Savanna Gold von P & T

Ich hatte diesen Beitrag schon einmal angefangen zu schreiben und dann nicht gespeichert. Ärgerlich. Denn seitdem sind schon wieder fast 2 Wochen vergangen. Dabei ist dieser Tee doch schon eine sehr außergewöhnliche Wahl für meinen Geschmack.

Von Paper & Tea hatte ich schon letztes Jahr den Pu Er Bai Ya gerade im Sommer gesuchtet, aber seitdem habe ich schon lange keinen Tee mehr von denen getrunken. Einer der Gründe ist die mir fehlende Transparenz der Tees. Zwar machen die Tees, die ich bisher (auch undokumentiert) probiert habe, allesamt einen sehr hochwertigen Eindruck, allerdings sind die eigenen Namen und Geschmacksbeschreibungen à la „ein sinnlicher Ruf der Wildnis, in dem Eiche auf Anis, Kakao auf Walnuss und Birne auf Zitrus trifft“ meines Erachtens überflüssig. Viel lieber würde ich wissen wollen von wo genau und von wann genau welcher Kultivar verwendet wurde. Was ich widerum sehr gut finde, sind die Angaben zu Ziehzeiten für mehrere Aufgüsse und die Teemenge für kleinere Aufgüsse von 250 ml. Auch die Teekeramik ist nicht von schlechten Eltern, allerdings gilt das für den Preis ebenso.

Völlig angebracht finde ich dagegen 18 € für eine 200ml Glaskanne. Denn so banal es klingt, es ist unglaublich schwer im deutschen Handel eine einfache Glaskanne in dieser Größenordnung zu finden. Das musste ich vor kurzem feststellen, als meine vor etwa einem Jahr gekaufte Glaskanne plötzlich ihren Deckel für immer verlor. Am Anfang liebäugelte ich mit einer Jenaer Glaskanne, aber so groß wie meine Sympathie für das heimische Glasunternehmen so groß sind auch die Teekannen. Die kleinste Kanne hat ein Fassungsvermögen von 400ml. Für einen Tee, den ich drei Mal aufgießen möchte, ist mir das einfach zu viel auf einmal. Klar, könnte ich die Kanne nur zur Hälfte füllen, aber kleine Kännchen haben auch einen gewissen Niedlichkeitsfaktor und irgendwie kommt der gut gefüllt noch besser zur Geltung. Also beschloss ich meine deckellose Kanne ganz einfach mit sich selbst zu ersetzen und kaufte die gleiche Kanne noch einmal.

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Trockenes Blatt

Aber nur eine Glaskanne zu kaufen wollte mir nicht reichen. Also durchstöberte ich das Teeangebot. Hm. So richtig wollte mir da auch nichts zusagen. Accessoires? Hm. Brauch ich auch nicht so dringend. Und dann landete ich bei den Geschenksets: Furoshiki Tea Sets. Da ich mir für dieses Jahr vorgenommen habe vermehrt Geschenke in Stoff zu verpacken, da ich das zum einen total schön finde und es zum anderen auch wesentlich umweltfreundlicher ist als Einmalverpackungen, hat mich so ein Furoshiki Geschenkset natürlich gleich angesprochen. Nun musste ich mich nur noch entscheiden, ob weißer Tee oder schwarzer Tee (Kräutertee fiel sofort aus der engeren Auswahl). Aber bis zu den Details des weißen Teepakets kam ich gar nicht mehr, weil das Furoshiki vom schwarzen Tee ein Tuch mit rotem Elefanten beinhaltet. Roter Elefant schlägt lila Engel um Meilen! Ja, genau, ich habe mich für kenyanischen Schwarztee entschieden, weil es ein Elefantentuch dazu gibt.

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Verwendetes Teegeschirr

Ich und kenyanischer Schwarztee, der sich an chinesischem Schwarztee orientiert? Ja, da war ich ziemlich skeptisch. Schließlich versuche ich Leuten zu erklären, dass sie bloß die Finger von chinesischem Sencha und koreanischem Matcha lassen sollen. Aber zu meiner eigenen Verteidigung: der Tee trägt keinen chinesischen Namen, sodass er schon eher eine eigene Existenz zu haben scheint als eine einfache Kopie einer weiter bekannten Teesorte. Ok, ist eine schwache Ausrede, wenn ich zwei Absätze vorher kritisiere, dass die Teenamen so intransparent gewählt sind. Egal, Elefant und Glaskanne kamen eben mit diesem Tee, also trinke ich ihn auch.

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Aufgüsse 1 bis 3

Und siehe da, schon als ich die Packung öffne, bin ich positiv überrascht. Wirklich ein sehr angenehmer Schwarzteegeruch. So richtig schön süß. Auch die Blätter sind ausgesprochen hübsch. Das Gold im Namen ist durchaus passend. Aber die Hauptsache ist ja der Geschmack. Und? Sehr lecker! Der Tee erinnert tatsächlich an chinesischen Schwarztee, wobei ich mich nicht auf eine bestimmte Sorte festlegen kann. Eher so generisch. Auch der Monsieur und meine Mitbewohnerin sind begeistert und können ebenso wie ich kaum glauben, dass ich tatsächlich diesem Tee verfallen bin. Allerdings würde ich diesen Tee eher an einem Sonntagnachmittag meinen Freunden ausschenken als ihn in meinen Teeseminaren vorzustellen, erstens um meine Argumente gegen fake-Sencha und fake-Matcha nicht zu verdünnen und zweitens aufgrund meines Stolzes.

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Aufgegossenes Blatt

Wer sich fragt, warum mein Teegeschirr nicht auf dem Elefantentuch fotografiert wurde: Entgegen meiner Annahme wirkte der Elefant als Hintergrund für dieses Teegeschirr leider nicht so gut. Aber sobald ich es geschafft habe den Dickhäuter gut in Szene zu setzen, gibt es ihn auch zu sehen.

Auf einen Blick:

Savanna Gold
Herkunftsort: Mount Kenya, Kenya
Erntezeitpunkt: ?
Kultivar: ?
Typ: Schwarztee
Bio-Zertifikat: nein
Preis (€/1oog): 40,00 €

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