Auswärts Tee trinken (und auch was essen): Kousetuen (鴻雪園) Yamaguchi

Wir sind zwar schon seit einigen Tagen nicht mehr in Yamaguchi, aber dort haben wir dank unserer großartigen Gastgeber so viel erlebt, dass noch einige Beiträge zu Yamaguchi folgen werden. Uns hat es dort sogar so gut gefallen, dass wir nach einem kurzen Ausflug nach Hiroshima sofort wieder zurückgekommen sind, um noch ein paar ausstehende Unternehmungen nachzuholen. Aber in diesem Beitrag soll es um unser erstes richtig gutes Teeeis gehen. Nachdem wir unseren Gastgebern von unserem Projekt „Matcha Me“ erzählt hatten, schlugen sie vor uns zu einer Eisdiele zu fahren, wo es nur Teeeis gibt. Gesagt, getan.

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Auch wenn das Foto von der Karte eher suboptimal ist, so ist doch hoffentlich zu erkennen, wie viel Tee es in Eisform gibt. Dabei variiert allerdings eher die Größe des Eisbechers. Denn die Grundeissorten sind nur 3: Matcha, Genmaicha und Houjicha. Gut, Vanille gibt es auch, aber fast ausschließlich in Kombination mit einer der Teeeissorten.

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Während wir also auf unsere Bestellungen warteten, schauten wir uns etwas in dem kleinen Laden um. Denn neben der eigentlichen Theke und einem kleinen Sitzbereich (inkl. Minikrabbellandschaft für die Kleinsten) gab es noch einigen Tee und Zubehör zu kaufen und die Teepulver, die für das Eis verwendet werden, zu kosten. Ich entschied mich dafür das Houjichapulver zu probieren, wohingegen mein Monsieur noch voll auf dem Matchatrip ist.20170408_Teeeis4

Joah, so prall war das Pulver pur jetzt nicht. Houjicha mag ich doch lieber als Blatt oder eben im Essen. Aber dann kamen ja auch schon unsere Eisbecher. Klein, aber voll gepackt. Und was auch immer wieder faszinierend ist: das Bestellte sieht tatsächlich genauso aus wie auf dem Bild!

Der Matchabecher meines Monsieurs enthält: Cornflakes (die er eigentlich nicht mag, aber auf dem Bild war das nicht klar zu erkennen, dass im Eisbecher welche sind), Matchasofteis, Mochi (Klebreisbällchen), Matchakuchen, Matchaganache (Namachoco), und rote Bohnen (Anko).

Mein Houjichabecher ist grundsätzlich genauso wie der Matchabecher aufgebaut, enthält statt des Kuchens aber ein Stück kandierte Süßkartoffel und statt der Matchaganache ein Stück Houjichaganache.20170408_Teeeis5

20170408_Teeeis6Fazit: Superlecker! Ich liebe meinen Houjichabecher! Das Matchaeis ist auch sehr lecker, aber da ich wirklich schon so viel Matcha und kaum andere Teesortensnacks probiert habe, ist es toll mal einen anderen Tee zu schmecken. Außerdem erinnert das Röstaroma des Houjicha ein bisschen an Schoko-Kaffee-Eis. Ich finde es immer wieder spannend, wenn Essen äußerlich an etwas anderes erinnert und geschmacklich ebenfalls einen Tick in die jeweilige Richtung geht. Da ich so begeistert vom Houjichaeis war, beschloss ich etwas Houjichapulver mitzunehmen, um zu Hause ordentlich zu experimentieren.

Kawarasoba (瓦そば)

Eher durch Zufall landeten wir bei zwei ganz tollen Gastgebern mitten im Nirgendwo in der Präfektur Yamaguchi. Zwar wurde schon in der Airbnbbeschreibung damit geworben, dass es eine lokale Spezialität zu kosten geben könnte, aber dass es gleich eine  kleine Essensparty werden würde hatten wir nicht gewusst. Und dass die Grundlage dieser lokalen Spezialität Nudeln mit Grüntee (茶そば) sind, sorgte schon beim Einkaufen für Vorfreude. Laut Aussage unseres Gastgebers gibt es mittlerweile auch in einigen Restaurants der Region Kawarasoba, aber das sei viel zu teuer für viel zu wenig Kawarasoba. Denn der Name des Gerichts kommt daher, dass die Nudeln auf Dachziegeln (瓦 Kawara) serviert werden. Und auf so einen Dachziegel passt einfach nicht genug.

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Grünteenudeln

Da unsere Unterkunft ziemlich abseits von jeglichen Einkaufsmöglichkeiten gelegen war, ging es auf dem Weg dorthin erst einmal zum Supermarkt. Und während der Monsieur das Oolongchen bei Laune hielt und ich fieberhaft überlegte, was wir wann essen könnten, packte unser Gastgeber freudestrahlend fast alle Kawarasobapackungen, die es gab, in seinen Einkaufswagen. Ich glaub er ließ eine Packung übrig. Auf den ersten Blick sahen die Packungen nach vollständigen DIY Kits aus, aber wie sich herausstellte waren darin nur die Nudeln und die Dipsauce (つゆ Tsuyu) enthalten.

