Jingmai Gu Shu 2014 von tea-exclusive

Es ist schon eine gefühlte Ewigkeit her seit ich das letzte Mal einen der Pu Erhs aus meiner Teebestellung bei tea-exclusive vorgestellt habe. Hauptgrund für die Vernachlässigung: ich habe so viele andere Tees getrunken (und auch noch zu trinken). Aber irgendwie hatte ich bei dem Schmuddelwetter plötzlich Lust auf einen Pu Erh. Also kramte ich in meiner Teeproben- und Tees-die-ich-geöffnet-habe-Kiste und landete beim Jingmai Gu Shu. Auf der Webseite von tea-exclusive gibt es nur einen gepressten Jingmai Gushu von 2014, wobei meine Probe sehr lose daher kommt. Möglicherweise ist der Tee, von dem die Probe stammt, mittlerweile schon ausverkauft.

20160120_JingMaiGuShu1
Trockenes Blatt

Das trockene Blatt ist wirklich sehr hübsch anzusehen. Groß und ganzblättrig, so wie es bei einem Gu Shu (wortwörtlich „alter Baum“) Pu Erh sein sollte. Da ich mir vorm Probieren nicht die Beschreibung durchlas, rechnete ich eher mit einem shou Pu Erh und wählte deshalb meine Tonkanne für alte Tees. Im Nachhinein war das ein bisschen dumm, denn die Blätter waren nicht wirklich dunkel genug.

20160120_JingMaiGuShu3
Aufgüsse 1 bis 4

Nun bin ich mir nicht so sicher, ob es an meiner falschen Kannenwahl lag, aber erneut konnte mich ein sheng Pu Erh nicht so richtig flashen. Mittlerweile bin ich auch zu der Erkenntnis gekommen, dass ich möglicherweise mit einer falschen Haltung als sheng Pu Erhs herangetreten bin: ich hatte stets so runde Tees erwartet. Aber gerade bei so jungem sheng Pu Erh wie diesen Jingmai Gu Shu ist es eigentlich ungefähr so sinnvoll einen runden Geschmack zu erwarten wie erwachsenes Verhalten bei einem Kind. So junger Sheng Pu Erh ist einfach noch nicht so weit.

20160120_JingMaiGuShu4
Aufgegossenes Blatt

Da diese Erkenntnis allerdings erst einen Pu Erh später kam, enttäuschte mich dieser hier etwas. Zu schnell zu bitter. Doch wahrscheinlich sollte ich dem Jingmai Gu Shu einfach noch einmal eine Chance geben sich zu beweisen: Im Porzellangaiwan mit superkurzen Aufgüssen.

2014 Jingmai Gu Shu
Herkunftsort: Jingmai, Yunnan, China
Erntezeitpunkt: 2014
Typ: Sheng Pu Erh
Kultivare: ?
Bio-Zertifikat: nein
Preis (€/100g): 1,95 € (für Mini Tuocha)

Advertisements

Teeeier (茶葉蛋)

 

Unter den Snacks, die mit Tee zubereitet werden, sind Teeeier eigentlich DER Klassiker. Obwohl ich diese braunen, oft hart gekochten, Eier schon in China öfters mal gesehen habe, so habe ich sie eigentlich erst in Taiwan so richtig zu schätzen gelernt. Denn dort gibt es oft solche Eier in Bentos, die man im Bahnhof kaufen kann. Ich bin mir allerdings nicht zu 100% sicher, ob es sich hierbei auch um Teeeier handelt. Denn oft werden die Bentoeier als Lu Dan (滷蛋) bezeichnet und sind oft einfach nur braun und nicht marmoriert. Aber Freunde aus China und Taiwan meinten, dass Teeeier im Grunde auch eine Art Lu Dan seien, da sich das Lu auf Kochen in einer Würzsoße bezeichnet.

20151231_Chayedan10
Zugbento aus Taiwan

Da ich also gerne mal Teeeier zu Hause machen wollte, suchte ich nach Rezepten. Die gibt es wie Sand am Meer, denn Teeeier sind so einfach, dass jeder seine individuelle Abwandlung des Rezepts hat. Besonders unterhaltsam fand ich die folgende Videoerklärung.

Und noch während ich überlegte, ob ich meinen ersten Testversuch von Teeeiern schon der Welt vorstellen sollte, erschien ein Blogeintrag von Tee erleben – Teeblog.
Das kam mir wie gerufen, denn irgendwie war ich mit meinen ersten Teeeiern, die ich lose nach dem Videorezept und mit Mixiang Hong Cha gemacht hatte, nicht so vollends zufrieden. Teilweise auch, weil mir der Geschmack des Würzsuds an den Eiern nicht stark genug war.

20151231_Chayedan9
Hong Yu Oolong und Gewürze
20151231_Chayedan4
Mixiang Hong Cha und Gewürze

Deswegen probierte ich also das andere Rezept für Teeeier aus und pellte ein Ei noch vor dem Sudbad ab, sodass dieses so richtig der Teegewürzmischung ausgesetzt war.

