Dong Ding Oolong (凍頂烏龍)

Da ich schon eine Weile wieder zuhause bin, hatte ich endlich einmal Zeit mein Teesortiment, sowie sämtliches Teegeschirr einmal durchzugehen, zu säubern und auszusortieren. Jezt verfüge ich über ein simples System: geöffnete Tees sind sofort zugänglich, für noch geschlossene Tees muss ich ins Nebenzimmer. Das soll dafür sorgen, dass ich endlich mal einen Überblick darüber habe, was eigentlich alles angebrochen ist. Und das ist eine Menge! Teilweise wurde die Zahl meiner angebrochenen Tees auch durch den Taiwanurlaub stark erhöht. Denn mein Teelehrer steckte mir Unmengen an „Proben“ zu, wobei so eine Probe schon mal ca. 200g Tee ist. Eine dieser Proben ist auch dieser Dong Ding Oolong.

20151114_DongDingDryLEaves
Trockenes Blatt

Das Schöne an Dong Ding ist, dass es schon ein sehr typischer Taiwanoolong ist, aber meiner Meinung nach nicht diesen in meinen Augen doch irgendwie aufdringlichen grünen Touch eines Hochgebirgsoolongs aufweist. Dadurch, dass ich regelrecht auf Tieguanyin trainiert bin, komme ich nicht besonders gut an Hochgebirgsoolongs wie z.B. Alishan Gaoshancha (阿里山高山茶) heran. Ein weiterer Fakt, der bei mir für eine Art Boykott von Alishan Gaoshancha gesorgt hat, ist die Umweltzerstörung auf dem Alishan, die durch das Fällen großer, tiefwurzlicher Bäume und das Anpflanzen kleiner Teesträucher, stark gefördert wird. Bei jedem etwas größeren Regen hat die Alishanregion mit starken Erdrutschen zu kämpfen. Auch wenn mein Boykott dieses Tees wahrscheinlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, so versuche ich doch, Alishan Gaoshancha zu umgehen.

20151114_DongDingLicquor
Aufgüsse 1-6

Was hat jetzt aber Dong Ding Oolong mit Alishan Gaoshancha zu tun? Nun ja, Dong Ding Oolong gehört auch zu den Hochgebirgstees. Aber mein Teelehrer meinte auf meine Bedenken hin, dass Dong Ding nicht so schlimme Auswirkungen hätte. Was den Dong Ding allerdings gefährden würde, wäre, ebenso wie beim Tieguanyin, der Trend zur leichteren Fermentation. Angeblich soll es mittlerweile sehr schwer sein, traditionell hergestellten Dong Ding zu finden, was echt schade ist, da Dong Ding Oolong eine der ältesten Oolongsorten Taiwans ist.

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Aufgegossenes Blatt

Da ich diesen Tee aber eher so nebenbei von meinem Teelehrer zugesteckt bekam, fehlen mir sämtliche Informationen! Das ist echt ein bisschen ungünstig, da ich mich generell eher wenig mit Dong Ding auskenne und jetzt auch noch kaum Anhaltspunkte zu diesem ganz konkreten Tee habe.

Vom Aussehen und auch Geschmack her, fand ich den Tee sehr angenehm, wobei ich noch etwas schwanke, ob ich ihn nicht doch ein bisschen zu leicht fermentiert empfand. Oder es war die Röstung, die mir nicht stark genug war. Auf jeden Fall fehlte mir irgendetwas zum Bäm! Aber wenn man sich die aufgegossenen Blätter anschaut, dann ist sofort klar, dass es sich um einen taiwanesischen Oolong handelt, den ich direkt aus Taiwan mitgebracht habe: solche schönen großen ganzen Blätter aus soooo kleinen Kugeln! Wundervoll!

Auf einen Blick:

Dong Ding Oolong
Herkunftsort: Lugu (?), Nantou (?), Taiwan
Erntezeitpunkt: Frühjahr 2015 (?)
Kultivar: ?
Typ: ca. 30-40 % fermentierter Oolong, leicht geröstet
Bio-Zertifikat: k.A.
Preis (€/100g): k.A.

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