Alltagstee in Taiwan: Bubbletea, Eistee, Milchtee…

Dass es in Taiwan nicht nur kunstvoll in dazu passend ausgewählter Keramik und aufwendig mit mehreren Aufgüssen zubereiteten Tee gibt, habe ich schon oft erwähnt. Vor allem im Sommer, als ich es mir auf die Fahne schrieb den Ruf des Bubbleteas in Deutschland zu retten. Also machte ich Tapiokabubbles von Hand, kreierte Saftgeleewürfel für einen Touch Lokalität, verarbeitete meinen Kombuchascoby zu Fake-Nata und experimentierte überhaupt viel mit Eistees und Milchtees.

Als ich dann jetzt endlich wieder in Taiwan war, durfte das Testtrinken an den vielen Getränkeläden natürlich auch nicht zu kurz kommen. Es hat sich in den letzten 3 Jahren allerdings einiges verändert.

  1. Entweder bin aus den Getränken, die in Taiwan angeboten werden, herausgewachsen oder die Qualität hat etwas abgenommen. So einige der Getränke, die ich bestellte, konnte ich nicht beenden, da sie einfach nicht lecker oder unerträglich süß waren. Und auch wenn man bei fast jedem Getränkeladen den Süßheitsgrad einstellen kann, so unterscheidet sich die Realsüße des Getränks echt von Laden zu Laden. Denkt man beim einen, oh, da hätte ich ja doch ein bisschen Zucker reinmachen können, empfindet man bei gleichem Wert bei einem anderen Laden das Getränk einfach nur elendig süß. Ein weiterer Punkt war die Milch oder in den meisten Fällen von Milchtee das Milchpulver. Da ich an 3,8%-ige Biofrischmilch aus dem Bremer Umland gewöhnt bin, schmeckt mir Milchpulvertee einfach überhaupt gar nicht!

    Drei Getränkeläden nebeneinander
    Drei Getränkeläden nebeneinander
  2. Es gibt noch mehr Getränkeläden. Schon vor 3 Jahren war ich überrascht, dass es praktisch an jeder Ecke einen Getränkeladen gibt. Aber dieses Mal hatte ich das Gefühl, dass jeder Laden vom letzten Mal jeweils links und rechts noch einen Konkurrenzladen dazu bekommen hätte. Und neben den relativ übersichtlichen großen Ketten gibt es jetzt unzählige neue Läden. Meist genau nebeneinander.
  3. Trotz Ladenvielfalt ist das Angebot stets gleich. Man könnte meinen, dass es bei so vielen unterschiedlichen Ketten und Läden eine Wahnsinnsvielfalt an Getränken geben müsste. Ganz im Gegenteil. Rein subjektiv kommt es mir so vor, als wenn ein stiller gemeinsamer Konsens gefunden wurde, der bestimmt, welche Getränke auf jeden Fall angeboten werden müssen. Natürlich gibt es schon noch Läden, die Getränke anbieten, die es sonst kaum gibt, aber das ist doch irgendwie seltener als erwartet der Fall.

    Aufbau eines Bubbletealadens
    Aufbau eines Bubbletealadens
  4. Es gibt vermehrt traditionell taiwanesische Teesorten. Wo es vor drei Jahren oft nur die Auswahl zwischen grün, schwarz, und Oolong gab, gibt es mittlerweile auch vermehrt Tieguanyin, Sijichun (四季春) und Jinxuan zu trinken. Das finde ich zwar generell schon gut, aber ehrlich gesagt, habe ich mich nicht getraut, diese Tees aus einem Plastikbecher in großen Mengen zu trinken.
  5. Die Portionen sind größer geworden. Vor drei Jahren wurde ich stets gefragt, ob ich einen großen (700 ml) oder einen kleinen (500 ml) Becher wolle und war mit der Wahl des großen Bechers eher eine Ausnahme, da die meisten anderen Kunden kleine Becher zu bevorzugen schienen. Jetzt gibt es in manchen Läden ausschließlich große (700 ml) oder sehr große (1000 ml) Becher. Und wenn man nicht explizit sagt, dass man einen kleinen Becher möchte, wird es automatisch ein großer.

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    Beispielkarte eines Getränkeladens
  6. Es gibt endlich ein paar Läden, die wiederauffüllbare Trinkflaschen zum mehrmaligen Gebrauch anbieten und außerdem auf deren Verwendung Rabatte gewähren. Auch wenn ich dieses Angebot, vor allem auch, weil eben nicht alle Läden bei diesem Konzept mitmachen und ich nicht an eine bestimmte Kette gebunden sein wollte, nicht in Anspruch nahm, find ich es super langsam aber sicher gegen die Einwegplastikbecker vorzugehen. Wenn ich mir jetzt im Nachhinein anschaue, wie viel Müll ich allein durch das Trinken solcher Getränke produziert habe, wird mir leicht schlecht.

Als Fazit kann ich also ziehen, dass ich von den Bubbletealäden diesmal schon irgendwie mehr enttäuscht als begeistert war. Das soll allerdings nicht heißen, dass ich Teegetränken mit Saft- oder Milchzugabe und Toppings abgeneigt bin, sondern eher, dass ich wohl noch wählerischer geworden bin. Mit höheren Ansprüchen kommt eben auch mehr Enttäuschung und sehr stark eingeschränkte Auswahl.

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Ein Gedanke zu “Alltagstee in Taiwan: Bubbletea, Eistee, Milchtee…

  1. Oolong Misty Mountain Latte bei Timmi Cocoa war der Hammer zum Frühstück. Hab keine Ahnung von Tee. Die Angestellten habens empfohlen. Latte heißt echte Milch, Milk bedeutet Pulver, das fanden die selber ekelig. Übern Tag haben wir selbstaufgesetzten Kaltauszug nach Rezept ausm Teeladen getrunken.

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