Meine Teebestellung bei yuuki-cha

Ich habe mir doch tatsächlich mal wieder Tee bestellt. Die letzte Bestellung liegt nämlich schon so einige Zeit zurück und wurde, glaube ich, hier auch gar nicht in aller Länge dokumentiert, da es sich um eine Bestellung für meine VHS-Kurse handelte. Aber diesmal hab ich Tee nur für mich bestellt! Naja, fast. Eigentlich hat mir mein Monsieur den entscheidenen Anstoß gegeben als er fragte, wann es denn den ersten Shincha geben würde und ob ich wieder welchen bestellt habe. Anscheinend war er von der letztjährigen Shinchabestellung so begeistert, dass er es kaum abwarten konnte, die diesjährigen Shinchas in der Tasse zu haben.

Nun war ich etwas zögerlich, da Shincha ja schon zügig ausgetrunken werden sollte und ich derzeit noch nicht wieder so große Mengen an Tee konsumieren kann. Vor allem Grüntee kann ich wegen der Gefahr am Abend nicht schlafen zu können eigentlich eher am Morgen als am Nachmittag trinken. Aber gleichzeitig war mit den ersten warmen Sonnenstrahlen auch mein Grünteedurst wieder da, sodass ich mich für zwei Shinchas, einen Matcha und endlich einen gemahlenen Sencha entschied.

Bei den Shinchas gab es zum Zeitpunkt meiner Bestellung (so Mitte Mai glaube ich) noch nicht so viel Auswahl wie jetzt, aber die Tees, die ich letztes Jahr schon bestellt hatte waren schon mit der neuen Ernte verteten. Ich überlegte also kurz, ob ich noch mal diese Tees bestellen sollte, um sie mit den noch übrig gebliebenen Resten (so viel zum zügigen Austrinken von Shinchas) zu vergleichen. Aber bei so viel Auswahl wäre es irgendwie auch langweilig Jahr für Jahr die gleichen Tees zu trinken. Als ich mir die Beschreibungen der Shinchas durchlas, gefiel mir vor allem die vom Sencha Shimofuri Masashige, weil dieser das Massenproduktionskultivar Yutakamidori verwendet, aber sämtliche Schritte der Teeproduktion allein vom Teebauern ausgehen. Außerdem ist die Dämpfmethode eine Zwischending zwischen mittel und stark gedämpft. Da mir letztes Jahr sowohl der mittel gedämpfte als auch der stark gedämpfte Shincha besser geschmeckt haben als der leicht gedämpfte, find ich das ganz spannend. Der Asatsuyu hat es in meinen Warenkorb geschafft, weil ich dieses Kultivar auch schon letztes Jahr dabei hatte (und bei der Bestellung aber dachte, Asatsuyu wäre der leicht gedämpfte Shincha gewesen) und einfach sehen möchte, wie sich dieses Kultivar in einer anderen Dämpfung so verhält.

Was ich allerdings schon sehr sehr sehr lange im Blick hatte war der gemahlene Sencha. Mal konnte ich mich nicht durchringen, weil ich mir nicht genau darüber im Klaren war, was ich dann damit machen will. Mal war er ausverkauft. Mal fand ich dass Sencha allein im Warenkorb einfach zu wenig Tee ist. Tja, endlose Ausreden. Das hat jetzt ein Ende, denn endlich kann ich meine Testreihe zum Thema „Matcha vs. Sencha“ starten. In meinem Kopf schwirrte diese Idee schon einige Zeit herum, aber als mich meine Tante fragte, welchen Matcha ich ihr für ihren morgendlichen Smoothie empfehlen würde, da antwortete ich, dass ich gemahlenen Sencha für so eine alltägliche Verwendung angebrachter finde. Denn Matcha ist, allein schon durch seinen Anbau und die Verarbeitung, ein sehr hochwertiger Tee und sollte meiner Meinung nach sehr reflektiert genossen werden. Aufgrund des Matchabooms in den letzten Jahren, wo ein Start-up nach dem nächsten den besten Superfood Matcha anbietet und es wirklich unüberschaubar wird, wer jetzt noch guten Matcha verkauftt, ist es allerdings normal geworden so etwas exklusives wie Matcha aufgrund von gesundheitlichen Vorzügen maßlos in sich hineinzuschütten. Meine Leitfrage für die kommenden Experimente daher: Kann ich Matcha ohne geschmacklichen Verlust durch gemahlenen Sencha ersetzen? So ganz einfach wird die Beantwortung dieser Frage nicht werden, denn schließlich ist Matcha ein komplett anderer Tee als Sencha. Ein halbwegs kräftiges „JA“ zu dieser Frage würde mich allerdings dazu veranlassen, vermehrt den nicht so hochwertigen gemahlenen Sencha dort zu verwenden, wo andere Zutaten den Geschmack eh verzerren, sprich Teemischgetränke, Gebäck, etc.

