Frühjahrsputz im Teeregal

Wir sind umgezogen und erst jetzt konnte ich so richtig mein Teespielzeug komplett auspacken und an seinen Ort stellen. Dabei sind mir so einige Teesachen in die Hände gekommen, die ich zwar gern im Regal stehen habe, aber eigentlich gar nicht benutze. Deswegen gebe ich diese gern in andere Teeliebhaberhände ab.

Auf ebay Kleinanzeigen habe ich mehrere Anzeigen geschaltet, aber nur hier gibt es die ultimative Übersicht:

Zwei chinesische Teeschalen

Diese Teetässchen habe ich 2008 in Foshan gekauft und sie waren meine ersten selbst erstandenen Teetassen. Sie haben innen die Struktur eines Blattes und sind wirklich hübsch anzusehen. Da sie für meinen Geschmack aber einen zu dicken Rand haben und ich generell helles Innenleben in meinen Schälchen bevorzuge, möchte ich mich von diesen zwei Schönheiten verabschieden.

Preis: 10 € für beide

Eine original Yixingkanne

Diese Kanne habe ich selbst einmal über Kleinanzeigen erstanden, aber ich habe sie nie genutzt, weswegen sie weiterziehen darf. Sie ist für chinesische Teekannenverhältnisse ziemlich groß (ca. 400 ml) und noch komplett unaromatisiert, somit also für jeden Tee offen.

Preis: 8 €

Zwei japanische Porzellanbecher

Diese Becher sind ein Mitbringsel des letztjährigen Japanurlaubs. So schön sie auch sind, ich habe nie daraus getrunken. Vielleicht liegt das daran, dass sie für Bechertees, wie Milchtee oder Matcha Latte, ein bisschen klein, für Genusstees aber wiederum zu groß sind. Ich schätze das Fassungsvermögen auf ca. 150 ml.

Preis: 15 € für beide

Eine Porzellankyusu aus Arita

Diese Kanne haben wir von unserem Besuch bei der Kouraku Porzellanfabrik in Arita (Geburtsstätte des japanisches Porzellans) mitgebracht. Da sie schon einige Zeit in den Lagerhallen dieser Fabrik verbrachte, ist sie möglicherweise schon fast antik. Sie hat ein Fassungsvermögen von ca. 300 ml und eine leicht abgesplitterte Tülle, welche die Funktionsfähigkeit keineswegs einschränkt.

Preis: 5 €

Ein 6-teiliges Set chinesisches Teebesteck aus Bambus

So ganz genau weiß ich nicht mehr, ob ich dieses Set in Foshan gekauft habe oder später irgendwann einmal geschenkt bekommen habe. Es ist sehr dekorativ, aber benutzt habe ich es nie, da ich meinen Tee immer mit den Händen anfasse (bzw. direkt aus der Tüte in die Kanne kippe) und auch vor heißen Tässchen nicht zurückschrecke. Das Set besteht aus einem Teelöffel, einem Greifer, einem Picker und noch einem Stäbchen sowie einer Teeeinfüllhilfe und einer Vase, die alles schön vereint.

Preis: 5 €

Einen Teesiebhalter aus Ton

Da ich für meine Tees keine Siebe verwende, brauche ich weder Hand noch Siebe. Aber sie sahen immer hübsch aus auf meinem Gong Fu Cha Tischchen.

Preis: 5 €

 

Wenn ihr davon gern etwas hättet, schreibt mir einfach eine Nachricht.

Am allerallerallerliebsten wäre mir Selbstabholung, bei Abnahme mehrerer Dinge kann ich aber auch ein Auge zudrücken und die Sachen postalisch versenden.

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Auswärts Tee trinken (und auch was essen): Teestübchen im Schnoor

Dass ich vom Teestübchen bisher noch nicht auf meinem Blog berichtet habe ist wirklich eine Schande. Doch die letzten Besuche dort hatte ich entweder meine Kamera vergessen, ein Stillkind zu beglücken oder eine Hochzeitsgesellschaft im Schlepptau. Jetzt aber ist es Zeit eins meiner absoluten Lieblingsrestaurants in Bremen zu würdigen. Denn 1. es ist ein Teestübchen, 2. gibt es da richtig gute regionale Küche und 3. ist es im Schnoor, dem niedlichsten Stadtteil Bremens (der mich immer an die Krämerbrücke in Erfurt erinnert) gelegen.

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Anlass des Besuchs war ein Mittagsdate mit meinem Monsieur. Und kaum hatten wir uns für das Teestübchen entschieden, wusste ich, was ich essen wollte: Kükenragout. Das grenzte dann auch relativ schnell meine Teewahl ein. Die Teekarte ist zwar ziemlich umfangreich, aber da für mich weder aromatisierte, noch Kräuter- bzw. Früchteaufgüsse in Frage kommen, dann doch überschaubar. Oft wähle ich einen Tee der Kategorie „Unsere Edelsten“. Diesmal, passend zum Geflügel/Garnelen-Geschmack, etwas ganz leichtes: der Spring Darjeeling.

