Rote-Bohnen-Baozi (紅豆包)

Heute Abend findet mein Teekurs an der VHS Bremen zum Thema „Einführung in die Welt des Tees“ statt. Ich bin schon ein bisschen hibbelig, denn das wird mein erster mehrwöchiger Kurs. Statt gewohnten 3 Stunden am Stück ist dieser Kurs auf 3 x 1,5 Stunden aufgeteilt. Und während schon sehr früh feststand, dass ich diese Dreiteilung nutzen werde, um erst auf unfermentierte Tees, dann teilfermentierte Tees und letztendlich voll fermentierte Tees einzugehen, war bis zuletzt unklar, was ich meinen Kursteilnehmern als Teesnack mitbringe. Zum letzten Kurs hatte ich Kokosmochi mitgebrach, die wirklich gut ankamen. Viele fanden vor allem die rote Bohnenpaste spannend, weswegen ich Lust hatte, die süßen Bohnen weiter unters Volk zu bringen. Gleichzeitig beinhaltet mein taiwanesisches Mehlspeisenkochbuch eine ganze Menge Rezepte für unterschiedlichste Mantous und Baozi. Also wird der Teesnack des Abends Baozi mit roter Bohnenfüllung!

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Hefeteig und rote Bohnenpaste

Im Mehlspeisenkochbuch gibt es am Anfang auch ein Rezept für rote Bohnenpaste, das ungefähr so lautet: Bohnen über Nacht einweichen, Bohnen mit frischem Wasser im Reiskocher auf der Stufe „Reisbrei kochen“ kochen, mit Zucker zusammen in den Mixer geben und pürieren, fertig. Klingt wirklich um einiges einfacher als mein bisheriges Rezept. Nur blöd, dass ich keinen Reiskocher habe. Aber die Idee mit dem Mixer fand ich grandios. Warum bin ich nicht selbst darauf gekommen? Stattdessen habe ich die fertig gekochten Bohnen immer mühsam per Handarbeit durchs Sieb passiert. Die fertig zermanschte Bohnenpaste habe ich trotzdem noch im Topf eingekocht, damit sie noch etwas fester wird und der Zucker darüber hinaus die Chance bekommt, ein bisschen rumzukaramellisieren. Das bringt die Bohnenpaste so schön zum Glänzen.

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Rohe Baozi

Für den Hefeteig habe ich mich an das Rezept aus dem Buch gehalten. Das ist mit nur drei Zutaten wirktlich supersimpel. Einziges Makel ist die fehlende Zeitangabe bei der Gare. Im Buch steht lediglich, dass sich der Teig verdoppeln soll, aber nicht wie lange das so normalerweise dauern würde. Mein Teig brauchte etwa 2,5 Stunden. Ich hatte aber eine längere Garzeit eingeplant, da der Hefeanteil mit nur 3g auf 400g Mehl doch relativ niedrig war.

Baozi (ergibt ca. 15 Stück):

400 g Weizenmehl Type 550
260 g Milch
3 g Frischhefe

  1. Mehl, Milch und Hefe miteinander vermischen und zu einem glatten Teig verkneten.
  2. Auf die doppelte Größe aufgehen lassen (ca. 2,5 Stunden).
  3. Ausstoßen, zu einem Zylinder rollen und gleichmäßig große Stückchen abstechen.
  4. Jedes Stückchen rund ausrollen, etwas rote Bohnenpaste darauf geben und alles zusammenfalten und mit der Falz nach unten rundschleifen. Am besten geht das Füllen, wenn die rote Bohnenpaste schon portioniert im Tiefkühlfach etwas angefroren wurde.
  5. Baozi mit etwas Abstand ins Dämpfkörbchen geben und bei großer Hitze etwa 15 Minuten dämpfen.
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Baozi frisch aus dem Dämpfkörbchen

Da von meinem Dämpfkörbchen leider nur noch eine Etage und der Deckel heil sind, habe ich parallel zum Bambusdämpfkörbchen auch den metallischen Dampfeinsatz eines Topfs mit Baozi bestückt. Die brauchten ungefähr genauso lange. Aber das Ergbnis im Metalleinsatz war bei weitem nicht so hübsch wie aus meinem Bambuskörbchen.

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Fertig gedämpfte Baozi

Auf dem Gitter erkennt man ohne Probleme, welche Baozi in welchem Gefäß gegart wurden: die komisch glasigen Baozi sind das Ergebnis des Metalleinsatzes, die hübschen baozigen Baozi aus dem Bambuskörbchen. Also, was haben wir gelernt? Zum Baozidämpfen ist ein Bambuskörbchen aus ästhetischen Gründen auf jeden Fall ein Muss.

Natürlich habe ich meine Schätze auch gleich frisch probiert. Sehr lecker! Ich bin durch und durch zufrieden! Aber so viel durfte ich auch nicht naschen, da ja schließlich noch was für den Kurs übrig bleiben soll.

Passend zur roten Bohnenpaste gibt es diese Baozi heute Abend zu leichten Schönheiten wie Silver Needle, Pi Luo Chun, Longjing und Sencha.

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