Teevorsätze für 2019

好久不見啊! Lange nicht gesehen!

20190113_image4

Während mein kleiner feiner Blog hier seit Juli im Ruhezustand verharrte, hat sich im analogen Leben so einiges ereignet. Das letzte Jahr ist mit vielen Erkenntnissen zu Ende gegangen und ich habe tatsächlich das erste Mal so richtig konkrete Vorsätze, was das neue Jahr betrifft. Natürlich bleibt mein Blog davon nicht unberührt. Denn da die Unentschlossenheit einen sehr starken Einfluss auf meine Schreibsamkeit, oder eben die Abwesenheit dieser, hatte, musste sich etwas ändern. Und darum soll es jetzt gehen.

20180613_HuangShanMaofeng2

Ziele erreichen

Auf meinem Blog habe ich noch nie von meinem eigentlich großen Ziel in der Teewelt gesprochen. Dabei ist einer meiner ersten Sätze in allen meiner Teeveranstaltungen „Mein größter Wunsch ist es mein eigenes Teehaus zu eröffnen.“ Seit über 10 Jahren trage ich diesen Wunsch nun mit mir herum und male mir sehr gern aus, wie es so wäre, ein Teehaus zu betreiben. Dass das natürlich kein Kinderspiel sein wird, ist mir klar. Dass das nicht einfach mal so nebenbei geplant und umgesetzt werden kann, ist mir auch klar. Dass das nicht ohne ein vorhandenes Kapital funktioniert, ist mir auch klar. Deswegen spare ich seit geraumer Zeit und bin daher geldtechnisch gesehen schon etwas näher an meinem Traum. Wie ich das allerdings so richtig konkret anpacken möchte und wann genau nun der Wunsch Wirklichkeit werden soll, da bin ich mir wiederum nicht sicher. Mein Ziel für dieses Jahr ist es daher, eine Antwort auf die oft gestellte Frage „Und wann geht’s los mit dem Teehaus?“ zu finden. Das bedeutet konkret, dass ich mich ernsthaft damit auseinandersetzen möchte, welche Schritte zur Realisierung notwendig sind und wie ich diese zeitlich planen kann.

20180703_tenkeishisumatcha3

Lernen und teilen

Ich liebe es immer weiter in die Welt des Tees einzutauchen und Neues zu entdecken und zu lernen. Natürlich ist es wie mit allem was man lernt: Am Anfang ist alles neu und vieles geht sehr schnell, aber mit zunehmender Expertise gibt es immer weniger subjektiven Fortschritt und trotzdem das Gefühl, nie genug zu wissen, um wirklich als Experte zu gelten. Andere wissen immer mehr als man selbst. Ein ähnliches Problem hatte ich mit meiner begonnenen Dissertation, wobei mich dabei diese Unwissenheit dermaßen übermannt hat, dass es eine große Erleichterung war, die Promotion abzubrechen. Mit Tee empfinde ich es nicht als Belastung, sondern eher als Bereicherung zu sehen, wie andere Teeliebhaber mit ihrer Teebegeisterung umgehen und diese weiter zu nähren wissen. Daher möchte ich in diesem Jahr verstärkt dokumentieren, was ich Neues gelernt habe und mich darauf konzentrieren das auch gebührend zu würdigen.

Gleichzeitig ist es schön, mein eigenes Teewissen an andere Interessierte weiterzugeben. Schon seit 2013 gebe ich Teekurse an der VHS Bremen. Mittlerweile sind aber noch die Kreisvolkshochschule Wesermarsch, Slow Food Bremen und MyCupOfTea als Anbieter meiner Teeveranstaltungen hinzugekommen. Außerdem habe ich mich dazu entschlossen, endlich ein regelmäßiges Teetreffen zu veranstalten, um auch dann Teeideen umzusetzen, wenn mal eine Veranstaltung ausfallen sollte. Oder wenn ich mal ein richtig teegeekiges Thema behandeln möchte. Als Neuerung für dieses Jahr gibt es also zwei Kategorien von Teeveranstaltungen: öffentliche und private.

Öffentliche Teeveranstaltungen sind sämtliche Veranstaltungen, die ich für Slow Food und die VHS anbiete, sowie meine alljährliche Teilnahme an der Chinesisch Neujahrsfeier der Huawei Chinesischschule. Letzteres ist übrigens schon am 10.02.2019 und wie stets kostenlos.