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Soße zum Dippen (Tsuyu)

Für das eigentliche Gericht werden außerdem noch gebratenes Ei (玉子焼き Tamagoyaki) und Schweinefleisch, dass mit Sojasauce und Zucker gebraten wurde, benötigt.

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links Ei, rechts Schweinefleisch

Wenn alles fertig vorbereitet ist, geht es ans Zusammensetzen. Unser Gastgeber hat ein traditionelles japanisches Haus gemietet, welches im Herzen mit einem Ofen ausgestattet ist, der nicht nur das Haus schön wärmt, sondern gleichzeitig auch zum Kochen, bzw. Braten, der Kawarasoba genutzt werden kann. Für ein optimales Ergebnis mit extra viel Platz für extra viel Kawarasoba gibt es sogar eine eigens auf den Ofen angepasste Pfanne! Diese wird zuerst mit ordentlich Öl eingerieben. Dann werden zuerst die Grünteenudeln in die Pfanne gegeben, dann das Ei, dann das Schweinefleisch, dann Frühlingszwiebeln, dann Zitronen, und zum Schluss eine Chilipaste. Auch wenn die Bilder jetzt zum Veranschaulichen der einzelnen Schritte so klein sind, ist es wichtig zu wissen, dass die Pfanne wirklich riesig war (ca. 50cm Durchmesser).

 

Das Ganze brutzelt dann eine gute Weile vor sich hin, bis die Nudeln auf dem Boden der Pfanne anfangen knusprig zu werden. Im Grunde handelt es sich um Schichtbratnudeln.

Wenn es dann ums Essen geht, kaum die Dipsoße ins Spiel. Man nimmt sich eine Zitronenscheibe mit Chilipaste, wirft diese in die Schale mit Tsuyu und versucht so gut wie möglich die Zitrone mit Stäbchen auszupressen. Unser Gastgeber wickelte am Ende des Zermatschens seine Zitronenscheibe auch sehr kunstvoll um die Stäbchen um noch den letzten Tropfen Zitronensaft herauszubekommen. Ich versuchte das zu wiederholen, schaffte das aber nur mit zusätzlichem Einsatz meiner Hände.

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Vorbereiten zum Dippen: Zitrone in Tsuyu ausquetschen

Und jetzt beginnt das richtige Essen: Aus der großen Pfanne nimmt sich jeder eine Portion Nudeln mit den weiteren Zutaten nach Wahl und gibt diese in die Schale mit der Zitronensoße. Dann heißt es: Nudeln wieder herausfischen und schlürfend genießen.

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Kawarasoba dippen und essen

Das war ein Festessen! Nicht nur optisch, sondern auch geschmacklich waren die Kawarasoba ein Erlebnis. Leicht knusprig angebratene Nudeln, zitronensaure Soße, leichte Schärfe, süßes Fleisch, sehr sehr lecker. Den Tee habe ich bei all den anderen Geschmäckern nun wirklich nicht mehr herausschmecken können, aber das störte mich nicht im geringsten.

Matcha Me Teil 2

Das große Matchaessen geht weiter. Immer wenn wir einkaufen gehen, was bei einem Selbstversorgerurlaub doch schon recht häufig ist, halten wir Ausschau nach noch unbekannten Matchasnacks. Manchmal lauern die Matchaüberraschungen aber gar nicht im Supermarkt, sondern irgendwo auf unserem Weg. Allerdings müssen wir das Projekt „Matcha Me“ wohl auch für andere grüne Teesnacks öffnen. Denn mittlerweile haben sich einige Nicht-Matcha Snacks eingeschlichen: Häagen Dazs hat zum Beispiel nur Grüntee auf die Etiketten geschrieben, ohne zu spezifizieren, ob es sich um Matcha handelt (wahrscheinlich eher nicht); und die nicht extrastarke Variante von Kit Kat enthält Gyokuro. Aber hey, das macht nichts. Wir lieben alle grünen Teeköstlichkeiten.

Hier also Teil 2 von Matcha Me:

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Nr. 11: Matchasofteis
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Nr. 12: Matchamochi mit Matchasahnefüllung
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Nr. 13: Amanatto mit Ankofüllung, weißer Schokolade und Matcha
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Nr. 14: Bourbon Matchakuchenecken
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Nr. 15: Matchamüsli mit getrockneten Erdbeeren
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Nr. 16: Häagen Dazs Crispy Sandwich Green Tea Fondue
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Nr. 17: Häagen Dazs Green Tea Eis
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Nr. 18: Matcha + Weiße Schokolade Muffin
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Nr. 19: Uji Gyokuro Kit Kat
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Nr. 20: Matcha Café Latte von Poppo Coffee

Matcha Me Teil 1

Matcha Me Teil 3

Matcha Me Teil 4