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Meine Teebestellung bei thés-du-japon

Man mag es kaum glauben, aber meine Teebestellung aus Japan, die ich eigentlich auch für mein Shinchaseminar gebraucht hätte, ist tatsächlich mal angekommen. Danke, Deutsche Post, für diese Gnädigkeit. Ich hatte mich ursprünglich extra für thés-du-japon entschieden, da deren Versand normalerweise immer etwas schneller als der von yuuki-cha ist. Außerdem gab es dort noch einige Teesorten, die ich bei yuuki-cha nicht gesehen hatte.

Was mir an thés-du-japon besonders gefällt ist, dass die (ehrlich gesagt nicht ganz so hübschen) Verpackungen nur so vor Informationen strotzen. Auf jeder einzelnen Packung (ok, bis auf die kostenlose Probe) steht der Teename auf Englisch und Japanisch, der Typ des Tees, der genaue Herkunftsort, die verwendeten Kultivare, das Erntedatum und ein Hinweis zur Zubereitung mit Angaben zur Menge der Teeblätter, Menge des Wassers, Temperatur des Wassers und Ziehzeit.

Meine Teebestellung
Meine Teebestellung

Und das sind die Tees, die ich bestellt habe:

Meine Teebestellung bei yuuki-cha

Es ist Shinchazeit! Und völlig ungeduldig wartete ich auf meine Shinchabestellung aus Japan von yuuki-cha, die nun doch endlich ankam. Passend zum frischen Tee hab ich mir auch noch 4 hübsche Porzellanschälchen mit Kirschblütendruck bestellt. Lustigerweise kam am gleichen Tag auch eine Postkarte aus Japan für mich an. Sehr passend.

4 neue Teetässchen
4 neue Teetässchen

Laut yuuki-cha sind die Tässchen handgefertigte Arita-Yaki (有田焼)

Auf einen Blick:

Hana Fubuki Arita Yaki Teapot
Material: Porzellan
Herkunft: Arita, Saga, Kyushu, Japan
Künstler: ?
Maße: ∅ 7,7 cm, Höhe 5,8 cm
Volumen: 120 ml
Preis: 4,44 € pro Stück

3 frische Shinchas
3 frische Shinchas

Als ich meine Shinchas bestellt hatte, gab es noch nicht so viel Auswahl, da die Ernte gerade erst frisch eingetroffen war. Aber mittlerweile hat yuuki-cha ein größeres Angebot. Die drei Shinchas, die ich mir gekauft habe, sind allesamt Scnchas aus Kagoshima und unterscheiden sich jeweils im Dämpfungsgrad und in den verwendeten Kultivaren. Da ich erst letztes Jahr damit begonnen habe, mich etwas ausführlicher mit japanischen Tees zu beschäftigen, interessiert mich die Auswirkungen des Dämpfungsgrades auf den Geschmack des Tees besonders. Damit ich also ein bisschen mehr über japanische Shinchas lernen kann, werde ich demnächst diese drei Neulinge probieren: