Bio Matcha Kirishima Premium von Miyabi

Seit unserem Japanurlaub bin ich dem Matcha voll und ganz verfallen. Das konnte man wahrscheinlich schon etwas erahnen, da es in letzter Zeit doch sehr matchalastig auf meinem Blog zugeht. Dabei bin ich diejenige, die den Matchahype so verurteilt. In Hinblick auf die Schwämme von schlechten und mittelmäßig, aber dennoch vollkommen überteuerten, Matcha hat sich meine Meinung keineswegs geändert. Allerdings habe ich für mich verstanden Matcha viel besser zu genießen. Zum einen liegt das an den Matchaerfahrungen in Japan, vor allem die private Matchasession in Aio. Auf der anderen Seite gibt es einen ganz banal scheinenden Grund: ich habe endlich vernünftige Matchaschalen! Und da ich meinen Minivorat aus Japan (20g Hoshino Matcha, den ich zwar fast täglich getrunken, aber nicht sehr ausführlich dokumentiert habe) so schnell leerte, habe ich mir nun auf die Fahne geschrieben weitere richtig leckere Matcha zu finden.

Den Anfang meiner neuen, etwas langwierigeren Testreihe macht der Bio Matcha Kirishima Premium von Miyabi. Dass ich mich für diesen Tee entschieden habe, war etwas mehr dem Zufall geschuldet. Denn für eine meiner japanischen Mitbringselkannen fehlte mir ein passender Henkel und mir gefiel einer der Bambushenkel bei Miyabi am besten. Und dann stöberte ich noch ein bisschen herum und fand den Matcha. Hmm. Also von der Beschreibung her hätte das echt jeder beliebige Tee aus Kirishima sein können. Aber Premium klingt gut. Und mein Hoshino Matcha ist alle. Ich brauch Nachschub. Hört sich so an als ob die Teesucht entschieden hat.

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Kaum war mein Stoff da, wurde probiert. Ich bereitete meinen Matcha wie gewohnt zu: 1 Bambuslöffelchen Matcha, ein Abkühlschälchen voll Wasser (ca. 65ml, 80°C) und schlug fleißig Schaum. Ein Schluck und ich war enttäuscht. Der Kirishima Matcha war nicht so schön gemüsig, süßlich, rund wie der Hoshino Matcha, sondern hauptsächlich bitter. Na toll, seit langem mal bei einem deutschen Händler Matcha gekauft und schon enttäuscht! Aber ich hatte ja nun 40g von dem Matcha bestellt. Also gab ich dem Kirishima Matcha eine weitere Chance. Streng genommen, ganz viele.

Da ich schon bei anderen Tees gelernt habe, dass der erste Eindruck auch täuschen kann, beschloss ich mein tägliches Matcharitual wie gewohnt fortzusetzen, aber hier und da die Parameter zu ändern. Den Anfang machten die unterschiedlichen Schalen. Mittlerweile bin ich stolze Besitzerin von 4 Matchaschalen (v.o.l.n.u.r.): eine Schale aus Karatsu (唐津), eine Sommerchawan aus Hagi (), eine Winterchawan aus Hagi, und meine westliche Rakuschale. Und tatsächlich schmeckt der Matcha in den unterschiedlichen Schalen anders. Meinen ersten Wow-Moment mit dem Kirishima Matcha hatte ich in der Winterhagischale. Einen weiteren erstaunlicherweise in der Rakuschale.

Aber die richtige Schale allein schien nicht genug. Also konsultierte ich meine japanischen Teebücher hinsichtlich der Dosierung. Und siehe da, es gibt tatsächlich Unterschiede in der eher bei deutschen Händlern verbreiteten Dosierungsanweisung und der japanischen. Laut japanischer Bücher sollten es 2g (ca. 2-3 Matchalöffel) Matcha auf 60ml 80°C Wasser sein. Ich war zunächst skeptisch, da der Matcha ja schon mit ca. 1g so bitter geworden ist. Aber kaum nahm ich einen Schluck vom japanisch zubereiteten Matcha und schon war ich begeistert! Seitdem beträgt meine tägliche Dosis zwei üppige Bambuslöffel Matcha.

Nun weiß ich nicht mehr genau ab wann ich die Dosierung erhöht habe, aber immer mal, wenn mir der Matcha nicht so 100% zusagen wollte, wandelte ich ihn kurzerhand zum Matcha Latte um. Mal mit warmer Milch, mal mit kalter Milch, aber groß waren die Unterschiede dabei nicht. Denn lecker war der Matcha Latte immer!

Als ich dann doch so langsam meinen Kirishima Matcha liebgewonnen hatte, beschloss ich ihn auf die Härteprobe zu stellen: Koicha. Das ist extra dick angerührter Matcha (4g auf 40ml). Allerdings fehlt mir zur richtigen Herstellung ein eigens für Koicha gebräuchlicher Bambusbesen mit dickeren und weniger Borsten, sodass ich ganz vorsichtig mit meinem 100er Besen hin- und herstrich. Voller Spannung nahm ich dann den ersten Schluck und musste feststellen, dass dieser Matcha leider nicht für Koicha geeignet ist. Nun kann es daran liegen, dass der Tee schon zu lange auf war (immerhin aber noch nicht mal einen Monat) oder ich bei der Zubereitung von Koicha einfach noch nicht genug Erfahrungen habe. Aber eines war schnell klar, das war der beste Matcha Latte aus der ganzen Kirishima Matcha Testreihe!

Auf einen Blick:

Bio Matcha Kirishima Premium
Herkunftsort: Kirishima, Kagoshima, Japan
Erntezeitpunkt: ?
Kultivar: ?
Typ: Matcha
Bio-Zertifikat: Ja
Preis (€/40g): 36,95 €