20151231_Chayedan8
Zweiter Versuch: Teeeier in Hong Yu Oolong

Aber mal kurz zur generellen Zubereitung der Teeeier:

Teeeier:

Zutaten:

Eier
Tee (in meinem Fall einmal Mixiang Hong Cha und einmal Hong Yu Oolong)
Sojasauce
Zucker
Sternanis
Zimt
Lorbeer

Zubereitung:

  1. Eier nach eigener Präferenz in Wasser kochen: für harte Teeeier ruhig 10 Minuten, für eher weiche Teeeier 3 Minuten.
  2. Eier mit entweder komplett pellen oder mit einem Löffel die Schale anschlagen.
  3. Alle Zutaten in einen Topf mit Wasser geben und Eier darin einmal aufkochen.
  4. Sud mit Eiern darin abkühlen lassen und für 1-3 Tage in den Kühlschrank stellen.
  5. Zum Essen noch einmal kurz erwärmen und komplett pellen.
20151231_Chayedan7
Fertig gekochte Eier
20151231_Chayedan1
Abgepellte Teeeier
20151231_Chayedan6
Zweiter Versuch: geschälte vs. ungeschälte Teeeier in Hong Yu Oolong

Von meinen zwei Versuchen schmeckte mir das vollends gepellte Ei vom Hong Yu Sud am besten, wobei ich meine Teeeier lieber eher hart gekocht mag. Also eine Kombination der beiden Varianten wäre wahrscheinlich optimal. Darüber hinaus reizt mich aber auch noch das weitere Experimentieren mit anderen Teesorten.

 

 

Auswärts Tee trinken (und auch was essen): Café Tölke Bremen

Endlich gab es mal wieder ein zweisames Treffen mit meiner Kuchenfreundin! Viel zu lange haben wir schon kein neues Café ausprobiert. Und eine gefühlte Ewigkeit lang stand Café Tölke ziemlich weit oben auf unserer Liste potentiell probierwürdiger Cafés. Immer wenn ich da mit irgendwem rein wollte, war es entweder voll, oder voll oder voll. Als ich mit meiner Kuchenfreundin doch noch einen kleinen Tisch direkt am Eingang ergattern konnte, wurde mir klar, warum es im Café Tölke eigentlich immer voll ist: es ist schon ziemlich klein. So wie die Häuschen im Schnoor von außen eng aneinander gereiht stehen, so sitzt man im Café Tölke auch ziemlich kuschelig beisammen. Aber in was für einem Ambiente! Es ist wirklich muckelig. Und übersichtlich. Das spiegelt sich auch sehr gut in der Karte wider. Während man bei Café Knigge erst die zehn Meter lange Theke auf und ab schreiten muss, um sich irgendwann mal ein Stück Kuchen aus den vielen vielen Angebotenen auszusuchen, gibt es bei Café Tölke etwa 5 Kuchen und Torten zur Auswahl. Aber so ganz genau weiß ich das leider nicht mehr.

20160115_Cafetoelke1
Teekarte

Auf jeden Fall zieht sich die kleine Auswahl auch durch die Getränke. Insgesamt gibt es wirklich viele Getränke, aber in den jeweiligen Kategorien oft auch nur so fünf sechs. Beim Tee bin ich beeindruckt, denn Schnickschnack gibt es nur wenig. Und auch auf Nachfragen, was die Hausmarke denn genau für ein Tee sei bekomme ich eine schnelle Antwort, dass es sich um eine Ostfriesenmischung handelt. Wird bestellt. Dazu Milch zu bekommen (ja, ich weiß, sehr unostfriesisch) war auch überhaupt kein Problem. Preislich gesehen ist das Kännchen nur 10 Cent günstiger als bei Café Knigge und auch nicht größer. Aber immerhin ist das gesamte Service aus Porzellan. Sehr gut! Das sieht doch mal hübsch aus, so ein kleines Porzellankännchen.

20160115_Cafetoelke3
Hausmischung (Ostfriesentee) mit Milch

Und da ich den Tee wirklich gut finde und mich überhaupt auch alles, was sich so auf unserem Tisch befindet, sehr milde stimmt, könnte ich die 4,80 € für zwei kleine Tässchen doch glatt vergessen.

20160115_Cafetoelke4
Gedeckter Kirschkuchen

Aber was befindet sich denn noch so auf unserem Tisch? Zum einen dieser leckere gedeckte Kirschkuchen meiner Kuchenfreundin. Natürlich durfte ich probieren und befand diesesn Kirschkuchen als sehr gut. Die Süße kommt hier fast ausschließlich vom Boden und den Streuseln, die Kirschmasse dagegen darf sehr natürlich fruchtig sauer sein. Der Kuchen hatte irgendeinen anderen Namen, den ich mir leider nicht merken konnte. Und die Tafel, auf der die Kuchen standen, hatte ich auch nicht abfotografiert.

20160115_Cafetoelke5
Sachertorte

Ich entschied mich für eine Sachertorte, da ich mich nicht entsinnen konnte, je eine probiert zu haben. Auch sehr lecker. Aber wie gesagt, fehlt mir da der Vergleich. Total spannend war auch die Weinschaumtorte, die auf Wunsch noch von der Bedienung vor dem Gast flambiert wurde! Aber da wir das nur vom Nachbartisch sahen, während wir schon unsere Kuchen vernaschten, konnnten wir diese nicht geschmacklich beurteilen.

Alles in allem also hat mich das Café Tölke voll und ganz überzeugt. Kleine Auswahl aber dafür eine gute, soweit ich das mit unserer Bestellung beurteilen kann. Wenn ich hier mal wieder Platz finden sollte, geht’s da wieder mal rein.