Private Teeveranstaltungen sind solche, die entweder über Buchung eines Teesalongs bei MyCupOfTea oder auf Anfrage bei mir stattfinden. 

20190119_JinJunMei3.jpg

Minimalismus, Achtsamkeit und Entschleunigung

Diese drei Schlagwörter sind derzeit sehr beliebt und machen auch bei mir nicht Halt. Auch, wenn ich es bisher wenig zur Sprache gebracht habe, so hat sich mein analoger Alltag im letzten Jahr hinsichtlich dieser drei Themen sehr stark verändert. Natürlich hat der Prozess zu einem nachhaltigeren Lebensstil nicht plötzlich begonnen, sondern schleicht schon seit meiner Rückkehr aus Taiwan durch mein Gemüt. Der Tee spielt dabei keine unbedeutende Rolle. Denn mein Teelehrer legte gute Grundsteine für Achtsamkeit, indem er mir die Ehrerbietung für Tee einflößte.

Bis der Minimalismus in mein Teeregal Einzug erhielt, dauerte es dagegen länger. Gerne hätte ich noch diese oder jene Keramik und diesen oder jenen Tee sollte ich auf jeden Fall auch probieren. Wenn es um Kleidung geht, bin ich schon ziemlich lange sehr konsumkritisch eingestellt, aber bei Tee gebot eher mein Bankkonto Einhalt als mein Verstand. Nun war 2018 finanziell gesehen nicht mein erfolgreichstes Jahr, sodass ich gezwungen war von meinen Vorräten zu zehren. Und es tat mir sehr gut! Denn es macht unerwartet viel Spaß einen richtig guten Tee leerzutrinken. Mit der leeren Packung und der schönen Erinnerung an den leckeren Geschmack des Tees hat dieser genau sein Ziel erreicht. Nun ist also der nächste tolle Tee an der Reihe mir zu zeigen, was er parat hat. Mit der Konzentration auf weniger Tees wurde ich auch sehr viel experimentierfreudiger, was die Zubereitung betrifft. Das wiederum führte zu einer viel entspannteren Haltung beim Teemachen allgemein, sodass ich ein besseres Gefühl für den jeweiligen Tee bekommen konnte. Deswegen möchte ich in Zukunft gern meine getrunkenen Tees erst dann vorstellen, wenn sie bereits ausgetrunken sind. Das heißt als logische Schlussfolgerung, dass ich meine Beiträge zu einzelnen Tees sehr viel langfristiger anlegen kann und auch sollte. Und hier kommt die Entschleunigung ins Spiel. „Gut Ding will Weile haben“ ist ein Spruch, dem ich früher wenig Beachtung schenkte und mittlerweile voll verinnerlicht habe. Hier ist aber nur in geringem Maße der Tee Schuld, sondern viel mehr unser täglich Brot, dass ich seit gut vier Jahren selbst backe und seit fast einem Jahr ausschließlich mit Sauerteig. Viele kleine, selten aber mühsame oder komplizierte Handgriffe, führen in Kombination mit sehr viel Zeit zum gewünschten Ziel. So ähnlich stelle ich mir das mit meinen Teebeiträgen zu bestimmten Teesorten in Zukunft vor: ich blogge Schritt für Schritt ein bisschen zu dem Tee, jedes Mal, wenn ich etwas Neues an ihm entdeckt habe und veröffentliche den Beitrag erst nach dem Austrinken.

20190126_Vorsätze.jpg

Was mich glücklich macht, bleibt.

Am Anfang des Jahres stolperte ich durch Netflix über die Konmari-Methode und habe mir prompt, nachdem es kein Leihexemplar mehr in der Bibliothek gab, das gesamte Hörbuch angehört. Durch diese Grundidee „Was mich glücklich macht, bleibt.“ habe ich mich von einigen Dingen trennen können und fühle mich tatsächlich wohler. Auch vor meinem Teegeschirr habe ich keinen Halt gemacht und nur das behalten, dass in mir dieses gewisse Glücksgefühl auslöst. Das heißt, ich habe wieder einiges in interessierte Hände abzugeben.

Auch habe ich zwar darüber nachgedacht, es dann aber doch nicht weiter in Betracht gezogen, diesen Blog zu schließen. Denn es macht mich wirklich glücklich hier meine Teeinteressen zu teilen und für mich zu dokumentieren, wie sich meine Teereise entwickelt. Daher: Keine Sorge, es geht weiter.

Ich freu mich auf 2019. Ihr seid hoffentlich ordentlich teedurstig?

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s