüllte Mochi. Ich finde die fruchtige Säure der Erdbeere zusammen mit der süßen Rote-Bohnen-Paste und dem Reisgeschmack der weichen Hülle ist eine ganz wundervolle Kombination. Deswegen spielte ich schon eine ganze Weile mit dem Gedanken doch mal Ichigo Daifuku ganz von vorn zu machen. Klingt aufwendig, geht aber eigentlich wenn alle Zutaten zum richtigen Zeitpunkt vorrätig sind. (Ich hatte das Pech, dass beim ersten Versuch der Mochiteig zu weich war, beim zweiten Versuch die Früchte zu gären begannen, beim dritten Versuch der Mochireis alle und die Bohnenpaste aufgebraucht war. Und wenn ich es nicht endlich mal schaffe diesen Beitrag fertigzustellen, dann ist die Erdbeersaison endgültig zu Ende.)

Vom Reis zum Mochiteig

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Mochi (grob nach dem Rezept von wagashi-net):

100 g Mochireis (ich: Vollkornmochireis)
130 ml Wasser
40 g Zucker
1 EL Reissirup
Tapiokastärke zum Bestäuben

  1. Den Reis waschen.
  2. Zum Trocknen auf einem Backblech verteilen und ca. 30 min bei 100°C mit leicht geöffneter Ofentür trocknen.
  3. Getrockneten Reis in der Getreidemühle möglichst fein mahlen.
  4. Reismehl mit den restlichen Zutaten mischen.
  5. Bei starker Hitze ca. 30-45 min im Dämpfkörbchen dämpfen. Zwischendurch 1 bis 2 Mal durchrühren.
  6. Heißen Mochiteig auf ein großzügig mit Stärke bestäubtes Blech geben, etwas breit drücken und etwas abkühlen lassen.

Klassische Erdbeer- und Heidelbeermochi

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Daifuku mit Bohnenpaste:

Shiro-an (nach diesem Rezept von wagashi-net)
Koshi-an (nach dem Rezept für Shiro-an, nur mit Azukibohnen)
Erdbeeren
Heidelbeeren
Mochi
Tapiokastärke für die Hände und zum Wälzen

  1. Beeren waschen, putzen und trocken tupfen.
  2. Mit Bohnenpaste ummanteln und für max. 30 min ins Tiefkühlfach stellen.
  3. Mit Mochi ummanteln und in Tapiokastärke wälzen.

Mochi mit Schokolade

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Daifuku mit Schokolade:

100 g weiße Kuvertüre
10 g Matcha
Blaubeeren
Mochi
Matcha zum Wälzen
Kuvertüre zum Überziehen

  1. Kuvertüre klein hacken und über dem Wasserbad schmelzen.
  2. Matcha in die geschmolzene Kuvertüre sieben und gut vermischen.
  3. Blaubeeren mit Kuvertüre überziehen und abkühlen lassen.
  4. Mit Mochi ummanteln und entweder in Matcha wälzen oder mit Kuvertüre überziehen.
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Passt super zu Sencha

Insgesamt fand ich die ursprüngliche Variante mit Bohnenpaste um einiges besser als die Schokoladenmochi, da die Süße der Schokolade schnell alles überragt und dem leichten Reisgeschmack keine Chance gibt. Gleichzeitig ist die Schicht bei Schokolade um einiges dünner als bei der Bohnenpaste, was in meinen Augen die Aufschnittästhetik verringert. Aber vielleicht lässt sich eine Kombination aus beiden Varianten herstellen. Dafür müsste ich nur alle Zutaten wieder vorrätig haben.

Erdbeerbiskuittörtchen mit Matchapudding

Noch ein Geisterpost! Mensch, mensch, mensch, ich und meine Planung. Ähnlich wie mit dem Zhengshan Souchong habe ich auch diesen Beitrag schon ewig vor mir hergeschoben. Erst hatte ich schon so viele unterschiedliche Erdbeerkuchen und jetzt ist die Erdbeersaison ja schon vorbei. Jetzt, wo ich ihn nun schon unfreiwillig veröffentlicht habe, kann ich ja auch noch ein bisschen was dazu schreiben.

Vorgebackene Biskuittörtchenböden
Vorgebackene Biskuittörtchenböden

Diese ganz einfachen Biskuittörtchen habe ich mir selbst zusammenklamüsert. Für den Biskuitteig habe ich das Rezept aus Backen! Das Goldene von GU, den Pudding habe ich ganz simpel aus Vanillepuddingpulver mit Matcha versetzt kreiiert und darauf dann Erdbeeren gesetzt. Keine große Kunst aber farblich und auch geschmacklich durchaus ansprechend.

Matchapudding
Matchapudding

Biskuitboden:

4 Eier
200g Zucker
70g Mehl
40g Maisstärke

Ehrlich gesagt, bin ich mir nicht mehr sicher, ob die diese Mengenn oder nur die Hälfte für meine Törtchen verwendet habe. Aber die Zubereitung ist trotzdem die gleiche:

  1. Ofen auf 200°C vorheizen, Förmchen einfetten oder mit Backpapier auslegen
  2. Eier trennen.
  3. Eiweiß mit 30g Zucker steif schlagen
  4. Eigelb mit 70g Zucker und 4 EL heißem Wasser schaumig schlagen
  5. Eiweiß in die Eigelbmasse geben, Mehl und Stärke darauf sieben und alles vorsichtig unterheben
  6. Boden in die Förmchen geben und ca. 12-15 Minuten auf der mittleren Schiene backen.
  7. Auf einem Gitterrost auskühlen lassen
Fertige Törtchen
Fertige Törtchen

Matchapudding

500ml Milch
3 EL Zucker
1 Pck. Vanillepudding
1 TL Matcha

Während die Törtchen auskühlen, kann der Pudding vorbereitet werden. Die Menge des Matchas kann ganz nach Belieben variiert werden, je nachdem wie grün es werden soll.

  1. Pudding nach Packungsanleitung zubereiten.
  2. Etwas auskühlen lassen und erst dann den gesiebten Matcha einrühren, da Matcha etwas hitzeempfindlich ist und ich nicht nur die Farbe, sondern auch den Geschmack gut beibehalten wollte.
  3. Pudding noch etwas warm auf die Törtchenböden verteilen und Erdbeerstückchen in den Pudding stecken.
  4. Fertig!
Schöne Farbkomposition
Schöne Farbkomposition

Insgesamt sind diese Törtchen ein schneller, einfacher und hübscher Genuss, aber so richtig BOAH! sind die jetzt nicht. Die sind auch nicht schlecht, das auf keinen Fall, aber eben auch nicht so der Burner. Nett. Die sind ganz nett.