Mondkuchen mit Mohn/Sesam und Walnüssen (黑芝麻核桃仁月餅,罌粟籽核桃仁月餅)

中秋節快樂! Heute ist Mid Autumn Festival, eines meiner liebsten Feste der chinesischen Kultur. Denn, wie eigentlich bei vielen Festen, gibt es traditionell besonderes Essen: Mondkuchen. Nach meinem ersten Versuch traditionelle Mondkuchen zu machen und den letztjährigen eher modernen Eishautmondkuchen, gibt es dieses Jahr einen deutsch-chinesischen Geschmacksvergleich: Mohn vs. schwarzer Sesam.

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Zutaten für Mondkuchen

Denn als große Mohnliebhaberin dachte ich bei meinen ersten chinesischen Süßigkeiten mit schwarzem Sesam stets, dass es sich um Mohn handeln würde. Andersherum glauben viele chinesische Leute, dass schwarzer Kuchen in Deutschland wohl mit Sesam sein würde. Aufgrund dieser Verwechslung, die hauptsächlich durch eine sehr ähnliche Farbgebung entsteht, wollte ich schon lange mal einen direkten Vergleich dieser beiden Saaten starten. Und was bietet sich da besser an als ein Mondkuchen mit Sesam-Walnuss-Füllung, den mal super auch mit Mohn-Walnuss-Füllung backen kann?

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Fertig ausgestanzte Mondkuchen

Aber allein wäre ich gar nicht auf diese Art der Füllung gekommen. Denn bisher hatte ich noch nie Mondkuchen mit Sesamfüllung gegessen. Da zwei chinesische Freundinnen allerdings große Sachen mit mir vor haben und ein Videoprojekt starten möchten, hatte ich zwei Experten in Sachen Mondkuchen an meiner Seite. Allerdings kommt die eine Freundin aus Nordchina und die andere Freundin aus Südchina, was gerade kulinarisch gesehen schon einen großen Unterschied macht. Gleichzeitig hilft es mir aber noch mehr zu lernen. Zum Beispiel dachte ich, dass gebackene Mondkuchen mit einer siruphaltigen Haut (eben wie diese und auch meine ersten Mondkuchen) sehr typisch kantonesisch seien. Aber meine nordchinesische Freundin klärte mich auf, dass diese Art Mondkuchen auch im Norden die traditionellste Art sei. Unterschiede gibt es jedoch in der Füllung: mit salzigem Eigelb sei wirklich eher kantonesisch, mit schwarzem Sesam dagegen scheint eher nordchinesisch zu sein, da meine südchinesische Freundin diese Füllung noch nie gesehen hatte.

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Mondkuchen kurz vorm Backen

Orientiert haben wir uns für die Mondkuchen an diesem Rezept (auf Chinesisch)

Mondkuchen mit Sesam-Walnuss-Füllung oder Mohn-Walnuss-Füllung (für ca. 25 Mondkuchen à 50g)

Teig:

300g Mehl (Type 550)
210g Sirup
70g Erdnussöl (ich: Walnussöl)
7g Kansui (楨水) (alkalisches Wasser; ich: Natron und Wasser im Verhältnis 3:10)

  1. Sirup, Öl und Kansui miteinander vermischen.
  2. Das Mehl darüber sieben und unterheben.
  3. Zu einem glatten Teig kneten.
  4. Mindestens 3 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.

Füllung (für je einmal Mohn oder Sesam):

150g Mohn oder schwarzen Sesam
90g Puderzucker
45g Olivenöl (ich: Rapsöl)
75g Walnusskerne, geröstet
60g Klebreismehl (糯米粉)
30g Wasser
1 Ei

  1. Mohn/Sesam in der Küchenmaschine fein mahlen (ca. 15 min), eventuell schon etwas vom Öl dazu geben.
  2. Klebreismehl rösten. (Im Originalrezept wird empfohlen das Klebreismehl bei niedriger Temperatur solange in der Pfanne zu wenden, bis es leicht gelb wird. Ich erwärmte das Klebreismehl nur etwas)
  3. Klebreismehl, Puderzucker, gemahlene Saat, Walnusskerne und Öl mischen. Nach und nach Wasser dazugeben, falls die Füllung zu trocken ist.
  4. Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und in Portionen zu 20g (für 100g-Mondkuchenformen einfach die doppelte Menge nehmen) teilen.
  5. Die Füllung in Portionen zu 30g teilen (für 100g-Formen 60g).
  6. Mit dem Teig die Füllung umhüllen, Mondkuchenform und Bällchen gut einmehlen und ausstanzen.
  7. Bei 180°C für 5 min backen, dann mit dem verquirlten Ei bestreichen.
  8. Weitere 20-25 min bei 170°C backen.
  9. Auskühlen lassen und am besten 3 Tage ziehen lassen, dann schmecken sie noch ein bisschen besser.
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Fertige Mondkuchen

Damit wir am Ende die Mohnmondkuchen von den Sesammondkuchen unterscheiden können, wurden die Mohnmondkuchen eckig und die Sesammondkuchen rund. Allerdings hatten wir ein paar Zeitprobleme, die dazu geführt haben, dass Sesam- und Mohnmondkuchen separat voneinander gebacken werden mussten. Dementsprechend musste der Teig etwas länger im Kühlschrank bleiben. Ob das letztendlich zu den Rissen in den Mohnmondkuchen geführt hat.

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Mondkuchen im Vergleich: links Sesam, rechts Mohn

Geschmacklich sind auf jeden Fall beide Varianten sehr lecker! Mein Monsieur hat sogar genüsslich in einen Sesammondkuchen gebissen und meinte auf meine Frage „Mohn oder Sesam?“ ganz sicher „Na, Mohn!“. Allerdings habe ich die Testreihe Mohn-oder-Sesam nicht weiter geführt. Denn ich finde schon, dass es einen geschmacklichen Unterschied gibt, auch wenn der nicht so stark ausfällt. Das heißt, es wird wohl demnächst mehr Versuche geben, Sesam durch Mohn und andersrum zu ersetzen.

Das Video zum Rezept gibt es hier (allerdings auf Chinesisch):

Und noch mehr Bilder gibt es auch auf dem chinesischen Blogeintrag meiner Freundinnen.

 

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Erdbeer- und Heidelbeermochi (いちご大福, ブルーベリー大福)

Ich liebe Mochi! In allen Variationen. Doch eines meiner liebsten Mochi ist das Ichigo Daifuku, mit Erdbeeren gefüllte Mochi. Ich finde die fruchtige Säure der Erdbeere zusammen mit der süßen Rote-Bohnen-Paste und dem Reisgeschmack der weichen Hülle ist eine ganz wundervolle Kombination. Deswegen spielte ich schon eine ganze Weile mit dem Gedanken doch mal Ichigo Daifuku ganz von vorn zu machen. Klingt aufwendig, geht aber eigentlich wenn alle Zutaten zum richtigen Zeitpunkt vorrätig sind. (Ich hatte das Pech, dass beim ersten Versuch der Mochiteig zu weich war, beim zweiten Versuch die Früchte zu gären begannen, beim dritten Versuch der Mochireis alle und die Bohnenpaste aufgebraucht war. Und wenn ich es nicht endlich mal schaffe diesen Beitrag fertigzustellen, dann ist die Erdbeersaison endgültig zu Ende.)

Vom Reis zum Mochiteig

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Mochi (grob nach dem Rezept von wagashi-net):

100 g Mochireis (ich: Vollkornmochireis)
130 ml Wasser
40 g Zucker
1 EL Reissirup
Tapiokastärke zum Bestäuben

  1. Den Reis waschen.
  2. Zum Trocknen auf einem Backblech verteilen und ca. 30 min bei 100°C mit leicht geöffneter Ofentür trocknen.
  3. Getrockneten Reis in der Getreidemühle möglichst fein mahlen.
  4. Reismehl mit den restlichen Zutaten mischen.
  5. Bei starker Hitze ca. 30-45 min im Dämpfkörbchen dämpfen. Zwischendurch 1 bis 2 Mal durchrühren.
  6. Heißen Mochiteig auf ein großzügig mit Stärke bestäubtes Blech geben, etwas breit drücken und etwas abkühlen lassen.

Klassische Erdbeer- und Heidelbeermochi

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Daifuku mit Bohnenpaste:

Shiro-an (nach diesem Rezept von wagashi-net)
Koshi-an (nach dem Rezept für Shiro-an, nur mit Azukibohnen)
Erdbeeren
Heidelbeeren
Mochi
Tapiokastärke für die Hände und zum Wälzen

  1. Beeren waschen, putzen und trocken tupfen.
  2. Mit Bohnenpaste ummanteln und für max. 30 min ins Tiefkühlfach stellen.
  3. Mit Mochi ummanteln und in Tapiokastärke wälzen.

Mochi mit Schokolade

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Daifuku mit Schokolade:

100 g weiße Kuvertüre
10 g Matcha
Blaubeeren
Mochi
Matcha zum Wälzen
Kuvertüre zum Überziehen

  1. Kuvertüre klein hacken und über dem Wasserbad schmelzen.
  2. Matcha in die geschmolzene Kuvertüre sieben und gut vermischen.
  3. Blaubeeren mit Kuvertüre überziehen und abkühlen lassen.
  4. Mit Mochi ummanteln und entweder in Matcha wälzen oder mit Kuvertüre überziehen.
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Passt super zu Sencha

Insgesamt fand ich die ursprüngliche Variante mit Bohnenpaste um einiges besser als die Schokoladenmochi, da die Süße der Schokolade schnell alles überragt und dem leichten Reisgeschmack keine Chance gibt. Gleichzeitig ist die Schicht bei Schokolade um einiges dünner als bei der Bohnenpaste, was in meinen Augen die Aufschnittästhetik verringert. Aber vielleicht lässt sich eine Kombination aus beiden Varianten herstellen. Dafür müsste ich nur alle Zutaten wieder vorrätig haben.

Bio Matcha Kirishima Premium von Miyabi

Seit unserem Japanurlaub bin ich dem Matcha voll und ganz verfallen. Das konnte man wahrscheinlich schon etwas erahnen, da es in letzter Zeit doch sehr matchalastig auf meinem Blog zugeht. Dabei bin ich diejenige, die den Matchahype so verurteilt. In Hinblick auf die Schwämme von schlechten und mittelmäßig, aber dennoch vollkommen überteuerten, Matcha hat sich meine Meinung keineswegs geändert. Allerdings habe ich für mich verstanden Matcha viel besser zu genießen. Zum einen liegt das an den Matchaerfahrungen in Japan, vor allem die private Matchasession in Aio. Auf der anderen Seite gibt es einen ganz banal scheinenden Grund: ich habe endlich vernünftige Matchaschalen! Und da ich meinen Minivorat aus Japan (20g Hoshino Matcha, den ich zwar fast täglich getrunken, aber nicht sehr ausführlich dokumentiert habe) so schnell leerte, habe ich mir nun auf die Fahne geschrieben weitere richtig leckere Matcha zu finden.

Den Anfang meiner neuen, etwas langwierigeren Testreihe macht der Bio Matcha Kirishima Premium von Miyabi. Dass ich mich für diesen Tee entschieden habe, war etwas mehr dem Zufall geschuldet. Denn für eine meiner japanischen Mitbringselkannen fehlte mir ein passender Henkel und mir gefiel einer der Bambushenkel bei Miyabi am besten. Und dann stöberte ich noch ein bisschen herum und fand den Matcha. Hmm. Also von der Beschreibung her hätte das echt jeder beliebige Tee aus Kirishima sein können. Aber Premium klingt gut. Und mein Hoshino Matcha ist alle. Ich brauch Nachschub. Hört sich so an als ob die Teesucht entschieden hat.

