Auswärts Tee trinken (und auch was essen): Lin Heung Teahouse Hong Kong

Ich weiß, ich weiß, ich weiß, es war eine lange Schreibpause hier auf meinem Blog. Aber bis jetzt hatten wir in unserem Urlaub einfach so viel zu sehen und zu tun, dass ich gar nicht dazu kommen konnte überhaupt die Bilder auszuwerten. Aber jetzt wird alles anders. Vielleicht. Eigentlich wollte ich auch schon vor zwei Tagen meinen ersten Blogeintrag aus dem Urlaub veröffentlichen (gerade auch weil mich so ein netter Kommentar erreichte), aber dann plötzlich, nachdem ich alle Bilder fertig skaliert und gestempelt hatte, hatte der Laptop keinen Strom mehr. Das wäre ja kein Problem gewesen, hätten wir einen Adapter gehabt. Ja, ja.

Jetzt aber geht es los. Dass man in Hong Kong kaum verhungern kann, dass war mir schon vorher ganz gut klar. Aber, dass ich mich innerhalb von drei Tagen so voll essen kann, hätte ich nicht gedacht. Am ersten Tag trafen wir neben meiner Mitbewohnerin aus Taiwan auch noch eine Foshanfreundin und deren Freundin. Und da ich unbedingt in ein möglichst traditionalles Teehaus in Hong Kong wollte, um möglichst traditionelle Dim Sums essen zu können, war es meine Aufgabe, genau das zu suchen. Google war mein Freund und so fand ich das Lin Heung Teahouse. Laut Wikipedia werden die Dim Sums da auf Wagen durchs Teehause geschoben und Wong Kar-Weis „In the Mood for Love“ soll auch da gedreht worden sein. Also der perfekte Kandidat. Da ich aber so einfach mein Teehaus finden konnte, hatte ich schon ein bisschen Sorge, dass an jedem zweiten Tisch jemand mit einem Lonely Planet in der Hand sitzen würde. Aber Pustekuchen! Mir wurde nicht zu viel vesprochen! Selbst meine Freundinnen aus Foshan meinten, dass es kaum hongkongischer ginge! Als wir gegen 13 Uhr ankamen, war der große Raum komplett voll und wir konnten gerade so noch Plätze an einem Tisch mit noch zwei anderen Gästen ergattern. Und es war laut! Aber genau das, was ich wollte. Wir konnten uns zwar kaum unterhalten, aber allein die Atmosphäre hatte es mir sofort angetan: Kalligrafie an den Wänden, Geschäftsmänner in Anzügen neben älteren Herren, die Zeitung lesen und mindestens vier Dim Sum Wagen, deren Inhalte stets lautstark von den älteren Damen und Herren, die diese schoben, angepriesen wurden.

Hochbetrieb zur Mittagszeit
Hochbetrieb zur Mittagszeit

Damit man überhaupt Essen bekommt, muss man entweder hoffen, dass einer dieser Dim Sum Wagen direkt vorm Tisch hält oder eben hinterher laufen. Dann sucht man sich aus den vielen kleinen Dämpfkörbchen aus, was man möchte und die Tischkarte wird gestempelt. Bei unserem ersten Durchgang wählten wir zum einen die Klassiker (wie ich einige auch schon in Bremen gegessen hatte) gedämpfte Reisnudeln (腸粉), Fleischklöße (肉丸) und Hühnerfüße (鳳爪), zum anderen aber auch etwas Süßes (dessen chinesischen Namen ich nicht weiß) und etwas, was keiner von uns rein optisch identifizieren konnte, sich nach Kosten aber als Rettichkuchen mit Shrimps herausstellte (蝦仁蘿蔔糕).

Gedämpfte Reisnudeln, Fleischklöße, Rettichkuchen mit Shrimps, Hühnerfüße und süße Karamellstreifen
Gedämpfte Reisnudeln, Fleischklöße, Rettichkuchen mit Shrimps, Hühnerfüße und süße Karamellstreifen
Gedämpfte Reisnudeln
Gedämpfte Reisnudeln
Hühnerfüße
Hühnerfüße

Später gesellten sich dann noch Shaomai (燒賣) und Klebreis mit Huhn dazu. Den Klebreis fand ich so naja, aber die Shaomai waren der Hammer. Wenn ich eines der Dim Sums nonstop hätte essen können, dann diese Shaomai.

Klebreis mit Huhn und Shaomai (im Hintergrund)
Klebreis mit Huhn und Shaomai (im Hintergrund)

So viel zum Essen. Das Lin Heung Teahouse hat ja immerhin noch Tee im Namen. Und Tee hat durchaus auch einen hohen Stellenwert da. Allerdings hatte ich kaum eine Chance zu erfahren, welche Tees überhaupt zur Auswahl standen, da wir uns schnell alle auf Pu Erh einigten. Das mussten wir auch, denn kaum hatten wir unsere Plätze zugewiesen bekommen, kam schon ein älterer Mann auf uns zu, stellte jedem Schüssel, Löffel, Stäbchen und eine Teetasse hin und wartete schon ganz ungeduldig auf unsere Bestellung.

Pu Erh
Pu Erh

Da wir zu fünft waren, bekamen wir eine Teekanne mit Pu Erh, die jedes Mal, wenn sie leer war, sofort wieder mit heißem Wasser aufgefüllt wurde. Die anderen Gäste an unserem Tisch hatten allerdings Gaiwane prall gefüllt mir Teeblättern. Da war ich schon ein bisschen neidisch.

Die Teegeschirrstation
Die Teegeschirrstation

Alles in allem also ein tolles Erlebnis, was preislich (pro Person ca. 10 €) auch noch ok ist. Hong Kong ist generell schon ziemlich teuer, wenn man ähnliches Essen zu chinesischen Preisen oder Taiwanessenspreise gewöhnt ist. Und so ein Ambiente ist sowieso unbezahlbar!

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