Tangyuan mit Sesamfüllung (芝麻湯圓)

Als ich ein paar Zutaten für den Silvesterhotpot im Asiamarkt einkaufen war, schlich sich auch eine Packung tiefgefrorener Tanngyuan mit Sesamfüllung in meinen Einkaufswagen. Tangyuan werden eigentlich traditionell zur Wintersonnenwende oder zum Laternenfest am 15. Tag des ersten Monats nach chinesischem Kalender gegessen. Aber ich finde, diese kleinen Glibberbällchen kann man eigentlich immer essen. Es gibt sie in den unterschiedlichsten Ausführungen: klein und ungefüllt, manchmal unterschiedlich gefärbt; etwa walnussgroß und gefüllt, mal mit rote Bohnen, mal mit Erdnuss, mal mit Sesam, manchmal sogar herzhaft. Außerdem gibt es manchmal eine Art süße Suppe dazu oder einfach ein verdünntes Sirup. Ich mag meine Tangyuan am liebsten ohne umgebende Flüssigkeit und natürlich gefüllt. Am allerliebsten mit Sesam. Erdnuss und rote Bohnen sind aber auch super.

Nun hatte ich irgendwann mal Lust auf meine Tangyuan und beschloss sie einfach so als Snack zuzubereiten und mir stach die Zutatenliste ins Auge: E471, E420, Palmöl. Oh oh. Klingt irgendwie gar nicht mehr so lecker.

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Zutatenliste

Und da ich schon mal vor einer ganzen Weile selbst Tangyuan gemacht hatte, war ich mir ziemlich sicher, dass ich für den Teig nur Klebreismehl und Wasser brauchte und dann noch eine Füllung. Da ich meist rote Bohnenpaste vorrätig hatte, wurden meine früheren Tangyuan fast ausschließlich damit gefüllt. Aber diesmal hatte ich die Idee einen direkten Vergleich der gekauften und selbst gemachten Tangyuans zu starten. Glücklicherweise stellte sich heraus, dass die Füllung ebenso einfach wie der Teig an sich ist: Sesam, Zucker, Öl. Ich hatte alles da, mein Ehrgeiz war riesig: also lasst uns doch mal auf die Schnelle eigene Tangyuans machen.

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Rohe Tangyuan

Nach kurzer Zeit stellte sich heraus, dass das so mit der Schnelle nicht ganz so drin war. So einfach die Zutaten sind, so dauert das Füllen der Tangyuans schon eine gute Weile. Denn Klebreismehlteig verhält sich ähnlich wie anderer Stärketeig und neight zu Bröselflüssigkeit: zu viel Druck = Brösel, ansonsten noch irgendwie schmelzend. Da eine Füllung einzubauen ist schwieriger als zunächst angenommen. Meine finale Technik bestand darin, dass ich aus dem Klebreismehlteig ein Unter- und Oberteil vorbereitet hatte, die Füllung auf das Unterteil gegeben habe und anschließend das Oberteil darauf gelegt habe, um dann alles unter etwas mehr Druck zu einer Kugel zu formen.

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Tangyuan vor dem Kochen: links gekaufte, rechts selbstgemachte

Irgendwann, so nach circa 6 selbstgemachten Tangyuan, beschloss meine Ungeduld, dass ich jetzt endlich mal meinen Snack kochen sollte, da ich sonst zu nie was Süßem kommen würde. Nun war aber noch wahnsinnig viel Füllung und Teig da. Deswegen beschloss ich erstmal meinem Appetit nachzugeben, um dann die restlichen Zutaten zu Tangyuan zu verarbeiten und diese mit den übrigen gekauften Tangyuan tiefzufrieren. Dann kann ich sogar noch eine zweite Vergleichsrunde mit noch ähnlicheren Konditionen (beide Tangyuansorten tiefgefroren) starten.

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Fertige Tangyuan: links gekaufte, rechts selbstgemachte

Und dieser Vergleich stellte sich sogar als fairer heraus. Denn frische Tangyuan gegen tiefgefrorene antreten zu lassen, sorgte schon für sehr unterschiedliche Ergebnisse. Natürlich schmeckten die frischen viiiiiiiiiiiiiiiiel besser. Wenn beide Testportionen tiefgefroren sind, spielt die Größe meiner handgefertigten Tangyuan eine nicht unerhebliche Rolle: die Tangyuan brauchen einfach länger. Während die gekauften Tangyuan schon längst an der blubbernden Wasseroberfläche schwimmen, dümpelten meine handgefertigten Tangyuan hin und her.

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Füllung im Vergleich: links selbstgemacht, rechts gekauft

Auch die Füllung verhielt sich sehr unterschiedlich. Während die gekauften Tangyuan regelrecht ausbrachen und ihre Füllung schmelzend freigaben, waren meine handgemachten Tangyuan um einiges trockner. Trotzdem waren alle Testesser der Meinung, dass die selbst gemachten Tangyuan etwas besser schmeckten. Das ist doch super! Vor allem, wo meine Kunstwerke rein äußerlich kaum an die gekauften herankommen konnten.

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