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Kaum war mein Stoff da, wurde probiert. Ich bereitete meinen Matcha wie gewohnt zu: 1 Bambuslöffelchen Matcha, ein Abkühlschälchen voll Wasser (ca. 65ml, 80°C) und schlug fleißig Schaum. Ein Schluck und ich war enttäuscht. Der Kirishima Matcha war nicht so schön gemüsig, süßlich, rund wie der Hoshino Matcha, sondern hauptsächlich bitter. Na toll, seit langem mal bei einem deutschen Händler Matcha gekauft und schon enttäuscht! Aber ich hatte ja nun 40g von dem Matcha bestellt. Also gab ich dem Kirishima Matcha eine weitere Chance. Streng genommen, ganz viele.

Da ich schon bei anderen Tees gelernt habe, dass der erste Eindruck auch täuschen kann, beschloss ich mein tägliches Matcharitual wie gewohnt fortzusetzen, aber hier und da die Parameter zu ändern. Den Anfang machten die unterschiedlichen Schalen. Mittlerweile bin ich stolze Besitzerin von 4 Matchaschalen (v.o.l.n.u.r.): eine Schale aus Karatsu (唐津), eine Sommerchawan aus Hagi (), eine Winterchawan aus Hagi, und meine westliche Rakuschale. Und tatsächlich schmeckt der Matcha in den unterschiedlichen Schalen anders. Meinen ersten Wow-Moment mit dem Kirishima Matcha hatte ich in der Winterhagischale. Einen weiteren erstaunlicherweise in der Rakuschale.

Aber die richtige Schale allein schien nicht genug. Also konsultierte ich meine japanischen Teebücher hinsichtlich der Dosierung. Und siehe da, es gibt tatsächlich Unterschiede in der eher bei deutschen Händlern verbreiteten Dosierungsanweisung und der japanischen. Laut japanischer Bücher sollten es 2g (ca. 2-3 Matchalöffel) Matcha auf 60ml 80°C Wasser sein. Ich war zunächst skeptisch, da der Matcha ja schon mit ca. 1g so bitter geworden ist. Aber kaum nahm ich einen Schluck vom japanisch zubereiteten Matcha und schon war ich begeistert! Seitdem beträgt meine tägliche Dosis zwei üppige Bambuslöffel Matcha.

Nun weiß ich nicht mehr genau ab wann ich die Dosierung erhöht habe, aber immer mal, wenn mir der Matcha nicht so 100% zusagen wollte, wandelte ich ihn kurzerhand zum Matcha Latte um. Mal mit warmer Milch, mal mit kalter Milch, aber groß waren die Unterschiede dabei nicht. Denn lecker war der Matcha Latte immer!

Als ich dann doch so langsam meinen Kirishima Matcha liebgewonnen hatte, beschloss ich ihn auf die Härteprobe zu stellen: Koicha. Das ist extra dick angerührter Matcha (4g auf 40ml). Allerdings fehlt mir zur richtigen Herstellung ein eigens für Koicha gebräuchlicher Bambusbesen mit dickeren und weniger Borsten, sodass ich ganz vorsichtig mit meinem 100er Besen hin- und herstrich. Voller Spannung nahm ich dann den ersten Schluck und musste feststellen, dass dieser Matcha leider nicht für Koicha geeignet ist. Nun kann es daran liegen, dass der Tee schon zu lange auf war (immerhin aber noch nicht mal einen Monat) oder ich bei der Zubereitung von Koicha einfach noch nicht genug Erfahrungen habe. Aber eines war schnell klar, das war der beste Matcha Latte aus der ganzen Kirishima Matcha Testreihe!

Auf einen Blick:

Bio Matcha Kirishima Premium
Herkunftsort: Kirishima, Kagoshima, Japan
Erntezeitpunkt: ?
Kultivar: ?
Typ: Matcha
Bio-Zertifikat: Ja
Preis (€/40g): 36,95 €