Was bei dieser Kategorie besonders auffällt, ist die Anzahl der indischen Tees (10) im Vergleich zu den anderen Herkunftsländern (Sri Lanka 3, Nepal 1, China 1).  Außerdem sind es ausschließlich Schwarztees (allerdings weiß ich jetzt nicht mehr, ob es davor noch eine Seite gab und/oder ob es pro Teekategorie „Unsere Edelsten“ gab).  Das spiegelt eine sehr traditionelle und klassische Teeorientierung wieder, was noch besser zu verstehen ist, wenn man weiß, dass alle Tees von Ronnefeldt sind.

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Ausschnitt aus der Teekarte

Seit ich das erste Mal nach meiner Rückkehr aus Taiwan mir voller Enthusiasmus mehrere Großpackungen Darjeeling bei der Teekampagne bestellt hatte und dermaßen vom Geschmack enttäuscht wurde, habe ich diesem Klassiker oft die kalte Schulter gezeigt. Aber in letzter Zeit schafft es die ein oder andere Darjeelingprobe mich doch eines Besseren zu belehren, sodass ich mich an diesem First Flush Darjeeling versuchte. Mein Monsieur dagegen probiert immer mal wieder in den unterschiedlichsten Cafés die Chais. Allerdings konnte ihn noch keiner so richtig beeindrucken. Oft sind sie ihm zu lasch. Vielleicht hat er sich zu sehr an meinen Chai gewöhnt.

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links Chai, rechts Darjeeling Spring

Mit meinem Tee war ich zufrieden. Es war kein unglaubliches Teeerlebnis, aber gut zubereitet und angenehm zu trinken. Generell finde ich es beim Teestübchen super, dass alle Tees komplett fertig zubereitet serviert werden. Zum Einen heißt das, das man als Gast keinen Einfluss darauf hat, wie stark man seinen Tee gerne hätte, auf der anderen Seite wissen die Teestübchenleute am besten, wie sie ihre Tees zubereiten müssen, damit sie angenehm zu trinken sind. Ich persönlich finde diese Art des Servierens für Tee in der Gastronomie die passendste, wenn man davon ausgehen kann, dass das Personal den Tee gut kennt.

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Bremer Kükenragout

Zum Kükenragout gibt es auch noch eine kleine Geschichte: Vor einigen Jahren haben der Monsieur und ich einen Kochkurs zur Bremer Küche gemacht und neben Pluckte Finken (einen Bohneneintopf mit Apfel und Speck) auch Kükenragout (ein bisschen wie Frikassee auf Surf&Turf-Art: Geflügel mit Krabben/Shrimps/Garnelen, Pilzen und Gemüse in Krebssoße) kennengelernt. Bei genau diesem Kochkurs war zufällig auch die Inhaberin des Teestübchens Teilnehmerin (die ich später auch bei Slow Food wiedertraf), die ganz stolz von dem Kükenragout in ihrem Laden schwärmte. Also mussten wir das natürlich probieren gehen. Und schon beim ersten Mal war ich total begeistert! Generell liebe ich das Essen im Teestübchen! Wer regionale und saisonale Küche schätzt, wird hier auf jeden Fall fündig.

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Skreifilet

Ein weiterer großer Pluspunkt ist die Gemütlichkeit. Das Teestübchen ist schon relativ eng, aber es bietet Platz auf drei Etagen, die über eine sehr steile Treppe zu erreichen ist. Am liebsten sitze ich im 2. oder 3. Stock, da es dort noch ein bisschen uriger als im Erdgeschoss ist und die Küche nicht so weit entfernt ist.

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Inneneinrichtung 1. OG
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Blick ins Schnoor
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Von außen

Und nach dem zufriedenstellenden Besuch im Teestübchen kann man gemütlich durch die kleinen Gassen des Schnoors schlendern. Sollte ich auch mal wieder machen.

Auf einen Blick:

Teestübchen im Schnoor
Wüstestätte 1
28195 Bremen

So-Do: 10 – 18 Uhr
Fr+Sa: 10 – 22 Uhr

Bewertung: sehr empfehlenswert

Chinesisch Neujahr an der Uni Bremen

新年快樂!萬事如意!恭喜發財!

Seit gestern ist das Jahr des Hundes angebrochen und morgenwird das ausgiebig gefeiert. Zum 15. Mal veranstaltet die Huawei Chinesischschule die chinesische Neujahrsfeier und nun darf ich schon das 5. Jahr in Folge dort Tee ausschenken.

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Offizielles Poster

Heute war schon der allgemeine Aufbau der Stände und das Ausschmücken Gebäudes dran. Und da ich mit 4 zusammengestellten Tischen und ein paar Stühlen damit recht schnell fertig war und es nichts weiter vorzubereiten gab, fing ich schon mal an für die ersten Interessierten den ersten Tee zuzubereiten: den Menghai 7652. Aber morgen gibt’s natürlich noch viel mehr. Die ganze Palette der chinesischen Tees. Außer grün. Irgendwie habe ich tatsächlich keinen chinesischen Grüntee im Haus. Aber ansonsten habe ich zwei weiße Tees, so einige Oolongs, schwarze Tees und zwei unterschiedliche Pu Erhs, die nur darauf warten verkostet zu werden.

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Wer also morgen Lust verspürt mal für einen Sonntagnachmittag in die chinesische Neujahrswelt einzutauchen und mit mir die ein oder andere Tasse Tee trinken möchte, ist herzlich eingeladen zum GW1 der Uni Bremen zu pilgern. Ich warte in der 2. Etage auf euch und teile mir den Raum mit sehr talentierten Kalligraphiekünstlern.