Kombucha Runde 4: Pi Luo Chun grün vs. schwarz

Etwa alle zwei Wochen kann ich meinen Kombucha ernten und stehe dann jedes Mal aufs neue vor der Frage, welche zwei Tees ich denn diesmal am Kombuchaexperiment teilnehmen lasse. Dieses Mal gab es einen sorteninternen Vergleich: der gleiche Pi Luo Chun aus der gleichen Ernte und dem gleichen Ort einmal grün und einmal schwarz. Den grünen Pi Luo Chun (die eigentliche Erscheinungsform des Pi Luo Chuns) habe ich ja schon kaltgebrüht ganz kurz hier vorgestellt. Den schwarzen Pi Luo Chun habe ich hier noch gar nicht vorgestellt, weil ich zum einen nur ganz wenige Informationen über ihn habe (er war zusammen mit dem grünen Pi Luo Chun ein Geschenk) und zum anderen ist er für mich eher nur ein solala chinesischer Schwarztee. Aber da in den Kombuchatee ja eh eine ganze Menge Zucker kommt, den der Kombuchapilz dann fleißig futtert, ist das eine perfekte Möglichkeit diesen Pi Luo Chun auf seine Kombuchatauglichkeit zu testen.

Piluochun grün
Piluochun grün
Piluochun schwarz
Piluochun schwarz

Um wirklich noch einmal zu verdeutlichen, dass es sich hier im Grunde um den gleichen Tee, nur eben einmal grün und einmal schwarz, handelt, habe ich die aufgebrühten Blätter für einen direkten Vergleich fotografiert. Vom Blatt her sind beide Tees wirklich unglaublich hübsch. Schöne ganze gleichmäßige Blätter und Knospen, ein Traum.

Ab jetzt ist der grüne Pi Luo Chun immer links im Bild und der schwarze Pi Luo Chun rechts.

Aufgebrühte Blätter im Vergleich
Aufgebrühte Blätter im Vergleich

Während der grüne Pi Luo Chun kurz nach dem Aufgießen noch schön grün ist, verfärbt der sich relativ schnell ins Gelbe sobald er abkühlt. Unterstützt wird die Gelbfärbung außerdem auch vom 100°C heißen Wasser. Auch wenn chinesischer Grüntee eh immer gelber als japanischer Grüntee ist, sollte er beim Aufgießen zumindestens irgendeinen grünen Schimmer aufweisen. Ist das nicht der Fall, kann es sein, dass das Wasser zu heiß war.

Neue Ansätze: links grüner Piluochun, rechts schwarzer Piluochun
Neue Ansätze: links grüner Piluochun, rechts schwarzer Piluochun
Am Tag der Ernte
Am Tag der Ernte

Nach zwei Wochen erntete ich meinen Kombucha. Der neue Scoby vom grünen Pi Luo Chun war etwas kräftiger als der vom schwarzen Pi Luo Chun und auch sonst roch der grüne Pi Luo Chun etwas mehr nach Essig als der schwarze.

Kombuchaernte
Kombuchaernte

Als Highlight für diese Ernte versuchte ich mal an der Doppelfermentation mit Fruchtsaft. Da mein bisheriger Kombucha nie sprudeln wollte, suchte ich nach einer Lösung dafür und stieß dabei auf die Saftversion. Nun bin ich nicht der Riesenfan davon, meinen schönen puren Teekombucha mit zusätzlichem Geschmack zu panschen. Aber Eistee trinke ich ja auch. Warum also keinen Fruchsaftkombucha? Also teilte ich meine Ernte in zwei Sorten: einfach fermentiert und doppelt fermentiert (ich habe dafür Holunderbeere-Apfel-Saft genommen). Während ich die Flaschen des einfach fermentierten Kombuchas gleich in den Kühlschrank stellte, platzierte ich die Flaschen für den doppelt fermentierten Kombucha gut verschlossen an meinen üblichen Kombuchastandort und ließ sie da für weitere 3 Tage rumkombuchen. In der Zeit bildeten sich wieder kleine Scobys, die ich aber gekonnt mit Essstäbchen entfernen konnte.

Abgefüllter Kombucha Einfach- und Doppelfermentation
Abgefüllter Kombucha Einfach- und Doppelfermentation

Wenn man jetzt beide Fermentationsstufen meines Kombuchas nach einer weiteren Woche vergleicht, fällt sofort auf, dass der doppelt fermentierte grüne Pi Luo Chun so richtig schön sprudelt. Bei allen anderen tat sich nichts.

Einfach fermentierter Kombucha
Einfach fermentierter Kombucha nach einer Woche
Mit Saft doppelfermentierter Kombucha: links grüner Pi Luo Chun, rechts schwarzer Pi Luo Chun
Mit Saft doppelfermentierter Kombucha nach einer Woche

Im direkten Vergleich zeigt sich das Farbspektrum meiner Pi Luo Chun Kombuchaernte auch noch einmal sehr schön. Obwohl beide Pi Luo Chuns schon in der einfachen Fermentation sehr hübsch aussehen, gibt das Rot des Hollunderbeer-Apfel-Safts noch einen schönen Farbakzent hinzu.

Einfach und doppelt fermentierter Kombucha im Vergleich links grüner Pi Luo Chun, rechts schwarzer Pi Luo Chun
Einfach und doppelt fermentierter Kombucha im Vergleich
links grüner Pi Luo Chun, rechts schwarzer Pi Luo Chun

Jetzt aber zum Geschmack: Generell fand ich den grünen Pi Luo Chun über beide Fermentationsstufen hinweg eindeutig leckerer als den schwarzen Pi Luo Chun. Das lag aber einzig und allein daran, dass mir der schwarze Pi Luo Chun nicht stark genug fermentiert war und somit noch viel Zuckersüße hatte. Möglicherweise braucht Schwarztee ein bisschen länger als Grüntee? Doppelfermentationstechnisch verschwand die zu starke Süße des schwarzen Pi Luo Chuns teilweise, aber der doppelfermentierte grüne Pi Luo Chun stiel mal ganz dreist allen anderen die Show. Ist das ein Erlebnis! Der sprudelt so ganz natürlich vor sich hin, sehr angenehme Säure, leicht fruchtig, so richtig richtig lecker! Für mehr teeigen Geschmack ist der einfach fermentierte grüne Pi Luo Chun geeignet, aber ansonsten Holunderbeer-Apfel-Saft-Pi Luo Chun-Kombucha!!!

 

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